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Papst Leo XIV.: Weltgewissen in Krisenzeiten oder konservativer Kirchen-CEO? / BR-Doku zieht gemischte Bilanz nach einem Jahr

01.05.2026 - 10:00:03 | presseportal.de

München - Für die einen ist er das dringend benötigte Weltgewissen in Zeiten von Krieg und Krisen, für die anderen der Verwalter eines starren Systems namens katholischer Kirche - Papst Leo XIV. Ein Jahr nach seiner Wahl zieht die Dokumentation von Johannes Winkler eine erste Bilanz. Schon jetzt in der ARD Mediathek und am Sonntag, 3. Mai, um 13.15 Uhr im Ersten.

Papst Leo XIV.: Weltgewissen in Krisenzeiten oder konservativer Kirchen-CEO? / BR-Doku zieht gemischte Bilanz nach einem Jahr - Foto: presseportal.de
Papst Leo XIV.: Weltgewissen in Krisenzeiten oder konservativer Kirchen-CEO? / BR-Doku zieht gemischte Bilanz nach einem Jahr - Foto: presseportal.de

Ob Iran, Ukrainekrieg oder Nahost: Leo XIV. bietet Verhandlungen an, mahnt unermüdlich zum Frieden und versucht, hinter den Kulissen zu vermitteln. Beim Klimaschutz setzt er den Kurs seines Vorgängers fort, vor künstlicher Intelligenz warnt er mit Blick auf die Folgen für die Arbeitswelt und soziale Gerechtigkeit. Exorbitanten Reichtum kritisiert er scharf - und legt sich damit mit Superreichen wie Elon Musk an. In den USA gerät er wegen seiner Haltung zu Migration und Flüchtlingen mit der MAGA-Bewegung um Donald Trump aneinander.

So entdecken auch Menschen, die mit der Kirche wenig anfangen können, im Papst eine moralische Instanz. Gleichzeitig bleibt der Reformstau sichtbar: Die Weihe von Frauen steht derzeit nicht auf der Agenda von Leo XIV., auch Segensfeiern für homosexuelle Paare sieht er nicht - aus Sorge vor weiterer Polarisierung.

Sind also seine Predigten und Wortmeldungen bloß wohlfeile Sonntagsreden bei gleichzeitiger konservativer Restauration? Oder ein bewusst gebremstes Reformtempo, um außenpolitisch mehr Gewicht zu haben?

Parallel dazu entdecken libertäre und rechtsextreme Kräfte die katholische Kirche neu - gerade in ihrer traditionalistischen Form. Akteure wie J.D. Vance, Peter Thiel oder Steve Bannon beziehen sich auf sie und schießen zugleich gegen den Papst. Warum wirkt diese Kirche anziehend auf die neue Rechte - und weshalb wird Leo XIV. zur Reizfigur?

Stimmen aus Politik, Kirche und Entertainment

Komikerin Carolin Kebekus spricht in der Dokumentation über ihren Kirchenaustritt und erklärt, warum sie sich dennoch als gläubig versteht. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx, der als Papst-Macher gilt, gibt Einblicke in den "Maschinenraum" der Kirche und in die Wahl Leos XIV. Klimaaktivistin Luisa Neubauer bewertet die Rolle der Päpste beim Klimaschutz. Der Bundestagsvizepräsident der Linken und frühere Ministerpräsident von Thüringen Bodo Ramelow, der selbst evangelisch ist, und der katholische CSU-Europapolitiker Manfred Weber berichten von ihren Begegnungen mit Leo XIV. und seinen Vorgängern sowie vom Einfluss von Religion auf die Politik. Kirchenhistoriker Massimo Faggioli, der bis vor kurzem an jener Universität lehrte, an der Leo studierte, analysiert die gespaltene US-Kirche, den Aufstieg radikaler Kräfte und die Rolle der großen Tech-Giganten in diesem Gefüge.

Ausstrahlungsinfos:

Fotos unter www.br-foto.de; E-Mail: bildmanagement@br.de

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Wibke Heise
E-Mail: wibke.heise@br.de
Tel. +49 (0)89 5900-10554

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