Ski Aggu verbietet Handys bei Tour in zehn Städten
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 06:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSki Aggus Tour führt zu handyfreien Shows
- Der Rapper August Jean Diederich kündigte das Verbot bei der Tourankündigung an.
- Die Insider Tour startet im Februar in Rostock und umfasst zehn Städte.
- Die Auftritte finden in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt.
Ski Aggu plant Handyverbot für Tour 2027
Der Berliner Rapper Ski Aggu will bei seiner kommenden Tour das Handyverbot im Publikum durchsetzen. Die sogenannte Insider Tour startet im Februar in Rostock und führt ihn für Auftritte in zehn Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Rapper will Publikum zum Abschalten bringen
Ski Aggu, der bürgerlich August Jean Diederich heißt und stets mit Skibrille auftritt, sagte der Deutschen Presse-Agentur, er sei selbst eine „absolut handysüchtige Person“. Gerade deshalb müsse man sich zu seinem Glück zwingen, indem Handys auf Konzerten verboten würden.
Viele Besucher filmen bei Auftritten mit ihren Smartphones. Ski Aggu findet, die „kollektive Nutzung“ sei so stark geworden, dass sich Menschen wieder nach einem Ort sehnten, an dem sie abschalten könnten – einschließlich ihrer Handys.
Neue Musik und zehn Städte
Eine Woche vor der Meldung erschien sein neues Album „Ski Aggu Musik“. Mit den Songs geht der Rapper 2027 auf Tour und spielt im Februar und März Shows für seine treuesten Fans.
Die Tourankündigung vor wenigen Tagen enthielt bereits den Hinweis auf das Handyverbot. Ski Aggu zählt zu den Künstlern mit großer Reichweite in sozialen Medien und ist mit Videos mehrfach viral gegangen.
Umsetzung soll auf Vertrauen beruhen
Grundsätzlich habe er nichts gegen Handys im Publikum, erklärte Ski Aggu. Er filme selbst gerne Momente bei Shows, wolle die geplante Regel aber auf Vertrauensbasis umsetzen und gehe davon aus, dass die Besucher sie respektierten.
Auch bei Konzerten anderer Künstler sind Smartphones teilweise tabu. Genannt werden unter anderem Auftritte von Bob Dylan und Phoebe Bridgers; eine gemeinsame Tour von RIN und Schmyt trug den Titel „No Phones Allowed“.
Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der Smartphones Konzerte nicht nur dokumentieren, sondern den Ablauf des Abends prägen: Das Publikum filmt, kommuniziert und veröffentlicht gleichzeitig. Für Künstler entsteht dadurch ein Spannungsfeld zwischen unmittelbarer Bühnenwirkung und einer Veranstaltung, deren Eindrücke über soziale Netzwerke weiterverbreitet werden.
Ein handyfreier Konzertort verspricht vor allem mehr Aufmerksamkeit im Saal. Besucher sehen die Bühne ohne hochgehaltene Displays, reagieren unmittelbarer und behalten den Abend stärker als gemeinsames Erlebnis in Erinnerung. Für Ski Aggu ist die Entscheidung zugleich ein bewusster Kontrast zu seiner eigenen starken Präsenz in sozialen Medien.
Vertrauen statt technischer Kontrolle
Die Umsetzung auf Vertrauensbasis unterscheidet sich von Konzepten, bei denen Smartphones in verschlossenen Hüllen verwahrt werden. Das senkt den organisatorischen Aufwand, lässt die Einhaltung aber vom Verhalten des Publikums abhängen. Aus Sicht der Besucher bleibt damit auch die Frage offen, wie Veranstalter mit Ausnahmen oder Regelverstößen umgehen.
Dass ähnliche Regeln bereits bei Konzerten anderer Künstler eingesetzt werden, zeigt: Das Thema ist nicht auf Rap beschränkt. Die Tour wird damit auch zu einem praktischen Test, ob Fans den Verzicht akzeptieren, wenn er als Beitrag zu einer konzentrierteren Live-Erfahrung begründet wird.
