Klaus Bresser tot: Früherer ZDF-Chefredakteur mit 90 Jahren gestorben
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 22:28 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer frühere ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser ist am Mittwoch im Alter von 90 Jahren in Berlin gestorben, wie das ZDF mitteilte.
Zwölf Jahre an der Spitze der ZDF-Information
Bresser leitete die ZDF-Chefredaktion von 1988 bis 2000. Intendant Norbert Himmler würdigte ihn als entschiedenen Verfechter des öffentlich-rechtlichen Informationsauftrags.
Himmler erklärte, Bresser habe das journalistische Profil des ZDF nachhaltig geprägt und für Unabhängigkeit sowie einen fairen Umgang gestanden.
Formate für Nachrichten und Politik
Bresser konzipierte, moderierte und leitete das „heute journal“. Außerdem etablierte er die Interviewreihe „Was nun, ...?“, in der politische Entscheidungen und aktuelle Entwicklungen mit Spitzenpolitikern erörtert werden.
In seine Zeit als Chefredakteur fielen zudem die Einführung beziehungsweise der Aufbau von „Bonn direkt“, „ZDF spezial“, dem „ZDF-Morgenmagazin“ und „frontal“. Bresser moderierte auch Wahl- und Sondersendungen.
Stationen beim WDR und im Printjournalismus
Vor seiner Zeit beim ZDF war Bresser unter anderem Redaktionsleiter des Magazins „Monitor“ beim WDR. Seine journalistische Laufbahn begann mit einem Volontariat beim „Kölner Stadt-Anzeiger“, bei dem er später als Chefreporter arbeitete.
Die heutige ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten erklärte, Bresser stehe für präzises journalistisches Handwerk. Das „heute journal“ und „Was nun, ...?“ wirkten bis heute nach; damit habe er das Fernsehen und eine Generation nachfolgender Journalistinnen und Journalisten geprägt.
Prägende Jahre beim ZDF
Klaus Bresser gehörte zu einer Generation von Fernsehjournalisten, die politische Information im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nachhaltig formten. Als ZDF-Chefredakteur verantwortete er von 1988 bis 2000 eine Phase, in der politische Magazine, Nachrichten und Gesprächssendungen ihre heutigen festen Plätze im Programm erhielten.
Besonders wichtig war die Verbindung von Nachrichtenvermittlung und politischer Einordnung. Das heute journal entwickelte sich unter seiner Mitwirkung zu einem zentralen Abendformat. Mit der Interviewreihe Was nun, ...? etablierte Bresser zudem ein Format, in dem Spitzenpolitiker unmittelbar zu aktuellen Entscheidungen Stellung nehmen mussten.
Nachwirkung im Informationsjournalismus
Die in seiner Amtszeit eingeführten oder geprägten Sendungen deckten unterschiedliche publizistische Aufgaben ab: Das ZDF-Morgenmagazin verband Information und Tagesaktualität, ZDF spezial reagierte auf besondere Ereignisse, während frontal und Bonn direkt politische und investigative Schwerpunkte setzten. Damit entstand ein breites Informationsangebot über den gesamten Sendetag hinweg.
Bressers Nachwirkung reicht deshalb über seine persönliche Moderation hinaus. Sein Name steht für journalistische Leitungsarbeit in einer Zeit, in der das Fernsehen für politische Orientierung eine besonders große Reichweite besaß. Die von ihm mitentwickelten Formate prägen die Wahrnehmung des ZDF bis heute und bilden zugleich einen Teil der Geschichte des deutschen Fernsehjournalismus.

