HeidiFest München: Heidi Klum feiert zweite Vor-Wiesn-Party im Hofbräuhaus mit Naomi Campbell und Nicole Scherzinger
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 00:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHeidi Klum hat ihr zweites "HeidiFest" im Münchner Hofbräuhaus gefeiert und damit erneut eine Vor-Wiesn-Party mit viel Bier, Musik und prominenten Gästen inszeniert.
Prominente Gäste und ausgelassene Stimmung
Mehr als zwei Stunden lang beobachtet RTL, wie Musikerinnen und Musiker ihre bekannten Hits präsentieren – teils live, teils im Playback –, während zahlreiche Gäste in Dirndl und Lederhosen tanzen, mitsingen und Bier trinken. Dragqueens sorgen mit zweideutigen Kommentaren für zusätzliche Showmomente, Olivia Jones stellt augenzwinkernd Weißwurst-Fragen und eine "Bussi-Cam" fordert Küsse mit Zunge ein. Zwischendurch erklingt ein Alphorn; die österreichische Designerin Marina Hoermanseder beschreibt die Szenerie als "Fiebertraum".
Senderwechsel und rätselhaftes Showkonzept
Das Format ist in diesem Jahr von Klums langjährigem "Germany's Next Topmodel"-Partner ProSieben zu RTL gewechselt. Trotz des Senderwechsels bleibt die Veranstaltung auch im zweiten Jahr als Fernsehsendung schwer einzuordnen, da ein klar erkennbares Konzept fehlt, das den Abend über die gesamte Länge tragen könnte. Zwischen den Musikauftritten gibt es vor allem Moderationen, während immer stärker angetrunkene Gäste weiter Bier bestellen – eine Szenerie, die München in den Wochen rund um das Oktoberfest ohnehin vielfach erlebt.
Spektakel vor dem Hofbräuhaus
Besonders eindrucksvoll wirkt das Tamtam vor Beginn der Sendung rund um das Hofbräuhaus. Hunderte Schaulustige stehen hinter Absperrungen, bis Heidi Klum im gelben Dirndl in einer Rikscha zur Vor-Wiesn-Party fährt. Begleitet wird sie von Mutter Erna, Ehemann Tom Kaulitz, Sohn Henry und einem kleinen weißen Hund. Später wechselt Klum in ein weißes Dirndl, in dem sie durch die Show führt.
Naomi Campbell als DJane, Nicole Scherzinger auf der Bühne
Die groß angekündigten Stargäste Naomi Campbell und Nicole Scherzinger lassen sich zunächst Zeit. Campbell, die als DJane gebucht ist, posiert schließlich gemeinsam mit Klum und Nadja Auermann für die Fotografen. Von Scherzinger fehlt anfangs jede Spur; eine Organisatorin erklärt am roten Teppich, man wisse nicht, wo die Sängerin sei. Später tritt die "Pussycat Dolls"-Frontfrau jedoch auf und performt ihren Hit "Don't Cha", wobei der Ton in der TV-Übertragung wiederholt Probleme bereitet.
Familienauftritt und GNTM-Prominenz
Rund um das Fest ist dauerhaft Bewegung: Henry Klum trägt seine Schwester Leni, die Pantoffeln trägt, auf Händen. Ehemalige Kandidatinnen von "Germany's Next Topmodel" wie Gina-Lisa Lohfink und Larissa Marolt erscheinen auf dem roten Teppich, ebenso Ballermann-Sängerin Isi Glück sowie die Musikerinnen Sarah Engels und Vicky Leandros. Klum, gebürtig aus Bergisch Gladbach, spricht über ihre Vorliebe für bayerische Küche und erklärt, ihr gelbes Dirndl erinnere sie an Belle aus "Die Schöne und das Biest".
Reaktionen aus dem Münchner Rathaus
Beim offiziellen Wiesn-Rundgang kurz vor dem "HeidiFest" erklärt Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause, dass er offenbar keine Einladung zur Veranstaltung erhalten habe und ohnehin mit dem Amtsantritt des neuen Chefdirigenten Lahav Shani bei den Münchner Philharmonikern beschäftigt sei. Zur Bewertung von Klums Party verweist er auf das Prinzip "leben und leben lassen" und hält fest, jeder solle die Wiesn so feiern, wie es ihm oder ihr entspricht.
TV-Event zwischen Oktoberfest-Tradition und Entertainment
Heidi Klums zweites „HeidiFest“ im Münchner Hofbräuhaus verknüpft klassische Wiesn-Motive wie Dirndl, Lederhosen, Bier und Blasmusik mit einer prominenten Glamour-Inszenierung. Die Veranstaltung positioniert sich als Vor-Wiesn-Party und nutzt das internationale Bekanntheitsprofil Klums, um München und das Oktoberfest-Umfeld als Bühne für ein TV-Event zu nutzen. Für das Publikum vor Ort entsteht eine Mischung aus Volksfestatmosphäre und Showbühne, die sich deutlich von traditionellen Festabläufen unterscheidet.
Senderwechsel und Formatfragen im Unterhaltungsfernsehen
Der Wechsel des Formats von ProSieben zu RTL unterstreicht den Stellenwert solcher Eventshows im Wettbewerb großer Privatsender. Beide Häuser setzen seit Jahren auf Personality-Formate, bei denen bekannte Gesichter wie Klum ganze Programmabende tragen. Gleichzeitig zeigt die dpa-Schilderung, dass das „HeidiFest“ als Fernsehsendung trotz prominenter Gäste und hoher Produktionsdichte mit der Frage konfrontiert ist, welches Konzept die lange Sendezeit trägt. Die Beobachtung vieler betrunken wirkender Gäste, Playback-Auftritte und technischer Pannen beim Ton verweist auf die Spannung zwischen aufwendiger Inszenierung und inhaltlicher Struktur.
Lokale Sensibilitäten und Deutungsspielräume
Die Abwesenheit des Münchner Oberbürgermeisters, der sich auf die Eröffnung des offiziellen Oktoberfestes konzentriert, markiert die Trennung zwischen städtisch verankerter Traditionsveranstaltung und privat organisierter TV-Party. Sein Verweis auf das Motto „leben und leben lassen“ ordnet das „HeidiFest“ als eine von vielen Formen ein, die Menschen zur Einstimmung auf die Wiesn wählen. Für die Leserinnen und Leser bedeutet dies, dass sich in München ein Nebeneinander verschiedener Zugänge zum Oktoberfest etabliert: von klassischem Festzeltbesuch bis hin zu prominenten Medienevents, die vor allem auf Reichweite und Unterhaltung im Fernsehen zielen.
