Janosch stirbt mit 95 Jahren auf Teneriffa
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 10:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWSJanoschs Figuren und Lebensstationen
- Janosch wurde 1931 als Horst Eckert geboren und wuchs in Oberschlesien auf.
- Seine Bücher erschienen in rund 40 Sprachen und erreichten eine Gesamtauflage in Millionenhöhe.
- Seit 2013 kommentierte sein Alter Ego Wondrak im Zeit-Magazin das Zeitgeschehen.
Janosch stirbt mit 95 Jahren auf Teneriffa
Der Schriftsteller und Illustrator Janosch ist am Dienstag im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa gestorben. Das teilte sein Tübinger Verleger Bernhard Feil im Auftrag der Frau des Künstlers der Deutschen Presse-Agentur mit.
Mit Büchern wie «Oh wie schön ist Panama» begeisterte Janosch seit den 1970er Jahren Kinder in aller Welt. Seine Werke wurden in rund 40 Sprachen übersetzt, ihre Gesamtauflage geht in die Millionen.
Tiger, Bär und Tigerente werden zur Marke
Besonders bekannt wurde Janosch durch die Figuren Tiger, Bär und Tigerente. Sie wurden erfolgreich als Lizenzen vermarktet und zierten unter anderem Tassen, Fahrräder und Schnuller.
Nach dem großen Erfolg seiner Bücher zog sich Janosch in den 1980er Jahren auf die spanische Kanareninsel Teneriffa zurück. Dort lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod.
Kindheit prägt seine Geschichten
Janosch wurde 1931 als Horst Eckert geboren und verbrachte einen großen Teil seiner Kindheit in Oberschlesien im heutigen Polen. Armut, Gewalt und die Alkoholsucht seines Vaters prägten diese Zeit.
Seine Kindergeschichten wirkten als Gegenentwurf zu diesen Erfahrungen: Sie sind humorvoll, anarchisch und häufig auch wehmütig. Janoschs Figuren wehren sich gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit und setzen dabei auf Mut, Verschmitztheit und Solidarität.
Auch für Erwachsene erfolgreich
In seinen Werken für Erwachsene verarbeitete Janosch unter anderem seine Kindheit, etwa im Roman «Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm». Zudem schrieb er Theaterstücke und illustrierte pikante Geschichten des französischen Adligen Marquis de Sade.
Seit 2013 kommentierte sein Alter Ego Wondrak im «Zeit»-Magazin das Zeitgeschehen. Die Kolumnen erschienen auch in dem Buch «Herr Wondrak rettet die Welt, juchhe!».
Janosch gehörte zu den prägenden deutschsprachigen Kinderbuchautoren und Illustratoren des 20. Jahrhunderts. Seine Figuren Tiger, Bär und Tigerente verbanden einfache, wiedererkennbare Bildsprache mit Geschichten über Freundschaft, Freiheit und gegenseitige Hilfe. Besonders „Oh wie schön ist Panama“ entwickelte sich seit seinem Erscheinen zu einem generationenübergreifenden Klassiker.
Die internationale Verbreitung seiner Bücher beruhte nicht nur auf Übersetzungen, sondern auch auf der klaren Dramaturgie und den unverwechselbaren Charakteren. Die millionenfache Gesamtauflage und Übertragungen in rund 40 Sprachen machten Janosch zu einem der bekanntesten deutschen Kinderbuchkünstler. Die Lizenzvermarktung seiner Figuren erweiterte ihre Präsenz weit über Bücher hinaus.
Kindheit als literarischer Gegenentwurf
Janoschs Werk erhielt seine besondere Spannung aus dem Kontrast zwischen heiteren Geschichten und den Erfahrungen seiner Kindheit in Oberschlesien. Armut, Gewalt und die Alkoholsucht des Vaters wurden zu einem Hintergrund, gegen den seine Figuren für Wärme, Selbstbestimmung und Solidarität stehen.
Auch als Autor für Erwachsene blieb Janosch gesellschaftlich aufmerksam. In seinen späteren Kolumnen und literarischen Texten verband er lakonischen Humor mit Kritik an Macht, Ungerechtigkeit und menschlichen Schwächen. Sein Tod beendet ein langes Künstlerleben, die Figuren aus seinen Büchern bleiben im deutschsprachigen Kulturraum präsent.
