Oktoberfest, München

Oktoberfest München: Bilderbuchstart mit Karussell-Schreck und Kreislaufproblemen für OB Krause

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 16:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Das 191. Oktoberfest ist unter weiß-blauem Himmel mit Hunderttausenden Gästen, prominenten Besuchern und einem kurzen Schreckmoment in einem Fahrgeschäft gestartet. Die Stadt setzt auf ein verschärftes Sicherheitskonzept mit Technik und internationalen Fahndern, während der neue Oberbürgermeister seine Anzapfpremiere feiert.

  • Auf eine friedliche Wiesn! - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Auf eine friedliche Wiesn! - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Dichtes Treiben auf dem Festgelände am ersten Tag.   - Bild: Felix Hörhager/dpa
    Dichtes Treiben auf dem Festgelände am ersten Tag. - Bild: Felix Hörhager/dpa
  • Fahrgeschäfte und weiß-blauer Himmel sorgten für gute Laune auf der Wiesn. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Fahrgeschäfte und weiß-blauer Himmel sorgten für gute Laune auf der Wiesn. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • CSU-Chef Söder schaut Krause beim Trinken zu. - Bild: Sven Hoppe/dpa
    CSU-Chef Söder schaut Krause beim Trinken zu. - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Die Vorfreude war riesig. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Die Vorfreude war riesig. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Eine Wiesn ohne Promis? Geht nicht. Hier lächeln Florian Silbereisen, Anna Ermakova und DJ Ötzi. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Eine Wiesn ohne Promis? Geht nicht. Hier lächeln Florian Silbereisen, Anna Ermakova und DJ Ötzi. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Der FC-Bayern feierte auf der Wiesn - mit dabei Expräsident Hoeneß - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Der FC-Bayern feierte auf der Wiesn - mit dabei Expräsident Hoeneß - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • 9.000 Trachtler ziehen durch die Stadt zum Festgelände.  - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    9.000 Trachtler ziehen durch die Stadt zum Festgelände. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • In dem Fahrgeschäft hingen manche Gäste für einige Minuten kopfüber fest. - Bild: Felix Hörhager/dpa
    In dem Fahrgeschäft hingen manche Gäste für einige Minuten kopfüber fest. - Bild: Felix Hörhager/dpa
Auf eine friedliche Wiesn! - Bild: Sven Hoppe/dpa Dichtes Treiben auf dem Festgelände am ersten Tag.   - Bild: Felix Hörhager/dpa Fahrgeschäfte und weiß-blauer Himmel sorgten für gute Laune auf der Wiesn. - Bild: Sven Hoppe/dpa CSU-Chef Söder schaut Krause beim Trinken zu. - Bild: Sven Hoppe/dpa Die Vorfreude war riesig. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Eine Wiesn ohne Promis? Geht nicht. Hier lächeln Florian Silbereisen, Anna Ermakova und DJ Ötzi. - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Der FC-Bayern feierte auf der Wiesn - mit dabei Expräsident Hoeneß - Bild: Sven Hoppe/dpa 9.000 Trachtler ziehen durch die Stadt zum Festgelände.  - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa In dem Fahrgeschäft hingen manche Gäste für einige Minuten kopfüber fest. - Bild: Felix Hörhager/dpa

Bei sonnigem Herbstwetter ist das 191. Münchner Oktoberfest mit Hunderttausenden Gästen, prominenten Auftritten und einem kurzen Schreckmoment in einem Fahrgeschäft gestartet.

Bilderbuchstart mit dichtem Gedränge

Allein am ersten Tag kamen nach Angaben der Festleitung rund 450.000 Besucher auf die Theresienwiese, insgesamt feierten am ersten Wochenende Hunderttausende friedlich und fröhlich. Trotz des üblichen dichten Gedränges auf dem Gelände berichten Polizei und Rettungskräfte von einem insgesamt ruhigen Verlauf. Mehrere Festzelte mussten wegen Überfüllung vorübergehend geschlossen werden, die ersten Gäste hatten bereits in der Nacht vor den Eingängen gewartet und waren nach Öffnung im Laufschritt zu ihren Lieblingszelten geeilt.

