ESC 2027, Niederlande

ESC 2027: Niederlande kehren trotz Israel-Streit zum Wettbewerb zurück

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 16:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Niederlande kehren 2027 zum Eurovision Song Contest zurück, obwohl die Teilnahme Israels weiter umstritten ist. Ein neues Team des öffentlichen Rundfunks soll den Beitrag auswählen; Irland bleibt beim Boykott.

Der ESC findet 2027 in Burgas in Bulgarien statt. (Archivfoto) - Bild: Valentina Petrova/AP/dpa
Der ESC findet 2027 in Burgas in Bulgarien statt. (Archivfoto) - Bild: Valentina Petrova/AP/dpa

Die Niederlande wollen nach einem Jahr Pause 2027 wieder am Eurovision Song Contest teilnehmen und verzichten damit auf einen erneuten Boykott wegen der umstrittenen Teilnahme Israels.

Gemeinsames Rundfunkprojekt

Der niederländische Beitrag soll ein Gemeinschaftsprojekt des öffentlichen Rundfunks werden, wie der Vorstand des öffentlichen Rundfunkverbands NPO in Hilversum ankündigte.

Der bislang verantwortliche Sender Avrotros hatte im August erklärt, sich nicht mehr an dem Wettbewerb beteiligen zu wollen. Zur Begründung hatte der Sender den ESC als „nicht mehr neutral“ bezeichnet.

Neues Team übernimmt Auswahl

NPO will nun ein ESC-Team bilden, das für die Auswahl des teilnehmenden Künstlers zuständig ist. Der nationale Nachrichtensender NOS soll anschließend die Halbfinals und das Finale übertragen.

Irland boykottiert erneut

Irland hält dagegen an seinem angekündigten Boykott für 2027 fest. Das Land will aus Protest gegen Israels Vorgehen im Gaza-Krieg nicht am Wettbewerb teilnehmen. Irland gehörte zu den fünf Ländern, die den vorigen ESC in Wien boykottiert hatten.

Wettbewerb in Bulgarien

Der nächste Eurovision Song Contest findet im Mai 2027 in Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste statt. Auch Belgien will dort antreten. Der flämische öffentlich-rechtliche Sender VRT hatte seine Teilnahme wegen der israelischen Beteiligung und der andauernden Gewalt im Gazastreifen zunächst offengelassen.

ESC wird zum politischen Prüfstein

Die niederländische Kehrtwende zeigt, wie stark die Teilnahme am Eurovision Song Contest inzwischen von politischen und institutionellen Entscheidungen abhängt. Der Wettbewerb soll im Mai 2027 im bulgarischen Burgas stattfinden. Nach dem Rückzug des bisher verantwortlichen Senders Avrotros übernimmt nun ein gemeinsames Projekt des öffentlichen Rundfunks die Vorbereitung.

Damit bleibt die Kontroverse um Israels Teilnahme bestehen, erhält aber eine andere organisatorische Antwort. Während die Niederlande ihre Rückkehr mit einer neuen Zuständigkeit verbinden, hält Irland an seinem Boykott fest. Spanien empfiehlt ebenfalls einen weiteren Rückzug; dort steht die endgültige Entscheidung des zuständigen Rundfunkgremiums noch aus. Belgien will dagegen in Bulgarien antreten.

Folgen für Wettbewerb und Publikum

Die unterschiedlichen Positionen können die Zusammensetzung des Teilnehmerfelds und die politische Wahrnehmung des ESC beeinflussen. Besonders relevant ist, ob weitere Rundfunkanstalten ihre Teilnahme an Bedingungen knüpfen oder den Wettbewerb als Plattform für Protest nutzen.

Für das niederländische Publikum bedeutet die Entscheidung zunächst, dass wieder ein Beitrag ausgewählt und die Sendung durch NOS übertragen werden soll. Offen bleiben die Auswahl des Künstlers, das konkrete Verfahren und die Frage, wie der niederländische Rundfunk mit der anhaltenden Kritik an der ESC-Teilnahme Israels umgehen wird.

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