Österreich, Deutschland

Sarah Engels muss beim ESC als Zweite ran

15.05.2026 - 11:07:20 | dpa.de

Nach dem zweiten Halbfinale steht fest, welche Länder im ESC-Finale antreten. Sarah Engels muss am Samstag früh auf die Bühne – und der Auftritt nach ihr dürfte noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.

  • Sarah Engels kämpft am Samstag für Deutschland um eine gute ESC-Platzierung. - Foto: Jens Büttner/dpa
    Sarah Engels kämpft am Samstag für Deutschland um eine gute ESC-Platzierung. - Foto: Jens Büttner/dpa
  • Noam Bettan tritt beim Eurovision Song Contest für Israel an, die Teilnahme des Landes ist allerdings weiterhin umstritten. - Foto: Jens Büttner/dpa
    Noam Bettan tritt beim Eurovision Song Contest für Israel an, die Teilnahme des Landes ist allerdings weiterhin umstritten. - Foto: Jens Büttner/dpa
  • Das Lied «Choke me» der Rumänin Alexandra Capitanescu ist umstritten. - Foto: Jens Büttner/dpa
    Das Lied «Choke me» der Rumänin Alexandra Capitanescu ist umstritten. - Foto: Jens Büttner/dpa
Sarah Engels kämpft am Samstag für Deutschland um eine gute ESC-Platzierung. - Foto: Jens Büttner/dpa Noam Bettan tritt beim Eurovision Song Contest für Israel an, die Teilnahme des Landes ist allerdings weiterhin umstritten. - Foto: Jens Büttner/dpa Das Lied «Choke me» der Rumänin Alexandra Capitanescu ist umstritten. - Foto: Jens Büttner/dpa

Sarah Engels muss beim Finale des Eurovision Song Contests in Wien für Deutschland bereits als zweiter Act antreten. Dass sie mit ihrem Lied «Fire» beim Publikum Feuer entfachen kann, hat die Sängerin bereits im Halbfinale außer Konkurrenz gezeigt – Stimmen kann sie aber erst am Samstagabend sammeln. Ob die Zuschauer ihren Auftritt nach 23 weiteren Liedern noch in Erinnerung haben werden oder die Gedanken daran bei der Endabstimmung bereits erloschen sind, muss das große Finale zeigen.

Zumal der Auftritt nach Engels ESC-Final-Feuertaufe besonders im Fokus steht: Als Dritter in der Startreihenfolge wird Israels Noam Bettan mit «Michelle» auf der Bühne stehen. Israel ist zwar fest im ESC verankert und Mitglied der Europäischen Rundfunkunion (EBU), die den Musikwettbewerb veranstaltet. Wegen Israels Vorgehen im Gaza-Krieg steht die Teilnahme des Landes jedoch auch in der Kritik, fünf Länder boykottieren den diesjährigen Wettbewerb deswegen. Am Freitag und Samstag werden in Wien propalästinensische Kundgebungen erwartet.

Scharfe Kritik an den Boykott-Ländern aus Deutschland

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, warf den boykottierenden Ländern in der Sendung «Frühstart» von RTL und ntv vor, diese seien «kollektiv auf einem antisemitischen, antizionistischen Trip». Aus seiner Sicht benutze Israel den ESC nicht für Image-Werbung, sagte der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen.

Er und viele andere seien so angewidert von den antiisraelischen Protesten, dass sie beim ESC-solidarisch abstimmen würden, sagte Beck. «Und dann schicke ich halt 10 SMS für den Noam Bettan für seinen Song Michelle, weil ich diesen Leuten, diesen Boykotteuren, nicht das letzte Wort lassen würde.»

Griechischer Topfavorit muss auch früh ran

Griechenland – von Wettanbietern als einer der Topfavoriten gehandelt – muss wie Deutschland ebenfalls eher früh im Wettbewerb abliefern: Akylas wird mit «Ferto» als sechster Künstler auftreten. Finnland, ein weiterer Mitfavorit, ist mit dem 17. Platz in der Startreihenfolge deutlich später dran. 

Die Startnummer ist jedoch nicht alles: Die Abstimmung wird im Finale bereits kurz vor dem ersten Auftritt geöffnet, Vorjahressieger JJ holte den Titel für Österreich zudem vom neunten Startplatz. Dieses Jahr wird das Gastgeberland mit Cosmós Song «Tanzschein» in der Show als Letztes auftreten. 

Im Finale des ESC am Samstagabend kämpfen Musiktalente aus 25 Ländern um den Sieg. Voraussichtlich mehr als 150 Millionen Menschen vor den Bildschirmen verfolgen. Damit gilt der ESC als eines der größten Musikspektakel der Welt. 

Kontroverser Song und Powerballade mit guten Chancen

Zum Kreis der Favoriten zählen auch ein umstrittenes Würge-Lied und eine 90er-Jahre-Ballade: Die Rumänin Alexandra Capitanescu qualifizierte sich im zweiten Halbfinale am Donnerstagabend mit «Choke Me» («Würge mich») ebenso wie die Australierin Delta Goodrem mit ihrer Powerballade «Eclipse». 

Capitanescus Song hatte im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Die Sängerin hat den Vorwurf zurückgewiesen, dass ihr Lied die Gefahren einer Sexualpraktik verharmlose.

Dänemark mit eingängiger Nummer im Finale

Auch der Däne Søren Torpegaard Lund erhielt mit seiner eingängigen Nummer «Før Vi Går Hjem» ausreichend Jury- und Publikumsstimmen für das Finale. Ebenso qualifizierten sich die Künstlerinnen und Künstler aus Bulgarien, der Ukraine, Norwegen, Malta, Zypern, Albanien und Tschechien. Die Topfavoriten aus Finnland und Griechenland hatten die Hürde bereits im ersten Halbfinale am Dienstag genommen.

Ohne Qualifikations-Druck stellte die Sängerin Monroe für Frankreich im zweiten Halbfinale ihre Nummer «Regarde!» vor und begeisterte das Publikum in der Wiener Stadthalle mit ihrer Opernstimme. Frankreich ist wie Deutschland als wichtiges EBU-Mitglied im Finale am Samstag gesetzt.

Für die ARD ist die Eurovision-Woche bislang ein Erfolg. Die beiden Halbfinal-Shows aus Wien liefen im deutschen Fernsehen besser als vergangenes Jahr, wie der Branchendienst «DWDL.de» berichtete.

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