Deutschland, Nordrhein-Westfalen

Letztes Hosen-Album: Im Wechselbad der Gefühle

20.05.2026 - 05:00:30 | dpa.de

Vom Punk-Kracher bis zur Liebeserklärung: Das letzte Hosen-Album bittet ins Wechselbad der Gefühle - mit einem Bonus-Album als Wundertüte und einem Albumcover als Superlativ.

Die Zeichen stehen auf Abschied: Das letzte Hosen-Album erscheint. (Archivbild) - Foto: Jens Büttner/dpa
Die Zeichen stehen auf Abschied: Das letzte Hosen-Album erscheint. (Archivbild) - Foto: Jens Büttner/dpa

Hart, laut, schnell: Das neue Album der Toten Hosen fällt mit der Tür ins Haus: «Wir waren nie weg» heißt das erste Stück und dürfte den Fans der Hosen großen Spaß bereiten, zumal es darin heißt: «Wir gehen nie weg.» Am 29. Mai kommt nach neun Jahren Pause das 16. Studioalbum der Toten Hosen in mittlerweile 44 Jahren Bandgeschichte heraus. Es heißt «Trink aus! Wir müssen gehen» - und soll das letzte reguläre Album sein.

Als zweites Stück ertönt «Die Show muss weitergehen», das Lied war bereits ausgekoppelt und vorab veröffentlicht. Spätestens hier dürfte es auf den Hosen-Fan so wirken, als wären die Berichte über das nahe Ende der Toten Hosen Fake News. 

Doch dann werden die Hörer in ein Wechselbad der Gefühle getaucht. Es wird nachdenklich, traurig, melancholisch. Liebeserklärungen in Songform gehen raus an Campinos Sohn Lenn («Glück»), an Menschen mit Zivilcourage («Kein Blatt zwischen uns») und an Düsseldorf, die Heimatstadt der Punkrocker («Du hast keinen Dom, keinen Pulsschlag aus Stahl...»). 

Es klingt nach Abschied

Es geht ums Sterben («Augen zu») und um einen Heiratsantrag («Ich will»). Mal privat, mal politisch: Ein Gitarren-Stakkato leitet «Schlechte Nachbarn» ein, ein Stück im typischen Hosen-Stil. Das und mehrere weitere Stücke beschäftigen sich mit dem Rechtsruck der Gesellschaft. Wenn es dann im 15. und letzten Lied heißt: «Trink aus! Wir müssen gehen, waren eh' schon viel zu lange unterwegs» klingt das doch stark nach Abschied. 

Dass die Hosen sich noch einmal ins Zeug gelegt haben, merkt man nicht nur an den - mit Unterbrechungen - zwei Jahren, die sie für das Album im Studio verbracht haben, sondern sieht es auch dem Album-Cover an: Foto-Kunststar Andreas Gursky hat sein bekanntestes Werk, Rhein II, die zeitweise teuerste Fotografie der Welt, noch einmal aufgenommen. Diesmal steht ein scheinbar reparaturbedürftiger Opel samt Band wie gestrandet am Rheinufer - womit sich der Kreis zum ersten Album-Cover «Opel Gang» von 1983 schließt. 

In einer Dokumentation der ARD wird deutlich, dass die Entscheidung, das letzte Album vorzulegen, intern durchaus umstritten war. Aber Sänger Campino (63) sagt im dpa-Interview deutlich: «Dass man sich noch mal auf ein ganzes Album einlässt, das wird auf keinen Fall passieren. Bei aller Wehmut, die wir da selbst empfinden: Das Gefühl, dass es so richtig ist, überwiegt bei Weitem.»

Bühnen-Abschied bleibt offen

Weniger klar ist, ob das für Juli 2027 in Düsseldorf angesetzte bislang letzte Konzert in Düsseldorf auch der Bühnenabschied sein wird. Eine Unplugged-Tournee wollte Campino nicht ausschließen. «Ich freue mich wirklich über das, was wir da hinterlassen, aber es war auch eine Kraftanstrengung», sagt er. Für das letzte Album seien von 200 bis 300 Liedideen letztlich 15 Lieder übriggeblieben. 

«Ich bin mit fünf, sechs Songs so richtig zufrieden. «„Was ist mit uns los" ist für mich ein wichtiger Baustein für das Album. "Schlechte Nachbarn" und "Lass mal nicht machen" gefallen mir. "Trink aus", finde ich okay. "Düsseldorf" wird für die Region vielleicht seinen Job machen und "Glück" war mir ein Anliegen.»

«Alles muss raus»: Wundertüte Bonusalbum

Aber die Toten Hosen hinterlassen nicht nur 15 neue Songs, sondern auch wieder ein Bonusalbum, das es in sich hat. Für «Alles muss raus» haben die Toten Hosen nicht nur 25 Cover-Stücke neu interpretiert, sondern auch mit den Original-Interpreten im Duett neu eingesungen.

Dafür ist Campino nicht nur mit alten Größen des Punks, sondern auch mit Vicky Leandros, Wolf Biermann, Bettina Wegner, Wolfgang Niedecken, Sven Regener, Marian Gold von Alphaville und anderen ins Studio gegangen. «Der einzige Parameter war: Mit wem wollen wir unbedingt nochmal arbeiten und wer ist uns bislang durch den Rost gefallen?», sagt Campino. Und so ist eine Hosen-Version des BAP-Klassikers «Kristallnaach» von 1982 entstanden, dem Gründungsjahr der Toten Hosen.

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