Nordrhein-Westfalen, Deutschland

«Akt der Selbstjustiz»: Lebenslang für Schüsse vor Gericht

20.11.2025 - 20:44:25 | dpa.de

2024 wurde der Ex-Boxer Besar Nimani auf offener Straße erschossen. Nun sind seine Geschwister des versuchten Mordes schuldig gesprochen worden: Sie hatten den Tod ihres Bruders rächen wollen.

Im Prozess um die Schüsse auf mehrere Menschen vor dem Landgericht Bielefeld ist ein 41-Jähriger zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Gegen seine mitangeklagte Schwester verhängte das Gericht eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren. 

«Akt der Selbstjustiz»

Nach Überzeugung des Landgerichts wollte das Geschwisterpaar Blutrache für den Mord an seinem Bruder, dem Ex-Box-Profi Besar Nimani, üben, in dem sie versuchten, Familienangehörige des seinerzeit wegen der Tat Angeklagten zu töten. Der Vorsitzende Richter sprach in seiner Begründung von einem «Akt der Selbstjustiz». Insbesondere der 41-Jährige habe das Recht selbst in die Hand nehmen und die Macht seiner Familie demonstrieren wollen. 

Vier Menschen waren durch die Schüsse verletzt worden. Lebensgefährliche Verletzungen trugen dabei der Bruder und der Vater des seinerzeit angeklagten Schützen im Mordfall Nimani davon. Dass sie überlebten, hätten beide nur dem Zufall zu verdanken, so das Gericht. 

Schüsse aus dem Hinterhalt

Der Bruder des Geschwisterpaares, der ehemalige Mittelgewichtsboxer Besar Nimani, war im März 2024 im Alter von 38 Jahren in der Bielefelder Fußgängerzone mit 16 Schüssen getötet worden. Das Mord-Urteil gegen den einen der beiden Schützen ist noch nicht rechtskräftig. Nach einem zweiten Tatverdächtigen wird bis heute gesucht. Das Motiv für die Tat konnte bislang nicht geklärt werden. 

Die Schüsse in unmittelbarer Nähe des Landgerichts fielen Ende Februar, nachdem zuvor am Landgericht im Prozess um den Tod des Boxprofis der dritte Verhandlungstag zu Ende gegangen war. Der Angeklagte hatte nach Überzeugung der Kammer das Feuer aus einem Hinterhalt auf Familienangehörige des später wegen Mordes Verurteilten eröffnet. 

Gericht: Schwester wollte Tat vollenden

Die nun angeklagte 34-Jährige hat nach Überzeugung des Gerichts wenig später aus einem fahrenden Auto auf ein bereits angeschossenes Opfer geschossen, um das Werk ihres Bruders zu vollenden, wie der Vorsitzende Richter sagte.

Der 41-jährige Angeklagte hatte vor Gericht eingeräumt, geschossen zu haben. Er hatte allerdings angegeben, dass er seine Opfer nur verletzten wollte. Nach Darstellung der Verteidiger hatten sich die Angeklagten seit Jahren durch die andere Familie massiv bedroht gefühlt.

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