„exactly“ vom MDR zum Thema: „Der Fall Ole – Wie Security in der Jugendhilfe zur Gefahr wird“
16.02.2026 - 14:13:04Zwei Sicherheits-Mitarbeiter müssen sich jetzt wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung an Ole vor dem Amtsgericht in Magdeburg verantworten. Bei einem nächtlichen Einsatz sollen sie den damals 14-Jährigen in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie misshandelt haben.
Wie konnte es so weit kommen – und warum werden Sicherheitsdienste überhaupt mit der Betreuung psychisch kranker Jugendlicher betraut? Die Einsätze von Security in der Jugendhilfe nehmen zu. Umstritten ist vor allem das Ausmaß von Ruhigstellungen der Jugendlichen unter dem Einsatz von körperlicher Gewalt und die Frage, wie eigenmächtig Security dabei handeln darf.
Klinikdokumentationen, die „exactly“ vorliegen, zeichnen ein erschütterndes Bild von Oles Fall: vielfaches Zu-Boden-Bringen des Jugendlichen in kurzer Zeit, körperliche Überwältigung nach Bagatellen, sogar das Eintauchen des Kopfes in den eigenen Urin. Und Pädagogen, die offenbar wenig Einfluss auf das Agieren des Sicherheitsdienstes haben. Eine Therapeutin und eine ehemalige Pädagogin kommen zu Wort, die schildern, wie fehlende Qualifikation, mangelnde Kontrolle und Überforderung zu bedenklichen und teils gefährlichen Situationen führten.
Professor Menno Baumann, bundesweit anerkannter Experte auf dem Gebiet der Intensivpädagogik und Gewaltforschung warnt: „Ungesteuerter Security-Einsatz in der Jugendhilfe birgt ein extremes Risiko für Machtmissbrauch. Das ist potenziell Kindesmisshandlung – und löst keines der Probleme.“
Die Reportage stellt nicht nur den Fall Ole H. in den Mittelpunkt, sondern öffnet den Blick auf ein wachsendes, bislang wenig beleuchtetes Phänomen: den Einsatz von Security-Kräften in Einrichtungen der Jugendhilfe für sogenannte „Systemsprenger“.
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