John Malkovich in Venedig als bester Schauspieler für „Wild Horse Nine“ geehrt
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 20:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
John Malkovich ist bei den Filmfestspielen Venedig für seine Hauptrolle im Agentendrama „Wild Horse Nine“ als bester Schauspieler geehrt worden.
Auszeichnung für Rolle in „Wild Horse Nine“
Der 72-jährige US-Amerikaner erhält die Auszeichnung für seine Darstellung des alternden CIA-Agenten Chris in dem neuen Film von Regisseur Martin McDonagh. Malkovich bedankte sich per Videobotschaft aus Montreal, wo er derzeit an einem anderen Filmprojekt arbeitet. Die Ehrung zählt zu den wichtigsten Schauspielpreisen des Festivals und hebt seine Leistung im Wettbewerbsumfeld besonders hervor.
Handlung zwischen Geheimdienstpolitik und persönlicher Krise
„Wild Horse Nine“ erzählt von den beiden langjährigen CIA-Agenten Chris, gespielt von Malkovich, und Lee, verkörpert von Sam Rockwell. Die beiden reisen 1973 kurz vor dem chilenischen Militärputsch auf die abgelegene Osterinsel. Dort werden sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und durchleben persönliche Krisen, während die politische Lage im Hintergrund eskaliert.
Konflikte auf der Osterinsel als moralischer Prüfstein
Der todkranke Chris knüpft im Verlauf der Handlung Kontakt zu zwei rebellischen Studierenden. Sein rätselhaftes Verhalten beginnt die Pläne und Geheimnisse der CIA zu gefährden. Die Einmischung des Geheimdienstes in Chile und die dunkle Seite amerikanischer Machtpolitik bilden den historischen Rahmen, im Zentrum stehen jedoch die beiden Männer und ihre Freundschaft.
Kritiker loben Malkovichs Leistung und spekulieren über Oscars
Nach der Premiere in Venedig äußerten sich viele Kritiker überzeugt, dass Malkovich für seine Rolle auch für einen Oscar nominiert werden könnte. Auf der Pressekonferenz zum Film wurde er sogar gefragt, ob er seine Oscar-Dankesrede bereits vorbereitet habe. Auf die Frage verwies Malkovich auf seine lange Karriere und zahlreiche prägende Zusammenarbeiten mit Regisseuren, Drehbuchautoren und Schauspielkollegen.
Malkovich stellt Ensemble und Film in den Vordergrund
Er betonte, er empfinde keinen Konkurrenzgedanken gegenüber anderen Darstellern, da er die Arbeit seiner Kollegen im Allgemeinen sehr schätze. Für ihn sei es vor allem erfreulich, dass der Film Aufmerksamkeit bekomme, mehrere großartige Darsteller vereine und wunderbar geschrieben und inszeniert sei. Die Auszeichnung in Venedig fügt seiner Laufbahn einen weiteren prominenten Festivalpreis hinzu.
Preisvergabe in Venedig und Stellenwert des Festivals
Die Auszeichnung von John Malkovich als bester Schauspieler bei den Filmfestspielen in Venedig unterstreicht die besondere Rolle des Festivals als Startpunkt der internationalen Awardsaison. Venedig gilt seit Jahren als wichtiger Gradmesser für spätere Nominierungen bei großen Preisverleihungen, weil dort häufig Filme vorgestellt werden, die im weiteren Verlauf des Jahres in den Oscar-Rennen eine zentrale Rolle spielen. Eine Hauptdarsteller-Ehrung auf einem A-Festival wie Venedig erhöht in der Regel die Aufmerksamkeit von Verleihern, Preisjurys und Publikum deutlich.
Politischer Hintergrund und filmische Perspektive
„Wild Horse Nine“ verknüpft eine persönliche Geschichte mit einem politisch aufgeladenen historischen Kontext. Die CIA-Aktivitäten in Chile Anfang der 1970er Jahre und der Militärputsch von 1973 gehören zu den einschneidenden Kapiteln der lateinamerikanischen Zeitgeschichte. Der Film setzt diesen Kontext ein, stellt jedoch die Beziehung der beiden Agenten und ihre moralischen Konflikte in den Mittelpunkt. Damit reiht sich das Werk in eine Tradition von Filmen ein, die Machtpolitik und Geheimdienstoperationen nicht nur nacherzählen, sondern auf ihre Auswirkungen auf Einzelne und deren Gewissen fokussieren.
Bedeutung der Rolle für Malkovichs Karriere
Für John Malkovich, der seit Jahrzehnten als Charakterdarsteller etabliert ist, markiert die Ehrung eine späte, aber deutlich sichtbare Bestätigung seiner kontinuierlichen Arbeit. Die Rolle eines todkranken Agenten, der mit jungen Studierenden in Kontakt tritt und dabei selbst zum Risiko für seine Organisation wird, verlangt komplexes Spiel zwischen Verletzlichkeit, Bedrohlichkeit und Rückblick auf ein Leben im Dienst eines Geheimdienstes. Gerade diese Vielschichtigkeit kann dazu beitragen, dass die Performance über das Festival hinaus präsent bleibt und weitere Auszeichnungen nach sich zieht.
