Berlinale, Festivals

Berlinale: Regisseur nutzt Rede für Statement zu Gaza

21.02.2026 - 19:33:35 | dpa.de

In seinem Film versuchen Menschen, eine Besatzung zu überleben: Regisseur Abdallah Alkhatib bekommt eine Auszeichnung bei der Berlinale und nutzt die Bühne für ein politisches Statement.

Bei der Preisverleihung der Berlinale hat der syrisch-palästinensische Filmemacher Abdallah Alkhatib seine Dankesrede für ein politisches Statement genutzt. Sein Film «Chronicles From the Siege» erzählt davon, wie Menschen versuchen, eine Besatzung zu überleben, und wurde als bestes Spielfilmdebüt ausgezeichnet.

Er warf der deutschen Regierung vor, sie sei Partner «des Völkermords im Gazastreifen». Israel streitet ab, im Gazastreifen einen Völkermord zu begehen - das ist auch die Position der deutschen Regierung - und spricht von Selbstverteidigung nach dem Terrorangriff vom 7. Oktober 2023.

Alkhatib, der eine palästinensische Flagge mit auf die Bühne brachte, sagte, eines Tages werde es ein wunderbares Filmfestival in Gaza geben. «Wir werden uns an jeden erinnern, der an unserer Seite stand, und wir werden uns an jeden erinnern, der gegen uns war», sagte er. «Ein freies Palästina von jetzt bis ans Ende der Welt.» Im Saal waren Applaus und auch Zwischenrufe zu hören.

Zuvor hatte bereits die libanesische Filmemacherin Marie-Rose Osta, die den Goldenen Bär für den besten Kurzfilm gewann, auf der Bühne die israelische Kriegsführung kritisiert. Moderatorin Désirée Nosbusch sagte anschließend: «Und ich bin mir sicher, dass unsere Herzen bei all den Menschen sind, die leiden, sei es durch Kriege oder durch Terrorismus.»

Anzeige

Der wahre Reichtum entsteht meist abseits des Rampenlichts. Nutzt du schon das Wissen der Profis?

Während die Öffentlichkeit auf den Glamour schaut, vermehren clevere Investoren ihr Kapital diskret und strategisch im Hintergrund. Sichere dir genau diesen Informationsvorsprung. Der Börsenbrief 'trading-notes' teilt mit dir dreimal wöchentlich exklusive Markteinblicke und konkrete Handlungsempfehlungen. Trage deine E-Mail-Adresse ein und erhalte Zugang zu dem Wissen der Profis.
100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Jetzt abonnieren.

Weitere Meldungen

Goldener Bär geht an «Gelbe Briefe» von ?lker Çatak. Auch Sandra Hüller wird ausgezeichnet. Erstmals seit mehr als 20 Jahren gewinnt der Film eines deutschen Regisseurs den Hauptpreis: ?lker Çatak erzählt in «Gelbe Briefe» von politischer Unterdrückung. (Unterhaltung, 21.02.2026 - 19:56) weiterlesen...

Nach offenem Brief: Berlinale weist Zensurvorwurf zurück. Jetzt reagiert Festivalchefin Tricia Tuttle. Mehrere Filmschaffende werfen der Berlinale im Branchenblatt «Variety» vor, sich nicht ausreichend zum Gaza-Krieg zu positionieren. (Unterhaltung, 19.02.2026 - 03:00) weiterlesen...

Offener Brief zu Gaza: Berlinale weist Zensurvorwürfe zurück «Es stimmt nicht, dass wir Filmemacher zum Schweigen gebracht hätten»: Festivalchefin Tricia Tuttle reagiert auf harsche Kritik aus einem offenen Brief aus dem Branchenblatt «Variety». (Unterhaltung, 18.02.2026 - 18:15) weiterlesen...

Nach offenem Brief zu Gaza: Weimer verteidigt Berlinale. Kulturstaatsminister Weimer weist das zurück und stellt sich hinter Jurychef Wenders. Künstler werfen der Berlinale in einem offenen Brief vor, sich nicht ausreichend zum Gaza-Krieg zu positionieren. (Unterhaltung, 18.02.2026 - 14:19) weiterlesen...

Nach offenem Brief: Weimer verteidigt Berlinale gegen Kritik. Kulturstaatsminister Weimer nimmt das Festival in Schutz – auch gegen den Vorwurf der Zensur. Mehrere Künstler werfen der Berlinale in einem offenen Brief eine mangelnde Haltung im Gaza-Krieg vor. (Unterhaltung, 18.02.2026 - 12:40) weiterlesen...

Umgang mit Gaza-Krieg: Filmschaffende kritisieren Berlinale. Künstlerinnen wie Tilda Swinton werfen der Berlinale vor, sich nicht ausreichend zu Gaza zu positionieren. Rund 80 Filmschaffende haben einen offenen Brief im Branchenblatt «Variety» unterzeichnet. (Unterhaltung, 18.02.2026 - 07:19) weiterlesen...