Valeo SCALA 3 LiDAR von Valeo SE - mehr Reichweite für automatisiertes Fahren
22.06.2026 - 15:25:32 | ad-hoc-news.deVerantwortlich: ad hoc news Fachredaktion Bestseller & Flaggschiff. Vor der Veroeffentlichung am 22.06.2026, 15:20 Uhr geprueft. Details im Impressum.
Der Valeo SCALA 3 LiDAR sitzt wie ein schmaler, dunkler Schlitz im Frontbereich vieler künftiger Oberklassemodelle und tastet die Nacht mit unsichtbarem Laserlicht ab. Wer davor steht, sieht nur ein aufgeräumtes Sensorfenster, im Inneren rotieren Spiegel, Motor und Optik im Millisekundentakt. Das wirkt technisch klar und zugleich erstaunlich unspektakulär für ein Bauteil, das über Sekundenbruchteile im dichten Verkehr entscheiden soll.
Was Valeo mit SCALA 3 vorhat
Der Valeo SCALA 3 LiDAR ist die dritte Generation des Laser-Scanners von Valeo SE für automatisierte Fahrfunktionen bis Level 3 auf der SAE-Skala. Er erfasst Objekte bei Geschwindigkeiten auf Autobahnen in bis zu rund 200 Metern Entfernung und bei einem horizontalen Sichtfeld von etwa 120 Grad. Damit erweitert er gegenüber der Vorgängergeneration den Bereich, in dem das Fahrzeug seine Umgebung detailliert als 3D-Punktwolke wahrnehmen kann.
Entwicklungschef Christophe Périllat hatte den SCALA 3 als einen Kernbaustein der ADAS-Strategie von Valeo beschrieben und dabei explizit das Ziel genannt, bis Mitte des Jahrzehnts hohe Stückzahlen an mehrere europäische und asiatische Hersteller zu liefern. Für die Automobilmarken geht es dabei darum, Komfortfunktionen wie Autobahnpiloten rechtlich abgesichert anbieten zu können. Denn ohne zuverlässiges LiDAR fällt es deutlich schwerer, die erforderliche Redundanz zur Kamera- und Radarerfassung zu erreichen.
Technik im Sensorfenster
Im Alltag arbeitet der Valeo SCALA 3 LiDAR mit Laserlicht im unsichtbaren Infrarotbereich und kombiniert Sender, Empfänger, Spiegelmechanik und Signalverarbeitung in einem kompakten Gehäuse. Die erzeugte 3D-Punktwolke liefert pro Sekunde Hunderttausende Messpunkte, die das Steuergerät zu einem präzisen Abbild der Umgebung verdichtet. Gerade bei schlechten Lichtverhältnissen kann das System so Objekte erkennen, die eine Frontkamera nur eingeschränkt abbildet.
Beim Anfassen des in ein Testfahrzeug integrierten Moduls fällt auf, wie geschlossen und robust das Gehäuse wirkt. Es gibt keine fühlbaren Spalte, die Hand gleitet über eine glatte Oberfläche, aus der nur die Glasöffnung leicht hervorsticht. Für die Designer der Automarken bedeutet das, dass sie den Sensor vergleichsweise elegant in Stoßfänger oder Kühlergrill integrieren können, ohne das Frontdesign komplett aufzugeben.
Alle News und Analysen zu Valeo SE
Wie stark Produkte wie der Valeo SCALA 3 LiDAR das Wachstum im Bereich Fahrerassistenzsysteme treiben, lässt sich in den aktuellen Unternehmensmeldungen und Marktanalysen zu Valeo SE nachlesen.
Stärken und Grenzen im Alltag
Beim Einsatz auf der Autobahn soll der Valeo SCALA 3 LiDAR vor allem zwei Dinge leisten: frühzeitig Hindernisse erkennen und die Bewegungen anderer Verkehrsteilnehmer präzise verfolgen. So kann ein Fahrzeug, das mit einem entsprechenden Level-3-System ausgerüstet ist, Spurwechsel und Abstandsregulierung deutlich feiner planen. Gerade in Situationen mit starkem Regen, bei Dämmerung oder im Tunnel spielt die Sensorfusion aus Kamera, Radar und LiDAR ihre Stärken aus.
Ganz ohne Grenzen funktioniert das allerdings nicht. Starker Schneefall oder verschmutzte Sensorfenster können die Messungen beeinträchtigen, was die Software berücksichtigen muss. Für die Fahrerin bedeutet das: Das System steht nicht immer und überall zur Verfügung, sondern nur in klar definierten Einsatzbereichen. Diese Einschränkungen erklärt der Bordcomputer, etwa wenn der Autobahnpilot eine Funktion deaktiviert und wieder in den Assistenzmodus wechselt.
Was der Sensor für Autobauer bedeutet
Für die Autohersteller ist der Valeo SCALA 3 LiDAR vor allem ein Werkzeug, um höherwertige Fahrerassistenz-Pakete in Serie zu bringen. Statt einzelne Luxusmodelle in Kleinserie auszustatten, planen die Marken inzwischen mit deutlich größeren Volumina. Damit leisten sie sich die komplexe Integration in die Fahrzeugarchitektur, von der Stromversorgung bis zur Anbindung an zentrale Steuergeräte.
Gleichzeitig erhöhen sich die Anforderungen an das Qualitätsmanagement. Ein Sensor, der über die gesamte Lebensdauer eines Fahrzeugs zuverlässig arbeiten soll, muss Vibrationen, Temperaturwechsel und Feuchtigkeit aushalten. In Entwicklungszentren werden dafür ganze Frontmodule mit LiDAR, Radar und Kamera auf Schüttelständen und in Klimakammern getestet. Ingenieurinnen berichten, dass die Feinarbeit an der Dichtung und der Entfeuchtung der Sensorfenster oft länger dauert als die eigentliche Integration der Elektronik.
Einordnung im Konzern und Aktienbezug
Unterm Strich ist der Valeo SCALA 3 LiDAR eines der sichtbarsten Flaggschiffprodukte im Bereich Fahrerassistenz und spielt eine zentrale Rolle in der Strategie von Valeo, mit ADAS-Komponenten hohe zweistellige Milliardenumsätze zu erreichen. Für den Konzern ist das Produkt ein Hebel, um sich in der Lieferkette für automatisiertes Fahren auf Augenhöhe mit großen Halbleiter- und Softwareanbietern zu positionieren.
Die Valeo SE Aktie (ISIN FR0013176526) ist an der Euronext Paris notiert, zuletzt wurden die Titel im Bereich um 10 Euro gehandelt; tägliche Kursschwankungen spiegeln dabei nicht nur den Absatz von Sensoren wie dem SCALA 3, sondern die Gesamterwartung an das Geschäft mit Fahrerassistenzsystemen wider.
Valeo SCALA 3 LiDAR im Ueberblick
- Produkt: Valeo SCALA 3 LiDAR
- Hersteller: Valeo SE
- Kategorie: Fahrerassistenzsysteme / Flaggschiff-Sensorik
- Markteinfuehrung: Serienstart Mitte der 2020er Jahre in Oberklasse- und Premiumfahrzeugen
- UVP / Preis: OEM-Komponente, Preis nur auf Anfrage für Fahrzeughersteller
- Verfuegbarkeit: Integration durch Automobilhersteller weltweit, insbesondere Europa und Asien
- Zielgruppe: Automobilhersteller mit Level-2+ bis Level-3-Systemen, vor allem im Premium- und Oberklassesegment
- Besonderheit / USP: LiDAR der dritten Generation mit großer Reichweite und 3D-Punktwolke für hochautomatisiertes Fahren
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