Troye Sivan, She’s the Best

Troye Sivan: Neues Album „She’s the Best“ verbindet Clubnächte und Liebessehnsucht

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 10:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Troye Sivan veröffentlicht mit „She’s the Best“ ein Album zwischen Clubnächten, sexueller Selbstbestimmung und dem Wunsch nach einer festen Beziehung. Im Gespräch erklärt der australische Popstar, warum beide Seiten für ihn zusammengehören.

  • Vom Sänger zum Ritter fürs Musikvideo. (Handout) - Bild: Kai Gillespie/dpa
    Vom Sänger zum Ritter fürs Musikvideo. (Handout) - Bild: Kai Gillespie/dpa
  • Beherrscht die Pose: Troye Sivan. (Archivbild) - Bild: Myles Wright/ZUMA Press Wire/dpa
    Beherrscht die Pose: Troye Sivan. (Archivbild) - Bild: Myles Wright/ZUMA Press Wire/dpa
  • She's the Best hat Sivan sein Album betitelt. (Handout) - Bild: ---/Universal Music/dpa
    "She's the Best" hat Sivan sein Album betitelt. (Handout) - Bild: ---/Universal Music/dpa
Vom Sänger zum Ritter fürs Musikvideo. (Handout) - Bild: Kai Gillespie/dpa Beherrscht die Pose: Troye Sivan. (Archivbild) - Bild: Myles Wright/ZUMA Press Wire/dpa

Troye Sivan erzählt auf seinem vierten Album „She’s the Best“ von wilden Clubnächten, queerer Begierde und der Sehnsucht nach einem festen Partner.

Ein Popstar mit queerer Perspektive

Der 1995 im südafrikanischen Johannesburg geborene und in Australien aufgewachsene Sivan wurde zunächst durch YouTube bekannt. Als Schauspieler war er unter anderem als junger Wolverine in „X-Men“ zu sehen. 2013 machte er seine Homosexualität öffentlich und wandte sich dabei besonders an queere Jugendliche.

Heute lebt Sivan in Melbourne und Los Angeles. Seine offen über Männer, Verlangen und Unsicherheit sprechenden Songs machten ihn zu einer wichtigen Stimme der queeren Popmusik. Zu seinen bekannten Liedern gehören „Bloom“ und „Rush“, in denen er sexuelles Begehren selbstbewusst und ohne Rechtfertigung darstellt.

Ein Liebesbrief an prägende Frauen

Das zwölf Songs umfassende Album beginnt mit dem Titelsong „She’s the Best“. Der Track verbindet Sprechgesang, Trip-Hop-Rhythmus und verzerrte Gitarren und handelt von einer namenlosen Frau. Im Musikvideo wird sie von Nicole Kidman gespielt.

Sivan bezeichnet das Lied als Liebesbrief an die Frauen, die ihn geprägt hätten. Sie seien der stabile Teil seines Lebens gewesen, während sich vieles andere verändert habe. Mit dem Song wolle er die Menschen würdigen, die ihm in den vergangenen Jahren Halt gegeben hätten.

Vom Dancefloor ins einsame Schlafzimmer

Auf den übrigen Stücken richtet sich sein Blick überwiegend auf Männer. In „Canada Dry“ beschreibt Sivan verspielt und anzüglich seine Lust auf einen attraktiven Kanadier. Die zweite Single „Party“ führt von einer Feier im australischen Busch über den Club bis in die eigene Wohnung und enthält den Refrain von Madonnas „Music“.

Sivan feiert nach eigenen Angaben auch gern in Berliner Clubs. Er schätze dort besonders das Gefühl von Sicherheit und die Möglichkeit, beim Tanzen ohne Handys und Vorurteile loszulassen.

Sehnsucht nach einer noch unbekannten Liebe

Mit „Cowboy“ wird das Album ruhiger. „Embarrassingly“ blickt auf eine vergangene Beziehung zurück, während „Le Boy“ von der Suche nach dem richtigen Mann handelt. In „Sex Star“ steht der Wunsch im Mittelpunkt, einem Mann zu gefallen.

Mit „Troye Meets World“ kehrt die Platte zur Party zurück. „FF“ steht für „fucking forever“ und richtet sich an einen Mann, den Sivan noch nicht kennengelernt hat. Der Sänger sagt, er träume viel vor sich hin und wünsche sich eine Liebe, von der er bereits wisse, wie sie sich anfühle.

Ein musikalisches Tagebuch

Sivan versteht seine Alben als Momentaufnahmen bestimmter Lebensabschnitte. „She’s the Best“ zeige deshalb beide Seiten seines aktuellen Lebens: die Verbundenheit mit anderen auf der Bühne und im Club sowie die Einsamkeit zu Hause.

Pop zwischen Club und Intimität

Troye Sivan verbindet auf „She’s the Best“ zwei Seiten zeitgenössischer Popkultur: körperliche Selbstbestimmung im Club und die private Suche nach emotionaler Verbindlichkeit. Diese Verbindung ist für seine öffentliche Wirkung zentral, weil Sivan queere Erfahrungen nicht nur als Provokation, sondern auch als Alltag, Unsicherheit und Wunsch nach Nähe beschreibt.

Das Album erscheint in einer Phase, in der Popmusik zugleich stark von Dancefloor-Produktionen, persönlicher Selbsterzählung und visueller Inszenierung geprägt ist. Sivan nutzt diese Elemente, um unterschiedliche Lebenssituationen nebeneinanderzustellen: ausgelassenes Tanzen, sexuelles Begehren, Erinnerungen an frühere Beziehungen und die Vorstellung einer künftigen Partnerschaft.

Queere Sichtbarkeit als Popthema

Seit seinem öffentlichen Coming-out 2013 gehört Sivan zu einer Generation queerer Künstler, die gleichgeschlechtliches Begehren selbstverständlich in den Mittelpunkt massentauglicher Popmusik rückt. Seine Reichweite über die queere Community hinaus zeigt, dass diese Perspektive längst Teil des internationalen Mainstreams ist.

Für das Publikum liegt die Bedeutung des Albums deshalb nicht allein in einzelnen Clubhits. Die zwölf Songs erzählen auch davon, wie ein globaler Popstar mit Reisen, öffentlicher Aufmerksamkeit und persönlichen Erwartungen umgeht. Der wiederkehrende Wunsch nach einem festen Partner setzt der glamourösen Oberfläche eine verletzliche, alltägliche Ebene entgegen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Tagesspiegel: „Single Troye Sivan: Irgendwas mache ich falsch“ (07.10.2026)

Der Bericht hebe stärker als die Albumvorstellung Sivans Privatleben und seinen Wunsch nach einer festen Beziehung hervor. Sivan erkläre, das viele Reisen erschwere den Beginn einer Partnerschaft, und zeige sich bereit, seinen Lebensstil für eine spätere Familiengründung zu verändern. Damit bestätige der Artikel die im Album beschriebene Sehnsucht nach Nähe, setze den Schwerpunkt aber auf konkrete Lebensplanung statt auf die musikalische Verbindung von Clubnächten und Einsamkeit.

Medienübergreifend stehe damit der Kontrast zwischen Sivans öffentlichem Partyleben und seinem Wunsch nach Verbindlichkeit im Mittelpunkt. Offen bleibe, wie stark dieser persönliche Wandel seine künftige Musik und seine Entscheidung für oder gegen ein Leben auf Tour prägen werde.

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