Karussell-Stopp sorgt für Schreckmoment

Für Aufsehen sorgte am ersten Tag das Fahrgeschäft «Predator», in dem die Besucher für einige Minuten kopfüber festhingen. Betreiber Willy Kaiser erklärte, dass der Evakuierungsplan etwa fünf Minuten in Anspruch genommen habe und die Fahrgäste rund 120 Sekunden über Kopf standen, bevor sie nacheinander aus den Sitzen geholt und auf den Boden gebracht wurden. Auslöser war ein Sensor, der das Karussell gestoppt hatte; dieser wurde ausgetauscht, der TÜV prüfte das Fahrgeschäft erneut ohne Beanstandung, sodass der Betrieb noch am Abend wieder aufgenommen werden konnte.

Verletzungen und Kreislaufprobleme

Vor allem Jugendliche klagten nach der Fahrt im «Predator» laut Wiesn-Sanitätern der Aicher Ambulanz über leichten Schwindel und Kreislaufprobleme. Ein Berliner Wiesn-Gast erlitt beim Armdrücken einen Armbruch. Insgesamt versorgte der Sanitätsdienst am ersten Tag rund 600 Patientinnen und Patienten, überwiegend wegen Alkoholvergiftungen, chirurgischer Verletzungen und Kreislaufproblemen.

Oberbürgermeister sagt Auftritt ab

Auch der neue Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause von den Grünen musste mit Kreislaufschwierigkeiten umgehen. Nach seinem gelungenen Wiesn-Auftakt sagte er das traditionelle Anzapfen in der Bräurosl beim Gay Sunday ab und ging nach Angaben seines Sprechers nach Hause, um am Montag wieder einsatzfähig zu sein. Seine Anstich-Premiere am Samstag hatte Krause zuvor souverän mit zwei Schlägen gemeistert, was ihm tosenden Applaus und Lob einbrachte – auch von CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder.

Politische Signale beim Bieranstich

Beim Auftakt im Schottenhamel sprach Wiesn-Chef Christian Scharpf von einem „Bilderbuchstart“ des Millionen-Spektakels und rechnete für das erste Wochenende mit knapp einer Million Gästen. Gleichzeitig nutzten Krause und Söder ihren gemeinsamen Auftritt, um ihre Zusammenarbeit bei der Bewerbung Münchens als deutsche Olympia-Stadt zu betonen. Beide wollen zur Entscheidung am 26. September nach Baden-Baden reisen, und für den Fall eines Zuschlags ist eine gemeinsame Fahrt in der Olympia Looping-Achterbahn im Gespräch.

Prominente Gäste in den Zelten

In den Zelten feierten zahlreiche Prominente mit. Spieler, Trainer und Verantwortliche des FC Bayern stießen im Käferzelt auf den torreichen Sieg gegen Union Berlin an, darunter auch der frühere Vereinspräsident Uli Hoeneß. Im Schottenhamel saßen unter anderem FC-Bayern-Star Joshua Kimmich mit seiner Frau Lina, Herzog Franz von Bayern und der Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, Lahav Shani, am Tisch des Oberbürgermeisters. Moderator Florian Silbereisen, DJ Ötzi, das Schlagerduo Marianne und Michael sowie Schauspieler Ralf Moeller mischten sich ebenfalls unter die Feiernden, Moeller zapfte in einem weiteren Zelt sein erstes Fass ebenfalls mit zwei Schlägen an.

Trachtlerzug und Traditionen

Der zweite Festtag stand im Zeichen der Tradition: Mehr als 9.000 Trachtler und Schützen zogen quer durch die Stadt zur Wiesn. Zehntausende säumten die Straßen und verfolgten den farbenprächtigen Zug mit Schützen, Brauereigespannen, Musikkapellen und Spielmannszügen bis zum Festgelände.

