WissenHoch2 in 3sat über die empfindsame Gesellschaft und den Streit ums Fahrrad
07.03.2024 - 09:31:38Bessere Mobilität ohne einander auszuspielen
Das Fahrrad gilt vielen nicht mehr nur als umweltfreundlicher Alltagshelfer, sondern auch als heiß diskutiertes Statussymbol. Soziologe Ansgar Hudde von der Universität Köln hat herausgefunden, dass Menschen, je gebildeter und urbaner sie sind, umso häufiger radeln. Dies verstärke noch die bestehenden sozialen und gesundheitlichen Unterschiede. Unfallforscher Siegfried Brockmann verweist auf die hohen Unfallzahlen mit E-Bikes sowie auf bislang fehlende Infrastrukturen – denn beim Ausbau der Fahrradinfrastruktur hinkt Deutschland hinterher. Wie schafft man eine bessere Mobilität, ohne sich gegenseitig auszuspielen? Professorin Angela Francke von der Universität Kassel erläutert vielversprechende neue Verkehrskonzepte in Deutschland und Europa. Ein Blick in andere europäische Städte wie Amsterdam, Utrecht oder Sevilla – binnen weniger Jahre zum "Hidden Champion" des Radverkehrs mutiert – hilft dabei.
Geringe Toleranzschwellen, hohes Konfliktpotenzial
Im Anschluss, um 21.00 Uhr, folgt die Sendung "scobel – Die empfindsame Gesellschaft". Ob gegenüber Politikern, dem Weltgeschehen oder einfach nur im Straßenverkehr: Die Menschen sind dünnhäutiger geworden. Aus Kleinigkeiten entstehen Konflikte, die bisweilen hasserfüllt ausgetragen werden. Dünnhäutige Menschen sind leicht reizbar, vertragen keine Kritik und neigen zu emotionalen Ausbrüchen. Diskursive Auseinandersetzungen mit Andersdenkenden sind unmöglich. Für den gesellschaftlichen Frieden ist diese Gemengelage Gift. In einer Zeit, in der jeder seine Meinung in den sozialen Medien kundtun kann, scheint die Toleranz für andere Ansichten immer geringer zu werden. Gefühlt hat sich dieser Zustand der Dünnhäutigkeit seit dem Corona-Lockdown massiv verstärkt. Doch ist das wirklich so? Und wenn ja – woran liegt das? Wie man mit Meinungsverschiedenheiten richtig umgeht, die eigene Sensibilität korrekt einschätzt und einen respektvollen, konstruktiven Dialog fördern kann – über diese und viele andere spannende Aspekte des Themas diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen, der Rechtswissenschaftlerin und Rechtsphilosophin Prof. Frauke Rostalski (Universität zu Köln), der Wirtschaftssoziologin Prof. Konstanze Senge (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) sowie dem Psychologen und Experten für Hochsensibilität Prof. Phillip Yorck Herzberg (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg).
"WissenHoch2" – ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel das Thema mit seinen Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.
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