Harry Potter: Daniel Brühl kämpft mit Voldemort-Stimme
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 06:41 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBrühls Vorbereitung auf die Hörspielrolle
- Daniel Brühl übernimmt Lord Voldemort in einer neuen Harry-Potter-Hörspielproduktion.
- Die Regie verglich seinen ersten Entwurf mit Gollum aus Der Herr der Ringe.
- Brühl orientierte sich an einer hohen, nasalen und schlangenartigen Tonlage.
- Bei Dreharbeiten in Prag traf er auf Matthew Macfadyen, der Voldemort auf Englisch spricht.
Daniel Brühl entwickelt eigene Stimme für Lord Voldemort
Schauspieler Daniel Brühl hat bei einer neuen Harry-Potter-Hörspielproduktion zunächst Schwierigkeiten mit der Stimme von Lord Voldemort eingeräumt. Eine aufwendig entwickelte Aufnahme verglich die Regie mit Gollum aus Der Herr der Ringe.
Erste Fassung erinnerte an Gollum
Brühl sagte, er habe seine Stimme mit viel Mühe und Detailarbeit kreaturenhaft und schlangenähnlich verfremdet. Als die Regie ihm entgegnete, er klinge wie Gollum, sei er zunächst schwer beleidigt gewesen, habe die Ähnlichkeit nach dem Anhören aber selbst erkannt.
Hohe Tonlage als besondere Herausforderung
Die Suche nach der passenden Tonlage beschrieb Brühl als schwierig, weil die Bücher konkrete Vorgaben zu Voldemorts Erscheinung und Stimme machten. Die Figur werde schlangenhaft und zischend beschrieben; zugleich habe er eine nasale, bedrohliche und hohe Stimme entwickeln wollen, ohne in eine Karikatur abzurutschen.
Abstand zu bekannten Darstellungen
Für seine Interpretation habe sich Brühl von den bekannten Voldemort-Darstellungen lösen müssen. Dazu zählten Rufus Becks Lesung der Harry-Potter-Bücher und Ralph Fiennes’ Darstellung der Figur in den Filmen.
Begegnung mit Matthew Macfadyen
Bei Dreharbeiten zu einer John-le-Carré-Serie in Prag traf Brühl später Matthew Macfadyen, der Voldemort in der englischen Fassung spricht. Beide Schauspieler scherzten über ihre Rollen und unterhielten sich während des restlichen Drehs in Fistelstimme.
Brühl beschreibt persönliche Parallelen
Auch persönlich sieht Brühl nach eigener Aussage Parallelen zu Voldemorts Zerrissenheit. Während er früher ein starkes Gemeinschaftsgefühl gesucht habe, trenne er seine Beziehungen inzwischen klarer und habe bereits Verbindungen beendet.
Diese Veränderung beschreibt Brühl als Prozess des Älterwerdens, mit dem es ihm besser gehe. Seine Aussagen verbinden die technische Arbeit an der Stimme mit einer persönlichen Auseinandersetzung mit der Figur.
Die neue Hörspielproduktion stellt Daniel Brühl vor eine besondere Interpretationsaufgabe: Voldemort ist durch die literarische Vorlage klanglich stark geprägt, zugleich darf die Figur nicht zur bloßen Karikatur werden. Brühls Beschreibung zeigt, dass die Arbeit an einer ikonischen Rolle nicht nur aus der Übernahme bekannter Merkmale besteht, sondern aus der Suche nach einer eigenständigen akustischen Identität.
Besonders anspruchsvoll ist die Abgrenzung von bereits etablierten Darstellungen. Im deutschsprachigen Raum ist Voldemort für viele Hörer mit Rufus Becks Lesung verbunden, international prägt Ralph Fiennes’ Filmversion die Wahrnehmung der Figur. Brühl muss deshalb Vertrautes berücksichtigen und sich zugleich davon lösen.
Eine Figur mit mehreren Stimmen
Die Begegnung mit Matthew Macfadyen verweist zudem auf eine Besonderheit mehrsprachiger Produktionen: Derselbe Charakter erhält je nach Sprachfassung eine eigene Stimme und damit eine eigene Wirkung. Für das Publikum entsteht so kein vollständig einheitliches, sondern ein sprachlich unterschiedliches Voldemort-Bild.
Der humorvolle Gollum-Vergleich macht die Herausforderung anschaulich. Eine schlangenartige, hohe und bedrohliche Stimme kann schnell in eine bekannte Fantasiefigur kippen. Dass Brühl diese Nähe nach eigener Aussage selbst erkannte, beschreibt den kreativen Prozess hinter einer Rolle, die später vor allem als fertiges Klangergebnis wahrgenommen wird.
