Tom Cruise, Digger

Tom Cruise als Ölbaron: „Digger“ soll ihn zum Oscar führen

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 06:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Tom Cruise spielt in Alejandro González Iñárritus „Digger“ einen exzentrischen Ölbaron, der eine selbst ausgelöste Katastrophe stoppen soll. Der Film startet am 1. Oktober in Deutschland und könnte dem Action-Star eine neue Oscar-Chance eröffnen.

  • Tom Cruise ist in «Digger» kaum wiederzuerkennen. - Bild: -/Warner Bros. Entertainment Inc./dpa
    Tom Cruise ist in «Digger» kaum wiederzuerkennen. - Bild: -/Warner Bros. Entertainment Inc./dpa
  • Tom Cruise zeigt sich in «Digger» von einer ganz anderen Seite. (Archivbild) - Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa
    Tom Cruise zeigt sich in «Digger» von einer ganz anderen Seite. (Archivbild) - Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa
  • Sandra Hüller ist als Halbschwester von Rockwell zu sehen. (Archivbild) - Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa
    Sandra Hüller ist als Halbschwester von Rockwell zu sehen. (Archivbild) - Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa
  • Der Cast von «Digger» bei der Weltpremiere in London. (Archivbild) - Bild: Scott Garfitt/Invision/dpa
    Der Cast von «Digger» bei der Weltpremiere in London. (Archivbild) - Bild: Scott Garfitt/Invision/dpa
Tom Cruise ist in «Digger» kaum wiederzuerkennen. - Bild: -/Warner Bros. Entertainment Inc./dpa Tom Cruise zeigt sich in «Digger» von einer ganz anderen Seite. (Archivbild) - Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa Sandra Hüller ist als Halbschwester von Rockwell zu sehen. (Archivbild) - Bild: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa Der Cast von «Digger» bei der Weltpremiere in London. (Archivbild) - Bild: Scott Garfitt/Invision/dpa

Tom Cruise zeigt sich in „Digger“ als exzentrischer Ölbaron mit Bauchansatz, schütterem grauem Haar und einer schwer erkrankten Katze an seiner Seite.

Eine Rolle jenseits des Action-Images

In der grotesken Komödie des Oscar-Preisträgers Alejandro González Iñárritu spielt Cruise den mächtigen Geschäftsmann Digger Rockwell. Der skrupellose Unternehmer löst durch seine Ölbohrungen eine globale Katastrophe aus und soll sie auf Druck des US-Präsidenten wieder eindämmen.

Eine massive Eisplatte bewegt sich auf Europa zu und könnte Tsunamis auslösen, bei denen Hunderttausende Menschen sterben. Der Film verlässt nach rund 30 Minuten die Richtung, die der Trailer nahelegt, und entwickelt sich zu einem überspitzten Kommentar auf Größenwahn, politische Kommunikation und den Versuch, die Natur zu beherrschen.

Krisenmanagement als Farce

Bei einer internationalen Krisenbesprechung geht es den Verantwortlichen nicht nur um eine Lösung, sondern auch um die öffentliche Darstellung der Katastrophe. Sie beraten, welche Begriffe vermieden werden sollten und wie sich das Narrativ zugunsten der Beteiligten formen lässt.

Cruise verkörpert Rockwell als narzisstischen Machtmenschen, der seine Ölbohrungen als Beitrag zur Freiheit verteidigt und zugleich als Retter erscheinen will. Die Figur wird durch absurde und teils vulgäre Momente zusätzlich überzeichnet.

Sandra Hüller als Halbschwester

Sandra Hüller spielt Rockwells impulsive Halbschwester und Geschäftspartnerin, die ihn wegen der Katastrophe zur Rede stellt. Zu den weiteren Darstellern gehören Riz Ahmed als Wissenschaftler, John Goodman als cholerischer US-Präsident, Jesse Plemons und Emma D’Arcy.

Der deutsche Kinostart ist für den 1. Oktober geplant. Die ersten Reaktionen fielen unterschiedlich aus; der Film könnte das Publikum spalten.

Oscar-Chancen für Tom Cruise?

Für Iñárritu ist „Digger“ der erste englischsprachige Film seit „The Revenant – Der Rückkehrer“ von 2015. Cruise war bislang viermal für einen Oscar nominiert, unter anderem für „Geboren am 4. Juli“, „Jerry Maguire – Spiel des Lebens“ und „Magnolia“ sowie als Produzent von „Top Gun: Maverick“.

Gewonnen hat er bislang nicht. 2025 erhielt Cruise einen Ehren-Oscar. Ob seine bewusst groteske Darstellung in „Digger“ nun eine weitere Nominierung ermöglicht, hängt auch davon ab, wie die polarisierende Inszenierung in Hollywood bewertet wird.

Ein ungewöhnlicher Oscar-Kandidat

„Digger“ markiert für Tom Cruise einen deutlichen Kontrast zu seinen großen Actionrollen. Der 64-Jährige ist bislang viermal für einen Oscar nominiert gewesen, erhielt die Auszeichnung aber nicht; 2025 bekam er einen Ehren-Oscar. Mit Alejandro González Iñárritu arbeitet Cruise nun mit einem Regisseur, dessen Filme bereits mehrfach Schauspielpreise hervorgebracht haben.

Der Film verbindet eine groteske Komödie mit Themen, die über das klassische Katastrophenkino hinausweisen. Ein mächtiger Ölunternehmer löst durch seine Bohrungen eine globale Krise aus und versucht anschließend, die öffentliche Deutungshoheit zu gewinnen. Damit rückt „Digger“ Fragen nach Verantwortung, politischer Kommunikation und dem Umgang mit menschengemachten Umweltgefahren ins Zentrum.

Kinostart und deutsche Perspektive

Der deutsche Kinostart ist für den 1. Oktober vorgesehen. Für das Publikum ist besonders die Verbindung aus internationalem Star, preisgekröntem Regisseur und Sandra Hüller relevant, die als Rockwells Halbschwester und Geschäftspartnerin auftritt. Ihre Rolle ist kleiner als die von Cruise, gehört aber zu den auffälligen deutschen Anknüpfungspunkten des Films.

Die stark unterschiedlichen Reaktionen können die Oscar-Debatte zugleich fördern und begrenzen: Ein polarisierender Film erzeugt Aufmerksamkeit, garantiert aber keine breite Zustimmung. Entscheidend wird sein, ob Cruises bewusst groteske Darstellung in der Preis-Saison als schauspielerische Überraschung oder vor allem als Teil der satirischen Überzeichnung wahrgenommen wird.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „Impressionisten und abgedrehte Bohrer: Die besten Kultur-Highlights in Europa diese Woche“ (28.09.2026)

Der Bericht ordne „Digger“ als satirische Komödie ein und hebe Cruises Darstellung eines exzentrischen Öl-Tycoons hervor, dessen Bohrungen eine globale Umweltkatastrophe auslösten. Anders als die dpa-Besprechung betone der Artikel stärker die Rettungsmission der Figur und bezeichne Cruises Leistung als vermutlich Oscar-nominiert; offen bleibe, wie der Film insgesamt aufgenommen werde.

Übergreifend bestätige der Bericht den Kinostart, die Beteiligung von Sandra Hüller und die ungewöhnliche Rolle von Tom Cruise. Einen eigenständigen Bewertungsmaßstab für die Oscar-Chancen liefere er jedoch nicht.

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