Hayden Panettiere starb laut Gerichtsmedizin an Überdosis
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 20:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die US-Schauspielerin Hayden Panettiere ist laut dem Autopsiebericht der Gerichtsmedizin von Greenville in South Carolina an einer Überdosis verschiedener Substanzen gestorben.
Fentanyl und mehrere Medikamente festgestellt
Als Todesursache wurden toxische Wirkungen unter anderem von Fentanyl sowie den Medikamenten Alprazolam, Methocarbamol und Quetiapin festgestellt. Fentanyl ist ein synthetisches Opioid, das deutlich stärker wirkt als Heroin. Die genannten Medikamente werden unter anderem bei Angstzuständen, Muskelverspannungen, starken Schmerzen und psychotischen Störungen eingesetzt.
Bei der Autopsie seien keine Anzeichen eines Traumas festgestellt worden, die zum Tod beigetragen hätten, teilte die zuständige Behörde mit. Sie stufte den Tod demnach als Unfall ein.
Panettiere starb mit 36 Jahren
Panettiere war am 16. August im Alter von 36 Jahren überraschend in einer Wohnung in Greenville gestorben. Brian Hickerson, mit dem sie zeitweilig eine Beziehung hatte, soll gemeinsam mit seinem Bruder Zach erfolglos versucht haben, die frühere Verlobte des Ex-Boxweltmeisters Wladimir Klitschko wiederzubeleben.
Nach Angaben der Polizei von Greenville sollen die Ermittlungen zum Tod fortgesetzt werden. Vorläufige Untersuchungen hatten keine Hinweise auf ein Verbrechen oder andere verdächtige Umstände ergeben.
Belastete Vergangenheit
Panettiere stand bereits als Kind vor der Kamera und wurde durch Serien und Filme wie „Heroes“, „Nashville“ sowie „Scream 4“ und „Scream 6“ bekannt. In einer im Mai veröffentlichten Biografie schrieb sie unter anderem über Wochenbettdepression und Alkoholsucht.
In Interviews sprach die Schauspielerin zudem über ihren Umgang mit Suchterkrankungen, ihre schwierige Kindheit als Jungstar, die distanzierte Beziehung zu ihrer Mutter und die Trauer über ihren jüngeren Bruder. Dieser war 2023 an einer Herzkrankheit gestorben.
Fentanyl als besonderes Risiko
Fentanyl ist ein stark wirksames synthetisches Opioid, das medizinisch vor allem bei starken Schmerzen eingesetzt wird. Außerhalb kontrollierter Behandlung birgt es erhebliche Risiken, weil bereits sehr geringe Mengen lebensgefährlich sein können. Besonders problematisch sind illegal hergestellte Tabletten, deren tatsächliche Zusammensetzung für Betroffene nicht erkennbar ist.
Der Fall zeigt zugleich, dass eine Überdosierung nicht auf eine einzelne Substanz beschränkt sein muss. Laut Autopsiebericht wurden neben Fentanyl auch Alprazolam, Methocarbamol und Quetiapin festgestellt. Diese Wirkstoffe werden unter anderem gegen Angstzustände, Muskelverspannungen, Schmerzen und psychische Erkrankungen eingesetzt; ihre Kombination kann die Wirkung auf das zentrale Nervensystem und die Atmung verstärken.
Suchterkrankungen und öffentliche Debatte
Panettiere hatte in ihrer Biografie und in Interviews über Alkoholsucht, frühere Abhängigkeiten und psychische Belastungen gesprochen. Ihr Tod rückt damit erneut die Verbindung zwischen Suchterkrankungen, verschreibungspflichtigen Medikamenten und dem illegalen Drogenmarkt in den Mittelpunkt. Die Einstufung als Unfall beschreibt die rechtliche und medizinische Bewertung des Todes, sagt jedoch nichts über die persönlichen Belastungen aus, die ihm vorausgegangen sein können.
Für Angehörige und Betroffene ist die medizinische Einordnung unmittelbar relevant: Bei Bewusstlosigkeit, verlangsamter oder aussetzender Atmung muss sofort der Rettungsdienst über 112 alarmiert werden. Das Opioid-Gegenmittel Naloxon kann die Wirkung von Fentanyl vorübergehend aufheben, ersetzt aber nicht die sofortige professionelle Hilfe.
