Bundespräsident, Hape Kerkeling

Petition für Hape Kerkeling als Bundespräsident: Entertainer bleibt unentschlossen

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 05:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Entertainer Hape Kerkeling reagiert zurückhaltend auf eine Online-Petition, die ihn als möglichen Bundespräsidenten vorschlägt, und äußert sich zugleich besorgt über den AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt. Die Petition hat bereits mehr als 144.000 Unterzeichner gesammelt.

Einige Menschen wollen Hape Kerkeling als Bundespräsidenten sehen. (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa
Einige Menschen wollen Hape Kerkeling als Bundespräsidenten sehen. (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa

Hape Kerkeling zeigt sich unentschlossen, ob er ein Angebot für das Amt des Bundespräsidenten annehmen würde.

Zurückhaltende Antwort im niederländischen Fernsehen

In der niederländischen Fernsehsendung "Buitenhof" erklärte der Entertainer und Komiker, dass ihn bislang niemand gefragt habe, ob er Bundespräsident werden wolle. Er habe deshalb noch keine Antwort auf die Frage, ob er das Amt annehmen würde. Hintergrund ist eine seit einiger Zeit laufende Online-Petition, die Kerkeling für das höchste Staatsamt vorschlagen soll.

Petition mit mehr als 144.000 Unterstützern

Die Petition wird über die Plattform der Kampagnenorganisation Campact verbreitet und hat mittlerweile mehr als 144.000 Unterzeichner gewonnen. Kerkeling, der 61 Jahre alt ist, sagte, er habe sich in seinem Leben nie vorstellen können, in diesem Amt gesehen zu werden. Zugleich betonte er, es wäre sehr schwer, Bundespräsident von Deutschland zu werden, und möglicherweise sei für ihn die Rente besser als das Präsidentenamt – auch wenn es eine große Ehre wäre.

Sorge über AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt

In der Sendung sprach Kerkeling auch über den Erfolg der AfD bei der Wahl in Sachsen-Anhalt. Das Ergebnis habe ihm Angst gemacht, berichtete er. Er verwies auf wirtschaftliche und soziale Probleme in dem Bundesland und darauf, dass die hohen Erwartungen aus der Zeit der Wiedervereinigung nicht erfüllt worden seien.

Warnung vor Unfreiheit und Vertrauen in das Grundgesetz

Unverständlich sei für ihn, dass so viele Menschen die Lösung ihrer Probleme ausgerechnet von dieser Partei erwarteten und dafür Unfreiheit riskierten. Mut mache ihm jedoch, dass nach seiner Einschätzung weiterhin die Mehrheit der Deutschen überzeugte Demokraten sei. Die Grundlage der politischen Ordnung in Deutschland sei das Grundgesetz, und dieses Grundgesetz sei stark, sagte Kerkeling.

Symbolische Debatte über das höchste Staatsamt

Die Petition für Hape Kerkeling als Bundespräsident berührt zentrale Fragen zur Rolle des Staatsoberhaupts in Deutschland. Das Amt ist repräsentativ, soll über Parteipolitik stehen und gesellschaftlichen Zusammenhalt stiften. Dass ein populärer Entertainer dafür vorgeschlagen wird, verweist auf das Bedürfnis vieler Menschen nach einer Persönlichkeit, die als nahbar, humorvoll und zugleich werteorientiert gilt. Kerkeling selbst reagiert zurückhaltend und betont die Schwere des Amtes – damit markiert er die Grenze zwischen sympathischem Gedankenspiel und realer Verantwortung.

Unzufriedenheit, Ost-West-Spannungen und Protestwahl

Besonders aufschlussreich ist Kerkelings Einordnung der AfD-Erfolge in Sachsen-Anhalt. Er verweist auf wirtschaftliche und soziale Probleme sowie auf Erwartungen aus der Zeit der Wiedervereinigung, die lange nicht erfüllt wurden. Diese Punkte stehen exemplarisch für strukturelle Ost-West-Unterschiede, die sich bis heute in Einkommen, Infrastruktur und politischen Einstellungen zeigen. Wenn Menschen ihre Enttäuschung in einer Wahlentscheidung bündeln, entsteht daraus nicht nur eine Protestbewegung, sondern auch ein Risiko für demokratische Institutionen – insbesondere dort, wo radikale Kräfte an Einfluss gewinnen.

Vertrauen in das Grundgesetz – Bedeutung für Leser

Gleichzeitig macht Kerkeling deutlich, dass er die Mehrheit der Deutschen als überzeugte Demokraten sieht und das Grundgesetz als stabile Basis der politischen Ordnung hervorhebt. Für Leserinnen und Leser unterstreicht dies, wie wichtig rechtliche und institutionelle Sicherungen sind, wenn demokratische Kultur unter Druck gerät. Die Debatte um seine Person als möglichen Bundespräsidenten bleibt vor allem symbolisch, verweist aber auf ein Kernanliegen: Das Staatsoberhaupt soll glaubwürdig für die Verfassungsordnung stehen und politische Spaltungen überbrücken. Kerkelings Aussagen zeigen, dass er diese Verantwortung ernst nimmt, auch ohne eine eigene Kandidatur in Aussicht zu stellen.

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