Sylvester Stallone, Bulimie

Sylvester Stallone spricht über Bulimie und Panikattacken während seiner «Rambo»-Zeit

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 07:14 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Sylvester Stallone berichtet in einem Interview über Bulimie während seiner «Rambo»-Zeit und wiederkehrende Panikattacken. Für die Rollen als Rambo und Rocky habe er seinen Körper massiv belastet.

Stallone bereut, was er seinem Körper angetan hat. (Archivbild) - Bild: Andrew Lahodynskyj/Canadian Press via ZUMA Press/dpa
Stallone bereut, was er seinem Körper angetan hat. (Archivbild) - Bild: Andrew Lahodynskyj/Canadian Press via ZUMA Press/dpa

Sylvester Stallone hat nach eigenen Angaben in jüngeren Jahren an Bulimie gelitten und während seiner «Rambo»-Zeit seinen Körper extrem belastet.

Extreme Vorbereitung für Rambo

Der heute 80-Jährige sagte der «New York Times», sein Körper sei auf dem Höhepunkt seiner Karriere eine Art Rüstung gewesen. Die Figur Rambo habe im Vergleich zum Boxer Rocky animalischer, wilder, aggressiver und zugleich geschmeidig und athletisch wirken sollen.

Die Vorbereitung sei zu einer schlimmen Obsession geworden. «Es ging so weit, dass ich bulimisch wurde», sagte Stallone. Beim Dreh zu «Rocky III» sei sein Körperfettanteil auf 2,6 Prozent gesunken; zudem habe er nichts bei sich behalten können.

Neun Rückenoperationen

Stallone bezeichnete den Umgang mit seinem Körper als «zwanghafte Körperanbetung». Eine solche körperliche Entwicklung sei ohne Hilfsmittel und Drogen nicht möglich; man müsse Steroide nehmen, sagte er.

Mit Blick auf seine Karriere erklärte der Schauspieler: «Ich habe meinen Körper missbraucht.» Er habe neun Rücken- und zwei Schulteroperationen sowie mehrere Eingriffe an der Halswirbelsäule hinter sich. Heute sei er noch einigermaßen in Form, nehme dafür aber viele Tabletten.

Erste Panikattacke mit 36

In dem Interview berichtete Stallone außerdem von wiederkehrenden Panikattacken. Die erste habe er im Alter von 36 Jahren erlebt, als er sich Rohmaterial von Filmaufnahmen angesehen habe.

Er sei plötzlich aufgestanden, habe Hitze verspürt und gedacht: «Ich sterbe. Das war's. Jetzt ist es vorbei mit mir.» Danach sei er zusammengeklappt; die Attacken hätten sich wiederholt.

Durchbruch mit Rocky

Stallones Durchbruch kam mit dem von ihm geschriebenen Boxerfilm «Rocky». Weil seine Schauspielkarriere zuvor nur schleppend vorangekommen war, schrieb er sich die Rolle des Rocky Balboa selbst auf den Leib.

Der Film wurde 1977 mit zehn Oscar-Nominierungen zur Überraschung des Wettbewerbs. Ausgezeichnet wurde er als bester Film; zudem erhielt er Oscars für Regie und Schnitt.

Körper als Erfolgsfaktor

Stallones Schilderungen verweisen auf den hohen körperlichen Preis, den viele Actionrollen im Hollywood-Kino der 1980er-Jahre verlangten. Für Figuren wie Rocky Balboa und John Rambo gehörten sichtbare Muskelmasse, geringe Körperfettwerte und extreme Athletik zum Rollenbild. Der Körper wurde damit nicht nur zum Ausdruck der Figur, sondern auch zu einem zentralen Bestandteil der Vermarktung.

Die berichtete Bulimie macht zugleich deutlich, dass die Grenze zwischen diszipliniertem Training und krankhaftem Essverhalten überschritten werden kann. Essstörungen sind psychische Erkrankungen; sie lassen sich nicht auf Eitelkeit oder reine Willensschwäche reduzieren. Besonders problematisch sind Vorbilder, die extreme körperliche Veränderungen als selbstverständlich oder dauerhaft erreichbar erscheinen lassen.

Langzeitfolgen und öffentliche Wirkung

Die genannten Operationen und die wiederkehrenden Panikattacken verbinden körperliche Überlastung mit psychischem Druck. Für das Publikum liegt die Bedeutung des Interviews deshalb nicht nur in der Biografie eines Actionstars, sondern auch in der Offenheit über Erkrankungen, die im Umfeld von Leistung, Ruhm und Körperidealen häufig verborgen bleiben.

Stallones Aussagen können die Debatte darüber verstärken, wie Filmproduktionen mit körperlichen Anforderungen umgehen. Zugleich bleibt zwischen einer persönlichen Erfahrung und allgemeinen Schlussfolgerungen zu unterscheiden: Nicht jede intensive Vorbereitung führt zu einer Essstörung oder dauerhaften Schäden. Entscheidend sind medizinische Begleitung, realistische Anforderungen und ein verantwortungsvoller Umgang mit psychischer Gesundheit.

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