Macklemore, Ed Sheeran

Nach „Free Palestine“-Rufen: Ed Sheeran streicht Macklemore aus Tourprogramm

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 20:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

US-Rapper Macklemore wird nach propalästinensischen Äußerungen nicht mehr als Support-Act bei Ed Sheerans „The Loop Tour“ auftreten. Pro-israelische Aktivisten hatten zuvor Druck auf den Popstar aufgebaut.

Macklemore wird nicht mehr als Vor-Act von Ed Sheeran auftreten. (Archivbild) - Bild: Britta Pedersen/dpa
Macklemore wird nicht mehr als Vor-Act von Ed Sheeran auftreten. (Archivbild) - Bild: Britta Pedersen/dpa

US-Rapper Macklemore ist nach propalästinensischen Äußerungen von der weiteren Teilnahme am Vorprogramm von Ed Sheerans „The Loop Tour“ ausgeschlossen worden.

Macklemore bestätigt Ausschluss von der Tour

Der Musiker teilte auf Instagram mit, Ed Sheeran und dessen Team hätten entschieden, ihn aus dem Line-up der Tour zu streichen. Die Entscheidung betrifft die weiteren Konzerte des britischen Popstars, bei denen Macklemore bislang als Support-Act aufgetreten war.

Nach Angaben des Tourveranstalters Messina Touring Group hätten mehrere Veranstaltungsorte zudem klargemacht, dass sie Konzerte mit Macklemore im Vorprogramm nicht akzeptierten. US-Medien griffen diese Aussagen auf und ordneten sie als Reaktion auf die jüngsten politischen Stellungnahmen des Rappers ein.

„Free Palestine“-Rufe bei Auftritten

Laut Medienberichten nutzte der 43-Jährige seine Auftritte bei Sheerans Tour in den USA, um deutlich Stellung zum Nahostkonflikt zu beziehen. Einer der Gründe für seine Teilnahme an der Tour sei nach eigenen Worten gewesen, bei großen Shows in den Vereinigten Staaten die Parole „Free Palestine“ öffentlich aussprechen zu können.

In einem Clip auf Instagram wandte sich Macklemore zudem explizit an jüdische Menschen. Kritik an der Politik Israels und an Zuständen, die er als Apartheid und Völkermord bezeichnete, solle demnach nicht als Kritik an Juden verstanden werden. Seine Botschaft richte sich nach seinen Worten auf Frieden, Liebe und gleiche Rechte sowie Würde für alle Menschen.

Petition setzt Ed Sheeran unter Druck

Auslöser für den eskalierenden Konflikt war eine Kampagne der Organisation Israeli-American Council (IAC). Sie startete eine Petition mit der Forderung, Macklemore von der Tour zu entfernen.

In der Petition wurde dem Rapper vorgeworfen, mit seinen Äußerungen antisemitische Stimmungen zu verstärken und einseitig gegen Israel Position zu beziehen. Der Aufruf richtete sich direkt an Ed Sheeran und sein Umfeld und forderte ein klares Zeichen gegen solche Auftritte. Der Ausschluss Macklemores aus dem Vorprogramm der Tour steht in diesem zeitlichen Zusammenhang.

Tour wird ohne Macklemore fortgesetzt

Ed Sheerans „The Loop Tour“ soll nach der Entscheidung ohne den US-Rapper als Support-Act weiterlaufen. Konkrete Angaben zu möglichen Ersatzkünstlern lagen zunächst nicht vor. Macklemore selbst verband seine Bekanntmachung des Ausschlusses mit der erneuten Bekräftigung seiner politischen Haltung.

Konflikt um Gaza prägt erneut die Popkultur

Die Entscheidung, Macklemore aus dem Vorprogramm von Ed Sheerans „The Loop Tour“ zu streichen, steht in einer Reihe von Auseinandersetzungen, bei denen der Krieg in Gaza und der breitere Nahostkonflikt direkt in die internationale Popkultur hineinwirken. Seit den Angriffen der Hamas auf Israel und den folgenden Militäraktionen Israels im Gazastreifen geraten prominente Künstler immer wieder in die Kritik, wenn sie sich klar pro-palästinensisch oder pro-israelisch positionieren. Die Bühnen werden damit nicht nur zu Orten der Unterhaltung, sondern auch zu Schauplätzen politischer Botschaften.

Druck auf Veranstalter und Künstler nimmt zu

Bemerkenswert ist in diesem Fall, dass nicht nur der Hauptact und sein Team, sondern laut den Angaben des Tourveranstalters auch einzelne Veranstaltungsorte Einfluss auf das Line-up nehmen. Das zeigt, wie stark politischer Druck und Sorgen vor Protesten oder Boykottaufrufen mittlerweile in die Planung großer Tourneen hineinreichen. Pro-israelische Organisationen versuchen mit Petitionen, Auftritte zu verhindern, während pro-palästinensische Aktivisten Konzerte als Plattform sehen, um auf zivile Opfer und Menschenrechtsfragen aufmerksam zu machen. Für Veranstalter wird es zunehmend zu einer Risikoabwägung zwischen künstlerischer Freiheit, Sicherheit, öffentlicher Wahrnehmung und wirtschaftlichen Interessen.

Debatte über Grenzen politischer Botschaften auf der Bühne

Macklemores Aussagen zielen erklärtermaßen auf eine Trennung zwischen Kritik an der israelischen Regierung und Solidarität mit jüdischen Menschen ab. Die Kontroverse zeigt jedoch, wie schwer diese Differenzierung im aufgeheizten Umfeld des Nahostkonflikts vermittelbar ist. Für das Publikum stellt sich die Frage, wie viel explizite politische Botschaft ein Konzert tragen soll und wo Veranstalter Einschränkungen setzen. Die aktuelle Entwicklung könnte auch für andere internationale Tourneen zum Präzedenzfall werden: Wenn einzelne Städte oder Betreiber politische Positionierungen von Support-Acts nicht mittragen, müssen Künstler und Management künftig stärker damit rechnen, dass politische Statements direkte Auswirkungen auf ihre Präsenz auf großen Bühnen haben.

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