Elke Sommer stirbt mit 85 Jahren in den USA
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 15:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWSStationen zwischen Franken und Hollywood
- Elke Sommer wuchs als Pfarrerstochter im fränkischen Marloffstein bei Erlangen auf.
- Für „Der Preis“ an der Seite von Paul Newman erhielt sie einen Golden Globe.
- In „Unter Geiern“ spielte sie 1964 eine deutsche Farmerstochter an der Seite von Götz George.
Elke Sommer stirbt mit 85 Jahren
Die langjährige Hollywood-Schauspielerin Elke Sommer ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Sie schlief wenige Tage vor ihrem 86. Geburtstag friedlich zu Hause ein, wie aus ihrem Umfeld bekannt wurde.
Von Franken nach Hollywood
Sommer wuchs als Pfarrerstochter im fränkischen Marloffstein bei Erlangen auf. Nach einer Miss-Wahl im italienischen Viareggio wurde sie als Schauspielerin entdeckt und schaffte den Sprung in den internationalen Film.
Für ihre Rolle in „Der Preis“ an der Seite von Paul Newman erhielt sie einen Golden Globe. Danach stand sie unter anderem mit Jean Gabin, Curd Jürgens, Sean Connery, Michel Piccoli und Alain Delon vor der Kamera.
Farmerstochter bei Karl May
Auch beim deutschen Publikum blieb Sommer besonders durch ihre Rolle in der Karl-May-Verfilmung „Unter Geiern“ von 1964 in Erinnerung. Sie spielte eine unerschrockene Farmerstochter, die am Ende den Farmerssohn Martin Baumann, dargestellt von Götz George, heiratet.
Prägendes Image der 1960er Jahre
Zweimal posierte die Schauspielerin für den „Playboy“ und galt als Sexsymbol der 1960er Jahre. Zugleich blieb sie ihren fränkischen Wurzeln verbunden und lebte wechselweise in Marloffstein und Los Angeles, zuletzt überwiegend in den USA.
Im Alter zog sich Sommer weitgehend aus dem Schauspielberuf zurück und konzentrierte sich stärker auf die Malerei. Sie war mehr als 30 Jahre mit dem New Yorker Hotelmanager Wolf Walther verheiratet, der im Sommer dieses Jahres an Krebs starb.
Elke Sommer gehörte zu einer Generation deutscher Schauspielerinnen, die nach dem Zweiten Weltkrieg früh den Weg in den internationalen Film fanden. Ihren Aufstieg verdankte sie zunächst einem Schönheitswettbewerb im italienischen Viareggio, der ihr Rollen in italienischen und deutschen Produktionen eröffnete.
Mit dem Film „Der Preis“ an der Seite von Paul Newman erreichte Sommer 1963 einen Höhepunkt ihrer internationalen Karriere. Der Golden Globe als Nachwuchsdarstellerin machte sie in Hollywood bekannt; zugleich prägten Rollen in populären Produktionen und Auftritte mit Stars wie Peter Sellers, Sean Connery und Dean Martin ihr öffentliches Bild.
Vom Film zur Malerei
Sommer wurde häufig auf ihr Image als Sexsymbol der 1960er Jahre reduziert. Ihre Laufbahn war jedoch breiter: Sie arbeitete auch für das Theater und Fernsehen und widmete sich später zunehmend der Malerei, mit Ausstellungen unter anderem in New York.
Ihre Biografie verband zwei sehr unterschiedliche Lebenswelten. Marloffstein bei Erlangen stand für ihre fränkische Herkunft und Bodenständigkeit, Los Angeles für ihre jahrzehntelange internationale Karriere. Diese Verbindung prägte auch ihre letzten Lebensjahre, in denen sie sich aus dem Schauspielberuf weitgehend zurückzog.
Abschied von einer prägenden Darstellerin
Der Tod ihres langjährigen Ehemanns Wolf Walther im Sommer dieses Jahres veränderte ihre private Situation zusätzlich. Sommer hinterlässt ein Werk, das vom deutschen Nachkriegsfilm über Karl-May-Verfilmungen bis zum Hollywood-Kino reicht und mehrere Generationen von Zuschauern erreicht hat.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
BR24: „Sie war nie "ganz erwachsen": Zum Tod von Elke Sommer“ (29.10.2026)
Der BR24-Nachruf bestätigt Sommers Tod mit 85 Jahren und stellt ihren internationalen Durchbruch in den 1960er Jahren heraus. Einen besonderen Schwerpunkt legt der Beitrag auf ihre fränkische Herkunft, ihre persönliche Unbefangenheit und den späteren Wechsel zur Malerei.
taz: „Elke Sommer ist gestorben: Lebensweg Richtung Hollywood“ (29.10.2026)
Die taz verbindet die Nachricht mit einem biografischen Rückblick auf Sommers Weg vom Schönheitswettbewerb in Viareggio nach Hollywood. Anders als der BR24-Beitrag betont sie stärker das Spannungsverhältnis zwischen ihrem glamourösen Filmimage und ihrer Bodenständigkeit in Franken.
Beide Beiträge heben Sommers internationale Filmkarriere, ihre fränkischen Wurzeln und ihre spätere künstlerische Arbeit hervor. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung von persönlicher Haltung, Hollywood-Laufbahn und dem Wandel zur Malerei.
