Sebastian Fitzek, Instagram

Sebastian Fitzek warnt Erwachsene vor Instagram-Vergleichen

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 07:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Berliner Schriftsteller Sebastian Fitzek warnt vor inszenierten Darstellungen auf Instagram. Er sagt, Eltern müssten Kindern erklären, dass solche Beiträge Unterhaltung sein können und kein Maßstab für das eigene Leben sind.

Fitzeks Rat an Familien

  • Der Berliner Schriftsteller Sebastian Fitzek spricht über den Umgang seiner Kinder mit Instagram-Inhalten.
  • Fitzek hat fünf Kinder und erklärt ihnen, dass Beiträge in sozialen Medien nicht automatisch die Realität zeigen.
  • Sein neuer Psychothriller „Der Nachtzug“ ist vor einigen Tagen erschienen.
Autor Sebastian Fitzek hat seinen neuen Thriller «Der Nachtzug» herausgebracht. (Archivbild) - Bild: Britta Pedersen/dpa

Fitzek warnt vor Instagram als vermeintlicher Realität

Autor Sebastian Fitzek (55) sorgt sich nach eigenen Worten, dass selbst manche Erwachsene inszenierte Inhalte in sozialen Medien wie Instagram als real ansehen. „Bei Instagram denken Leute, das ist wirklich real und vergleichen sich damit“, sagte Fitzek der Deutschen Presse-Agentur.

Einigen seiner Kinder müsse er erklären, dass das, was sie in sozialen Medien sähen, Fantasie sei und nichts mit der Realität zu tun habe. Das müsse er aber auch Erwachsenen sagen, betonte der Berliner Schriftsteller.

Vergleich mit Influencerinnen

Als Beispiel nannte Fitzek Frauen, die sich fragten, wie eine Influencerin mehrere Kinder und die Haushaltsarbeit schaffe und zugleich teure Handtaschen besitze. Er verglich solche Darstellungen mit einem Hollywoodfilm: Niemand frage schließlich, warum Brad Pitt beim Aussteigen aus einem Lamborghini stets einen Parkplatz vor seiner Wohnung habe.

Der Vergleich mit solchen Inhalten sei demnach ein Vergleich mit Hollywood und nicht mit dem wirklichen Leben. Fitzek sagte, die fehlende Distanz zu inszenierten Beiträgen beunruhige ihn gerade deshalb, weil auch Erwachsene sie nicht als künstlich erkennten.

Was Fitzek seinen Kindern rät

Seinen Kindern sage er, Inhalte in sozialen Medien seien im besten Fall Unterhaltung. Sie dürften auf keinen Fall anfangen, sich damit zu vergleichen, sagte Fitzek. Sonst könne man sich ebenso gut mit einem Marvel-Comic vergleichen.

Neuer Psychothriller erschienen

Fitzek hat vor einigen Tagen seinen neuen Psychothriller „Der Nachtzug“ herausgebracht. Mit seinen Büchern landet er regelmäßig an der Spitze der Bestsellerlisten.

Der Herbst-Vorgänger „Der Nachbar“ wurde nach Angaben von Media Control zum meistgelesenen gebundenen Buch 2025. Fitzek lebt in Berlin und hat fünf Kinder.

Fitzeks Hinweis zielt auf ein verbreitetes Problem digitaler Medien: Auf Instagram werden Alltag, Familienleben und Wohlstand häufig als sorgfältig kuratierte Ausschnitte gezeigt. Werbung, Inszenierung und Auswahl bleiben dabei oft unsichtbar. Wer solche Darstellungen als vollständiges Abbild versteht, kann die eigene Lebenssituation mit einem künstlich verdichteten Ideal vergleichen.

Die Aussage betrifft nicht nur Kinder und Jugendliche. Erwachsene begegnen denselben Mechanismen, wenn Influencerinnen oder Influencer scheinbar mühelos Beruf, Familie, Haushalt und Konsum verbinden. Besonders wirksam ist der Vergleich, weil soziale Netzwerke persönliche Nähe suggerieren, obwohl Beiträge meist geplant, bearbeitet und auf Reichweite oder Vermarktung ausgerichtet sind.

Medienkompetenz im Familienalltag

Für Eltern folgt daraus eine doppelte Aufgabe: Sie müssen Kindern erklären, dass digitale Inhalte nicht automatisch Wirklichkeit abbilden, und zugleich das eigene Nutzungsverhalten reflektieren. Hilfreich sind konkrete Fragen nach Perspektive, Auswahl, Bearbeitung, Werbeinteressen und dem Zweck eines Beitrags. Auch das bewusste Begrenzen belastender Vergleichsinhalte kann den Druck reduzieren.

Fitzeks neue Veröffentlichung „Der Nachtzug“ liefert den unmittelbaren Anlass für seine Gespräche mit der dpa. Die Debatte über inszenierte Online-Welten reicht jedoch weit über Buchwerbung hinaus: Sie berührt Selbstbild, Konsumentscheidungen und den Umgang mit Bildern, deren Entstehung und Absicht für Nutzer nicht immer erkennbar sind.

NDR: „Vom Grauen im Nachtzug: Buchautor Fitzek liest in Heide“ (24.10.2026)

Der Beitrag stellt Fitzeks neuen Thriller und eine Lesung in Heide in den Mittelpunkt. Er bestätigt damit den aktuellen Buchbezug der dpa-Meldung, behandelt Fitzeks Einschätzung zu Instagram jedoch nicht.

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