Unheilig, Der Graf

Unheilig-Graf kündigt Pause nach Tour und 2027 an

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Unheilig-Sänger weist das Bild vom stets düsteren Trauerliedsänger zurück und spricht über Selbstzweifel, gesundheitliche Krisen und seine Pläne nach der Rückkehr auf die Bühne. Nach Tour und Sommerfestivals will er sich 2027 zunächst wieder zurückziehen.

Unheilig plant Pause nach Sommerfestivals

  • Der Graf erklärt den Bandnamen mit seinem persönlichen Glauben und seiner Freude am Widerspruch.
  • Sein Album „Liebe, Glaube, Monster“ verarbeitet Selbstzweifel und Versagensangst.
  • Nach der Tour ab Mitte November folgen 2027 zunächst einige Sommerfestivals.
Der Musiker macht Persönliches wie Namen und Alter nicht öffentlich. (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa

Der Graf zeigt heitere Seite hinter der Unheilig-Kunstfigur

Der Graf, Sänger der Band Unheilig, schmunzelt über sein Image als düsterer Griesgram und betont, privat gerne zu lachen. Viele Menschen sähen nur die Kunstfigur und hielten ihn für einen Sänger von Trauerliedern und Weltschmerz.

„Ich bin ein ganz normaler Mensch. Ich lache gerne und bin auch lustig“, sagte der Musiker der Deutschen Presse-Agentur. Das Bild sei durch seine frühe Präsentation mit rüschenverziertem Mantel, Stiefeln und ernster Miene geprägt worden.

Der Bandname als bewusster Widerspruch

Auch den Namen Unheilig versteht der Sänger nicht ausschließlich als düsteres Markenzeichen. Er bezeichnete sich als gläubigen Menschen, allerdings nicht im klassischen Sinn religiöser Lehren.

Der Begriff „Unheilig“ habe für ihn mit dem Blick anderer auf diesen Glauben und mit seiner Lust am Widerspruch zu tun. Er beschrieb sich in diesem Zusammenhang als kleinen Revoluzzer.

Musik als Ventil für Selbstzweifel

Persönliche Namen und sein Alter macht der Musiker nicht öffentlich. Selbstzweifel sieht er jedoch als wichtigen Antrieb für sein künstlerisches Schaffen.

Das aktuelle Album „Liebe, Glaube, Monster“ greift diese innere Unsicherheit auf. Die „Monster“ stünden für Versagensangst und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben; Musik diene ihm mitunter als Ventil, um sich das Leben zu erklären.

Comeback nach gesundheitlicher Krise

2016 hatte der Graf ein vermeintlich letztes Konzert gegeben. Seit dem vergangenen Jahr steht er wieder auf der Bühne.

Er sagte, das Comeback sei schwieriger gewesen als der Abschied. In einer Notaufnahme mit Verdacht auf Herzinfarkt habe er sich gefragt, worauf er noch warten wolle, und sich für die Rückkehr entschieden.

Tour ab Mitte November, Pause im Jahr 2027

Unheilig startet ab Mitte November eine Tour. Nach einigen Sommerfestivals will sich die Band 2027 vorübergehend zurückziehen.

Der Graf möchte neue Musik schreiben und die vergangenen Jahre verarbeiten. Dazu zählten nach seinen Worten unter anderem der Tod seiner Eltern, gesundheitliche Probleme und ein Sturz von der Bühne.

Der Graf verbindet mit Unheilig seit den frühen Jahren eine bewusst inszenierte Bildsprache aus dunkler Kleidung, ernster Miene und melancholischen Liedern. Diese Kunstfigur prägte die öffentliche Wahrnehmung stärker als der private Mensch, über den der Sänger nur wenig Persönliches preisgibt.

Das aktuelle Album „Liebe, Glaube, Monster“ setzt an mehreren Ebenen dieser Geschichte an. Liebe und Glaube verweisen auf persönliche und weltanschauliche Themen, während die „Monster“ für Selbstzweifel, Versagensangst und die Suche nach Orientierung stehen. Damit beschreibt der Musiker Musik nicht nur als Unterhaltung, sondern auch als Mittel, innere Konflikte zu bearbeiten.

Comeback mit begrenztem Zeithorizont

Die Rückkehr auf die Bühne folgt auf eine längere Pause nach dem zunächst letzten Konzert 2016. Der Graf begründet den Schritt mit einer veränderten Lebenssituation, gesundheitlichen Erfahrungen und dem Gefühl, musikalisch wieder etwas sagen zu haben. Dass er sich nach Tour und Sommerfestivals 2027 erneut zurückziehen will, gibt dem Comeback zugleich einen klar begrenzten Rahmen.

Für das Publikum bedeutet das eine absehbare Gelegenheit, Unheilig wieder live zu erleben. Für den Musiker steht danach zunächst die Verarbeitung der vergangenen Jahre und das Schreiben neuer Musik im Mittelpunkt. Die angekündigte Pause ist damit kein endgültiger Abschied, sondern ein zeitlich umrissener Abschnitt im weiteren künstlerischen Weg.

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