Nachgeschärftes Sicherheitskonzept

Nach gefährlichen Situationen auf der überfüllten Wiesn am zweiten Samstag des Vorjahres hat die Stadt München ihr Sicherheitskonzept ausgebaut. Eine neue Koordinierungsstelle auf dem Gelände beobachtet und bewertet die Besucherströme und kann bei Bedarf steuernd eingreifen. Mehr als 50 KI-gestützte Kameras sollen frühzeitig erkennen, wenn sich gefährliche Menschenansammlungen bilden, und an stark frequentierten Tagen ist ein sogenannter Crowdspotter im Einsatz, der die Ströme überwacht und bei Bedarf Durchsagen veranlasst.

Polizei und internationale Fahnder im Einsatz

Rund 600 Polizeibeamte und zahlreiche Ordner sind während des Festes rund um die Wiesn im Einsatz. Die Polizei sieht sich eigenen Angaben zufolge auch mit Blick auf jüngste Drohnen-Vorfälle gut vorbereitet. Die verstärkte internationale Zusammenarbeit bewährte sich bereits am ersten Abend: Spezialisierte Taschendiebfahnder aus Lissabon und Frankfurt am Main griffen bei einem Diebstahl und einer sexuellen Belästigung ein und nahmen Tatverdächtige vorläufig fest. Insgesamt registrierte die Polizei am ersten Tag etwa 55 Straftaten, etwas weniger als im Vorjahr.

Oktoberfest läuft bis Anfang Oktober

Das diesjährige Oktoberfest dauert bis zum 4. Oktober. Wie in den vergangenen Jahren werden mehr als sechs Millionen Besucher erwartet, die das Volksfest auf der Theresienwiese zu einem besonderen Höhepunkt im Münchner Veranstaltungskalender machen.

Oktoberfest als Massenevent mit besonderer Sicherheitslage

Das Oktoberfest ist mit jährlich mehr als sechs Millionen Besuchern eines der größten Volksfeste der Welt und zwingt die Stadt München zu einer laufenden Anpassung ihres Sicherheits- und Gesundheitskonzepts. Die dichten Menschenmengen, lange Aufenthaltszeiten und hoher Alkoholkonsum erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Unfällen, Kreislaufproblemen und Straftaten. Der ruhige Verlauf des ersten Wochenendes bei gleichzeitig hohen Besucherzahlen zeigt, dass Prävention und Einsatzkräfte aktuell gut ineinandergreifen.

Technik, Gesundheit und neue Überwachungstechnik

Der Zwischenfall im Fahrgeschäft «Predator», bei dem Gäste kurzzeitig kopfüber festhingen, macht deutlich, wie sehr der sichere Betrieb technischer Anlagen im Fokus steht. Die schnelle Evakuierung, der Austausch des Sensors und die erneute TÜV-Prüfung unterstreichen den Anspruch, Störungen transparent zu beheben, ohne den Betrieb des Volksfestes dauerhaft zu beeinträchtigen. Parallel dazu steht die Gesundheitsversorgung unter hoher Last: Rund 600 Behandlungen allein am ersten Tag – überwiegend wegen Alkohol, Verletzungen und Kreislaufproblemen – verdeutlichen die Belastung für Rettungsdienste. Die Kreislaufschwierigkeiten des Oberbürgermeisters fügen sich als prominentes Beispiel in dieses Bild ein, ohne den insgesamt positiven Auftakt zu schmälern.

Politische Bühne und neue Steuerung der Besucherströme

Das Zusammentreffen von Oberbürgermeister Dominik Krause und Ministerpräsident Markus Söder beim Anstich zeigt, dass das Fest trotz des Anspruchs einer „politikfreien Zone“ eine wichtige Bühne für Signale der Kooperation bleibt – etwa mit Blick auf die Olympia-Bewerbung Münchens. Zugleich reagiert die Stadt auf die Probleme des Vorjahres mit einem nachgeschärften Sicherheitskonzept, KI-gestützten Kameras und einer Koordinierungsstelle zur Besucherlenkung. Diese Instrumente sollen gefährliche Überfüllungen vermeiden und werden auf ihre Bewährung im Verlauf des Festes genau beobachtet. Für die Besucher bedeutet dies einerseits mehr Kontrolle, andererseits ein zusätzliches Sicherheitsnetz, das einen unbeschwerten Aufenthalt auf der Wiesn ermöglichen soll.

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