Aktuelle Familienstatistik Deutschland: Einwanderung stoppt Rückgang des Familienanteils
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 11:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Knapp die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland lebt als Elternteil oder Kind in einer Familie, der langjährige Rückgang des Familienanteils ist damit vorerst gestoppt.
Anteil von Familien wieder auf Niveau von 2015
Nach ersten Ergebnissen des Mikrozensus lebten im Jahr 2025 49 Prozent der Bevölkerung in Deutschland in einer Familie. Als Familie zählt dabei, wer mit mindestens einem minderjährigen Kind in einem Haushalt lebt, sei es als Elternteil oder als Kind. 2015 lag der entsprechende Anteil bei 48 Prozent, 1996 dagegen noch bei 57 Prozent.
Statistisches Bundesamt sieht Alterung als Hauptursache
Das Statistische Bundesamt führt den langjährigen Rückgang des Familienanteils vor allem auf die Alterung der geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge zurück. In diesen Jahrgängen nimmt der Anteil der Menschen zu, die ihre Familienphase bereits hinter sich haben und nun in kleineren Haushalten leben, etwa als Paar ohne Kinder oder allein.
Einwanderung stabilisiert Familienanteil
Seit 2015 wirkt nach Angaben der Behörde die Zuwanderung dem Rückgang der Familien entgegen. Eingewanderte und ihre Nachkommen sind im Durchschnitt jünger und leben häufiger in Familien. Im Jahr 2025 lebten 60 Prozent der Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Familien, während der Anteil bei Menschen ohne Einwanderungsgeschichte bei 43 Prozent lag.
Unterschiedliche Lebensformen nach Einwanderungsgeschichte
Die Zahlen machen deutlich, dass sich die Lebensformen nach Einwanderungsgeschichte unterscheiden. Während Menschen ohne Einwanderungsgeschichte häufiger in Ein- oder Zweipersonenhaushalten leben, ist bei Menschen mit Einwanderungsgeschichte die Familienhaushaltsform deutlich verbreiteter. Dies trägt insgesamt dazu bei, dass der Anteil der Bevölkerung in Familienhaushalten in den vergangenen Jahren nicht weiter gesunken ist.
Demografischer Wandel und Familienstrukturen
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, wie stark der demografische Wandel die Familienstrukturen in Deutschland prägt. Über Jahrzehnte führte die Alterung der geburtenstarken Jahrgänge dazu, dass immer mehr Menschen ohne Kinder oder in Single-Haushalten lebten. Vor diesem Hintergrund ist die nun beobachtete Stabilisierung des Familienanteils bemerkenswert: Erstmals seit Langem steigt der Anteil der Bevölkerung, die als Eltern oder Kind in einer Familie lebt, wieder leicht an und erreicht das Niveau von 2015.
Rolle der Einwanderung für den Familienanteil
Besonders deutlich wird der Einfluss von Einwanderung auf die Altersstruktur und die Haushaltsformen. Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind im Durchschnitt jünger und leben häufiger in Familienkonstellationen. Dass 60 Prozent von ihnen in Familienhaushalten leben, während der Anteil bei Menschen ohne Einwanderungsgeschichte bei 43 Prozent liegt, zeigt einen klaren strukturellen Unterschied. Damit trägt Zuwanderung nicht nur zur Bevölkerungszahl, sondern auch zur Verjüngung und zur Stärkung des Anteils von Familien bei.
Gesellschaftliche und politische Bedeutung
Für Politik und Gesellschaft haben diese Entwicklungen weitreichende Folgen. Familienhaushalte sind ein zentraler Bezugspunkt für Bildungs-, Sozial- und Integrationspolitik. Wenn Zuwanderung den Rückgang des Familienanteils bremst, bedeutet dies langfristig eine stabilere Basis für Kitas, Schulen und familienbezogene Leistungen. Zugleich stellen unterschiedliche Familienanteile nach Einwanderungsgeschichte Anforderungen an eine passgenaue Familien- und Integrationspolitik, die kulturelle Vielfalt berücksichtigt und zugleich gleiche Chancen für alle Kinder und Eltern sichern soll.
