Hape Kerkeling: Petition für Bundespräsidenten erreicht 155.000
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 15:24 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSPetition erreicht fast 155.000 Unterstützer
- Fast 155.000 Menschen plädieren in einer Petition dafür, Hape Kerkeling zum nächsten Bundespräsidenten zu wählen.
- Kerkeling sagt, die Initiative für eine queere Person als Staatsoberhaupt habe er nicht unterbinden wollen.
- Der Entertainer hält einen Erfolg für unwahrscheinlich und verweist auf die Rolle der CDU bei der Kandidatenkür.
Hape Kerkeling hat sich gerührt über eine Petition gezeigt, die ihn als nächsten Bundespräsidenten vorschlägt. Dem „Spiegel“ sagte der Autor und Komiker, die Initiative könne Diskussionen fördern, die einer freien Gesellschaft zugutekämen.
Ein Interesse an dem Amt dementierte Kerkeling nicht, blieb bei einer möglichen Kandidatur aber zurückhaltend. Ohne die CDU werde es nicht gehen; diese werde jemanden nach ihren Vorstellungen auswählen.
Kerkeling setzt auf gesellschaftliche Debatte
Der Entertainer erklärte, er habe die Petition nicht stoppen wollen, weil sie die Idee einer queeren Person im Amt des Staatsoberhaupts aufgreife. Einen Erfolg erwartet er nach eigener Einschätzung nicht.
Stattdessen sieht Kerkeling in der Initiative einen Anlass für eine öffentliche Auseinandersetzung. Bei der Kandidatenkür der CDU hoffe er, dass die Wahl auf die „richtige Dame“ falle.
Einsatz gegen Rechtsextremismus
Kerkeling nahm zuletzt an einer Anhörung im Thüringer Landtag zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren teil. Dort plädierte der gebürtige Recklinghäuser nachdrücklich für ein Verbot und nahm zugleich die Wählerschaft in die Verantwortung.
Wer Rechtsextremisten wähle, wolle nach Kerkelings Einschätzung keinen bloßen Denkzettel verteilen. Er verglich diese Entscheidung mit dem Wunsch, die Löwen in die Arena zu lassen und Blut zu sehen.
Persönliche Familiengeschichte prägt Haltung
Ein Großvater Kerkelings wurde von den Nationalsozialisten politisch verfolgt. Der Entertainer begründet seinen Einsatz für die Demokratie außerdem mit Dankbarkeit gegenüber einem Land, das ihm als Kind aus einer Arbeiterfamilie Aufstieg und eine Karriere unter den Bedingungen der Meinungsfreiheit ermöglicht habe.
Nun wolle er diesem Land etwas zurückgeben. Seine Aussagen verbinden damit die Reaktion auf die Petition mit einem grundsätzlichen politischen und persönlichen Bekenntnis.
Die Petition für Hape Kerkeling verbindet eine prominente Person mit einer grundsätzlichen Debatte über Repräsentation im höchsten Staatsamt. Kerkeling würde als offen queere Persönlichkeit ein Signal für gesellschaftliche Vielfalt setzen. Zugleich ist das Amt des Bundespräsidenten nicht durch eine direkte Volkswahl, sondern durch die Bundesversammlung zu besetzen.
Für eine Wahl entscheidend sind deshalb die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung und insbesondere die Positionen der im Bundestag vertretenen Parteien. Kerkelings Hinweis auf die CDU verweist auf die zentrale Rolle der parteipolitischen Verständigung bei der Kandidatenkür. Eine Petition kann öffentliche Aufmerksamkeit erzeugen, ersetzt aber keine parlamentarische Vereinbarung.
Demokratisches Engagement als roter Faden
Kerkelings Äußerungen zur Petition stehen im Zusammenhang mit seinem öffentlichen Einsatz für Demokratie und gegen Rechtsextremismus. Seine Familiengeschichte und seine Begründung, dem Land wegen der Chancen durch Meinungsfreiheit etwas zurückgeben zu wollen, verleihen dieser Haltung eine persönliche Dimension.
Auch die Diskussion über ein mögliches AfD-Verbotsverfahren berührt die Grenzen und Schutzmechanismen der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Für Leser ist dabei entscheidend, zwischen öffentlicher Unterstützung, parteipolitischer Kandidatur und einer tatsächlichen Wahlentscheidung zu unterscheiden. Die Petition zeigt vor allem, welche gesellschaftliche Debatte eine prominente Kandidatur anstoßen kann.
