Goldener Löwe in Venedig für May el-Toukhy
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 20:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie dänische Regisseurin May el-Toukhy hat für ihren Film „Woman Unknown“ den Goldenen Löwen des Filmfestivals Venedig erhalten.
Hauptpreise in Venedig vergeben
Die Jury zeichnete zudem Mathilde Arcel als beste Schauspielerin aus. Der Große Preis der Jury ging an das südkoreanische Werk „Possible Love“ von Lee Chang-dong, der Spezialpreis der Jury an die Gaza-Dokumentation „NAZA“ von Yuval Abraham und Rachel Szor.
Eine Frau gewinnt den Goldenen Löwen
May el-Toukhy ist die erst achte Frau in der Geschichte der Filmfestspiele, die den Goldenen Löwen gewinnt. Im diesjährigen Wettbewerb waren von 21 Filmen nur zwei von Frauen inszeniert worden.
Die 83. Filmfestspiele hatten am 2. September begonnen. Zu den weiteren ausgezeichneten Namen gehören John Malkovich als bester Schauspieler, Ilja Chrschanowski für die beste Regie und Stéphane Brizé für das beste Drehbuch.
Venedig bleibt ein Gradmesser für die Branche
Die Auszeichnungen bei den 83. Filmfestspielen von Venedig unterstreichen erneut die internationale Bedeutung des Festivals als Bühne für Autorenkino und Preisprognosen. Der Goldene Löwe für May el-Toukhy und der Schauspielpreis für Mathilde Arcel rücken zugleich ein Werk ins Zentrum, das historische Schuld, soziale Klasse und weibliche Selbstbehauptung verbindet.
Bemerkenswert ist auch die Verteilung der Preise. Dass der Große Preis der Jury an Lee Chang-dongs „Possible Love“ ging und der Spezialpreis an die Gaza-Doku „NAZA“, zeigt die Spannbreite des Wettbewerbs zwischen erzählerischem Spielfilm und politischer Gegenwartsbeobachtung. Venedig bleibt damit ein Festival, das künstlerische Handschrift und gesellschaftliche Relevanz zusammenführt.
Signalwirkung über das Festival hinaus
Für May el-Toukhy hat der Sieg zusätzliches Gewicht, weil sie erst die achte Frau ist, die den Goldenen Löwen gewinnt. Die erneut kleine Zahl weiblich inszenierter Wettbewerbsfilme verweist auf ein strukturelles Ungleichgewicht, das weit über ein einzelnes Festival hinausreicht.
Für das Publikum und die Branche ist die Preisentscheidung auch deshalb relevant, weil solche Auszeichnungen oft den internationalen Verleih, die Festivalroute und die spätere Wahrnehmung eines Films prägen. Venedig setzt damit nicht nur ein kulturelles, sondern auch ein marktwirksames Signal für die kommenden Monate.
