Albert Oehlen und die Werkserien der Gegenwart
Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 17:51 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Albert Oehlen gehört zu den Malern, die das Medium seit den 1980er Jahren konsequent auf seine Möglichkeiten hin abklopfen. Besonders prägnant ist das in seinen Werkserien von den frühen Computerbildern bis zu jüngeren Arbeiten wie Badende sichtbar, die mit digitaler Bildlogik und klassischer Figurentradition zugleich arbeiten.
Die aktuelle Solo-Schau in Berlin
In Berlin zeigt Galerie Max Hetzler derzeit eine konzentrierte Werkserie von Albert Oehlen mit Arbeiten auf Papier und Malereien auf Acrylglas. Die Ausstellung an der Bleibtreustraße 45 lief vom 12. Juni bis 8. August 2026 und vereint Werke aus über einem Jahrzehnt, darunter zentrale Positionen der Reihen Computerbilder und Conduction.
Max Hetzler beschreibt die Schau als Überblick über die Entwicklung dieser beiden Serien, in denen Oehlen digitale Eingriffe, grafische Strukturen und improvisierte Setzungen in der Fläche miteinander verschränkt. Die Präsentation folgt weniger einer chronologischen Ordnung als einer Spannungsdramaturgie zwischen dichter Überlagerung und offener, rhythmischer Zeichnung.
Werkserien im Museums- und Ausstellungsverbund
Parallel zur Berliner Solo-Schau ist Albert Oehlen in mehreren Gruppenausstellungen vertreten, die seine Werkserien im Dialog mit anderen Positionen zeigen. Am Kistefos Museum in Jevnaker sind Arbeiten von ihm in der Ausstellung When I'm In My Painting zu sehen, die den performativen und körperbezogenen Zugang zur Malerei verschiedener Künstlerinnen und Künstler thematisiert.
In Venedig sind Werke von Oehlen zudem Teil der Schau Don't have hope, be hope! der Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, die seit 7. Mai 2026 auf der Isola di San Giacomo läuft. Hier stehen seine Malereien im Spannungsfeld mit Bildsprachen von Matthew Barney, Glenn Brown oder Danielle Mckinney, was die Vielstimmigkeit aktueller Malereidiskurse unterstreicht.
Ausstellungen und Werkserien von Albert Oehlen im Überblick
Für vertiefende Hintergründe zu Albert Oehlen und weiteren Nachrichten aus dem Kunstmarkt lohnt sich ein Blick in die bisherigen Berichte der AD HOC NEWS Kunst-Redaktion.
Wie Oehlen seine Malerei aufbaut
Albert Oehlen experimentiert seit den 1990er Jahren mit Computergrafik, digitaler Bildbearbeitung und Zufallsoperationen als strukturelle Werkzeuge der Malerei. Die Serie der Computerbilder verschränkt Pixelraster, algorithmische Eingriffe und malerische Gesten, wobei der Bildschirm zum Denkraum für kompositorische Entscheidungen wird.
In den Conduction-Arbeiten und verwandten Serien treten Linien, Farbebenen und scheinbare Störungen wie in einem musikalischen Partiturbild auf. Oehlen spricht hier von einer Art Leitung oder Steuerung der Bildbewegungen, die bewusst mit Überforderung und Komplexität spielt, ohne die Malerei in bloßes formales Experiment kippen zu lassen.
Der Werk-Kern im Überblick
Albert Oehlen arbeitet primär in der Malerei, nutzt aber Zeichnung, Collage, Druck und digitale Techniken als integrale Bestandteile seiner Praxis. Zu seinen zentralen Werkgruppen zählen neben den Computerbildern unter anderem die Serien John Graham Remix, in denen er Motive aus Graham's Tramonto Spaventoso appropriierend bearbeitet, sowie jüngere figurative Arbeiten wie Badende, die klassische Themen der Kunstgeschichte mit zeitgenössischer Farb- und Formlogik verbinden.
Aktueller Stand im Werk
Vor diesem Hintergrund steht Albert Oehlen aktuell in einem Werkstadium, das seine zwischen digitaler Struktur und körperlicher Geste oszillierende Malerei in mehreren institutionellen Kontexten zugleich zeigt – von der Solo-Schau bei Galerie Max Hetzler in Berlin bis zu laufenden Gruppenausstellungen in Kistefos und bei der Fondazione Sandretto Re Rebaudengo.
Albert Oehlen auf einen Blick
- Künstler: Albert Oehlen
- Medium / Gattung: Malerei (abstrakt-figurative Werkserien)
- Geburtsjahr & -ort: 1954, Krefeld (Deutschland)
- Wirkungsort(e): Studio-Praxis mit Schwerpunkt in Deutschland und der Schweiz
- Aktiv seit: Anfang der 1980er Jahre, erste prägende Arbeiten im Kontext der deutschen Malerei jener Zeit
- Wichtige Werkgruppen: Computerbilder, Conduction, John Graham Remix, Badende
- Aktuelle/letzte Ausstellung: Albert Oehlen, Galerie Max Hetzler, Berlin, 12. Juni bis 8. August 2026
- Wichtige Sammlungen: Werke in internationalen Museen wie dem Museum of Modern Art, New York, sowie europäischen Institutionen, die seine Malerei in Sammlungspräsentationen wie Post-Atomic Abstraction zeigen
- Auszeichnungen: mehrfach gewürdigte Position in internationalen Ausstellungsprogrammen und Editionsprojekten, darunter die Zusammenarbeit mit TEXTE ZUR KUNST für die Edition Badende (2026)
- Nächster Termin: aktuell kein angekündigter Termin im 30-Tage-Fenster
Häufige Fragen zu Albert Oehlen
Welche Werkserien von Albert Oehlen sind derzeit besonders präsent?
Aktuell stehen insbesondere die Serien Computerbilder und Conduction im Fokus, die in der Solo-Ausstellung bei Galerie Max Hetzler in Berlin und in mehreren Gruppenschauen mit anderen Positionen der Gegenwartsmalerei gezeigt werden.
Wo sind Arbeiten von Albert Oehlen derzeit zu sehen?
Arbeiten von Oehlen waren bis 8. August 2026 in einer Solo-Schau bei Galerie Max Hetzler in Berlin zu sehen und sind darüber hinaus in Gruppenausstellungen wie When I'm In My Painting im Kistefos Museum sowie Don't have hope, be hope! bei der Fondazione Sandretto Re Rebaudrego in Venedig eingebunden.
Welche Rolle spielt die Serie Badende in Oehlens Werk?
Badende ist eine jüngere Werkgruppe, die in einer Edition für TEXTE ZUR KUNST 2026 hervorgehoben wird und das klassische Motiv der badenden Figur mit Oehlens charakteristischer Farbspannung und formalen Brechungen verbindet.
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