Neues „exactly“ vom MDR zum Thema: / „Neonazi-Konzerte und das Geschäft mit dem Hass – Kein Widerstand im Rechtsrockland?“
09.03.2026 - 11:49:01 | presseportal.de
Seit anderthalb Jahren betreibt der Neonazi Tommy Frenck im südthüringischen Brattendorf einen neuen Gasthof. Oft finden dreimal wöchentlich rechtsextreme Konzerte in dem kleinen Ort statt; im Gastraum prangt eine riesige Schwarze Sonne an der Decke, im Advent feiern Eltern mit ihren Kindern zur Musik eines Nazi-Liedermachers Kinderweihnacht. Die Behörden stellten den Umtrieben kaum etwas entgegen.
Dabei hatten sie Ende der 2010er Jahre den Neonazi-Großkonzerten in der Region ein vorläufiges Ende gesetzt: Nach einem jahrelangen Gerichtsverfahren um das Vorkaufsrecht der Gemeinde am „Goldenen Löwen“ hatte Frenck seinen alten Gasthof im benachbarten Kloster Veßra 2024 verlassen müssen. Gleichzeitig gewann die extreme Rechte in der Region parlamentarisch an Boden. Die in Thüringen als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD bekam bei der Landtagswahl 2024 im Landkreis Hildburghausen knapp 40 Prozent der Zweitstimmen. Bei den Kommunalwahlen im selben Jahr scheiterte Tommy Frenck vom rechtsextremen „Bündnis Zukunft Hildburghausen“ mit 30,5 Prozent erst in der Stichwahl.
Was viele nicht ahnten: Der Rechtsextremist und sein Geschäfts-Netzwerk hatten sich bereits Jahre zuvor eine größere Immobilie im nahen Brattendorf gesichert – unter den Augen der Behörden.
Bis zum Wechsel nach Brattendorf hatte Frenck fast ein Jahrzehnt lang in Südthüringen den Gasthof „Goldener Löwe“ betrieben. Der kleine Ort Kloster Veßra war zum Anlaufpunkt für die bundesweite Neonazi-Szene geworden. Rechtsextreme Festivals mit zum Teil mehreren tausend Teilnehmern brachten Thüringen internationale Schlagzeilen und den unrühmlichen Ruf als „Rechtsrockland“ ein. Von Anfang an wehrten sich die Demokratie-Bündnisse in der Region gegen den rechten Hass vor ihrer Haustür. Aus einer Handvoll engagierter Bürgerinnen und Bürger ist inzwischen mit dem „Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit Kloster Veßra“ eine verlässliche Anlaufstelle und ein Schutzraum für all jene entstanden, die sich offen gegen eine rechtsextreme Hegemonie in der Region stellen – und für ihren Mut Anfeindungen in Kauf nehmen.
Ein Film von Johanna Hemkentokrax.
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