Piers Morgan will Charles Spencer wegen Diana-Buch verklagen
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 15:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der britische Journalist und Moderator Piers Morgan (61) will den Bruder von Prinzessin Diana, Charles Spencer (62), wegen eines sachlichen Fehlers in dessen neuem Buch über seine Schwester verklagen.
Fehler bei «Daily Mirror»
Spencer erweckt in dem in dieser Woche veröffentlichten Buch «Swan Song. Diana, meine Schwester» den Eindruck, Morgan habe 1993 als Chefredakteur des «Daily Mirror» die Veröffentlichung heimlich aufgenommener Fotos von Diana im Gymnastik-Outfit verantwortet.
Tatsächlich wurde Morgan erst 1995 an die Spitze des linken Boulevardblatts berufen. Spencer räumte in einem Interview einen «kleinen Fehler» ein und kündigte an, ihn in einer zweiten Auflage zu korrigieren.
Morgan fordert Vernichtung der ersten Auflage
Eine Entschuldigung reiche nicht aus, sagte Morgan dem Nachrichtensender Sky News. Er forderte, die gesamte erste Auflage müsse eingestampft werden.
Darüber hinaus wolle Morgan die faktische Richtigkeit weiterer Passagen des Buches vor Gericht prüfen lassen. Der Journalist gehört zu den bekanntesten und umstrittensten Persönlichkeiten der britischen Medienlandschaft.
Bekannter Streit mit Meghan
Morgan sorgte unter anderem mit scharfer Kritik an Herzogin Meghan für Schlagzeilen. Nach eigener Darstellung standen beide früher in einem freundschaftlichen Verhältnis; nachdem Meghan Prinz Harry kennengelernt habe, sei der Kontakt abgebrochen.
Über diesen Bruch beschwerte sich Morgan wiederholt öffentlich und kritisierte Meghan scharf, was ihm ebenfalls viel Kritik einbrachte.
Ein Buch im historischen Schatten
Charles Spencers «Swan Song. Diana, meine Schwester» erscheint in einer Phase, in der das öffentliche Interesse an der Prinzessin ungebrochen ist. Im August 2027 jährt sich ihr Tod zum 30. Mal; Gedenkveranstaltungen und weitere Projekte dürften die Aufmerksamkeit auf ihre Biografie und das britische Königshaus erneut verstärken.
Das Buch beschränkt sich nicht auf persönliche Erinnerungen an Diana, sondern greift auch Konflikte innerhalb der königlichen Familie auf. Besonders brisant sind Darstellungen aus der Zeit nach Dianas Tod 1997. Die schnelle und ungewöhnlich scharfe Reaktion des Palasts zeigt, dass die damaligen Ereignisse für die Monarchie weiterhin politisch und reputativ sensibel sind.
Rechtliche und mediale Folgen
Morgans angekündigte Klage verschiebt den Streit von der publizistischen Auseinandersetzung auf eine rechtliche Ebene. Im Mittelpunkt steht zunächst der konkrete Fehler zur Funktion Morgans beim «Daily Mirror»; darüber hinaus will er weitere Passagen prüfen lassen. Für den Verlag könnte das Folgen für Korrekturen, Nachdrucke und den Umgang mit der ersten Auflage haben.
Für Leserinnen und Leser ist entscheidend, zwischen nachprüfbaren biografischen Angaben, Erinnerungen von Zeitzeugen und interpretierenden Schilderungen zu unterscheiden. Gerade bei Ereignissen, die Jahrzehnte zurückliegen, können Formulierungen in einem viel beachteten Buch die öffentliche Wahrnehmung prägen, auch wenn eine gerichtliche Prüfung noch aussteht.
