Hitzeangepasste Städte: Jetzt die Weichen für den nächsten Sommer stellen
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 09:20 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSDer Sommer 2026 war der zweitheißeste in Deutschland seit Beginn der Messungen im Jahr 1881. Die Frage, wie Städte mit zunehmender Hitze umgehen, wird auch im nächsten Sommer aktuell bleiben. Was lässt sich schon heute tun, damit öffentliche Räume auch an heißen Tagen angenehm und lebenswert bleiben? Die Vorbereitung darauf sollte jetzt beginnen.
Genau darum ging es bei der Fachveranstaltung "Cool Down 2026: Best Practice - Sommerorte", zu welcher der Stadtmöbelhersteller Runge Ende August in das Deutsche Architekturmuseum nach Frankfurt eingeladen hatte. Landschaftsarchitekten, Stadtplaner, Klimaingenieure und kommunale Vertreter diskutierten, wie Städte mit zunehmender Hitze umgehen können und wie sich kurzfristige Maßnahmen mit langfristiger Klimaanpassung verbinden lassen.
Langfristig planen, heute anfangen
Wie groß die Aufgabe ist, machte der Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Philip Haggeney von RMPSL Landschaftsarchitekten deutlich: "Um den prognostizierten Temperaturanstieg bis 2050 von ca. 2 Grad Celsius und den zunehmenden Hitzestress in den Freiräumen auszugleichen, bräuchte es in den meisten Städten in Deutschland eine Verdopplung des Grünanteils."
Entsiegelte Flächen, mehr Grün und vor allem Bäume gehören zu den zentralen Bausteinen einer klimaangepassten Stadt. Darin sind sich die Fachleute einig. Doch Bäume brauchen Zeit. Zwischen dem Pflanzen eines Baumes und dem Zeitpunkt, an dem er einen aufgeheizten Platz wirksam beschattet, liegen viele Jahre. Und in dicht bebauten Innenstädten fehlt häufig der Raum für zusätzliche Vegetation. "Aber vor allem brauchen wir eines: den Mut, Maßnahmen auszuprobieren, ihre Wirkung zu messen und daraus zu lernen."
Warum Runge zum Austausch eingeladen hat
Genau an diesem Spannungsfeld setzte "Cool Down" an. "Wir wollten mit der Veranstaltung unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und gemeinsam diskutieren, was Städte heute tun können, ohne die langfristige Entwicklung aus dem Blick zu verlieren", sagt Oliver Runge, Geschäftsführer der Runge GmbH & Co. KG. "Klimaanpassung ist eine Aufgabe, die Planung, Gestaltung, Technik und vor allem die Perspektive der Menschen zusammenbringen muss. Der Austausch mit Fachleuten und Kommunen hat gezeigt, wie vielfältig die Lösungswege sind, mit denen wir schon heute für Veränderungen sorgen können."
Temporäre Lösungen als Türöffner
Wie das funktionieren kann, zeigt das Smart Green City Projekt "Innenstadt von morgen" der Stadt Konstanz. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren zusammen mit dem Kopenhagener Stadtplanungsbüro Gehl mit temporären Testräumen und innovativen Kühlkonzepten verschiedene öffentliche Räume zu den sogenannten "Sommerorten" umgestaltet. Dabei hat sie unterschiedliche Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität erprobt, von Begrünung und Sonnenschutz bis hin zu kühlender Hochdruck-Nebeltechnik.
"Es ging dabei nicht nur um unmittelbare Entlastung an heißen Tagen", erklärt Lisa Müller-Schober von Gehl die Vorgehensweise. "Wir haben beobachtet, gemessen und kartiert, wo sich Menschen bei Hitze aufhalten und welche Plätze gemieden werden. Die Daten zeigen schwarz auf weiß, wo der Handlungsbedarf am größten ist." Barbara Schaar, Projektleiterin der Konstanzer Sommerorte, ergänzt: "An drei Sommerorten haben wir gezielt mit Sofortmaßnahmen reagiert. Diese ersetzen keine langfristigen Umbauten. Doch sie zeigen uns, was Plätze brauchen, um auch in Hitzeperioden attraktiv zu bleiben. Wo neue Bäume oder andere grundlegende Umbauten kurzfristig nicht möglich sind, haben wir unter anderem mit Sprühnebelsystemen gute Erfahrungen gemacht."
Nicht die Technik, sondern der Mensch ist der Maßstab
Wie Städte hitzeangepasst werden können, wurde bei "Cool Down" aus vier Perspektiven betrachtet: Landschaftsarchitektur und Planung, Physik und Wissenschaft, Menschen und Bürger sowie Städte und Kommunen. Dabei zeigte sich: Nicht allein die technische Wirkung einer Maßnahme entscheidet über ihren Erfolg. Im Mittelpunkt sollte immer auch die Frage stehen, wie Menschen einen öffentlichen Raum erleben und nutzen.
"Hitzeresilienz sollte nicht bedeuten, dass Menschen sich in klimatisierte Boxen flüchten, während draußen der Asphalt glüht. Wir müssen unsere Plätze und Straßen so gestalten, dass der Wind wieder wehen darf und Bäume echten Schatten spenden. Erst wenn wir den Außenraumkomfort sichern, gewinnen wir die Stadt als sozialen Lebensraum zurück", betonte Dr. Wolfgang Kessling von Transsolar KlimaEngineering.
In seinem Vortrag zeigte der Physiker auf, was Landschaftsbauer und Architekten von heißeren Regionen lernen können. Dabei erklärte er, wie sich Strahlungstemperatur, Luftbewegung, Verschattung und Verdunstung gezielt kombinieren lassen, um Außenräume spürbar abzukühlen.
Aus der abschließenden Diskussion ergaben sich neun zentrale Erkenntnisse und Empfehlungen:
Für Kommunen beginnt die Vorbereitung auf den nächsten Sommer damit nicht erst im Frühjahr. Wer Hitze-Hotspots jetzt identifiziert, Maßnahmen erprobt und ihre Wirkung beobachtet, kann kurzfristige Entlastung mit einer langfristigen Strategie verbinden.
Weitere Informationen:
Zum Event CoolDown 2026: runge-bank.de/themen/beat-the-heat
RMPSL Landschaftsarchitekten: www.rmpsl.la
Transsolar KlimaEngineering: www.transsolar.com
Gehl: www.gehlpeople.com
Smart Green City Konstanz: www.smart-green-city-konstanz.de
Über Runge:
Die Runge GmbH & Co. KG aus Bissendorf bei Osnabrück entwickelt seit mehr als 118 Jahren hochwertiges Stadtmobiliar. Das Familienunternehmen verbindet handwerkliche Tradition mit zukunftsweisenden Technologien, um den öffentlichen Raum lebenswerter zu gestalten - von der klassischen Parkbank bis zur smarten Nebelkühlung.
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