Österreich, Deutschland

Romy Schneiders Filmklassiker «Sissi» ist jetzt 70

24.12.2025 - 06:00:18 | dpa.de

Eine sehr schwere Perücke, Dreharbeiten am falschen See und skurrile Nebenfiguren: Die «Sissi»-Trilogie wurde ein Klassiker des deutschsprachigen Films und pappte an Romy Schneider «wie Grießbrei».

Für die einen sind sie nur schrecklich süße Schmonzetten, für die anderen der perfekte romantische Kitsch. Die Rede ist von den legendären «Sissi»-Filmen mit Romy Schneider in der Titelrolle und Karlheinz Böhm als Franz Joseph. Es geht um die Kostümfilme «Sissi» (1955), «Sissi – Die junge Kaiserin» (1956) und «Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin» (1957), die sich um das frühe Leben der österreichischen Kaiserin Elisabeth drehen.

Vor 70 Jahren - am 21. Dezember 1955 - feierte der erste Spielfilm der Trilogie Premiere in Wien. Einen Tag später (22.12.) kam das Werk in der Bundesrepublik Deutschland ins Kino. 

Auch dieses Jahr läuft der Klassiker wieder an Weihnachten im Fernsehen (aber nicht im Ersten der ARD, sondern bei RTL). Am heutigen Heiligabend ist er zur Primetime (20.15 Uhr) zu sehen und am ersten Feiertag vormittags.

Für den österreichischen Regisseur Ernst Marischka (1893-1963), der die junge Romy zuvor schon öfter besetzt hatte, etwa in «Mädchenjahre einer Königin» (1954) als britische Monarchin Victoria, wurden die «Sissi»-Filme ein Triumph. Für Romy Schneider wurden sie zum Durchbruch als europäischer Filmstar. 

«Willst du meine Frau werden?», «Nein, nie.»

Ein melodramatischer Dialog zwischen dem Kaiser und seiner gut sieben Jahre jüngeren Cousine Sisi - wie sie mit nur einem «s» historisch eigentlich geschrieben wird - ist der Dreh- und Angelpunkt des Films «Sissi». 

«Mama wollte doch, ich soll mich mit einer Tochter von Tante Ludovika verloben. Ich habe noch nie meiner Mutter einen Wunsch so gern erfüllt wie diesen», sagt der Kaiser. «Willst du meine Frau werden?», «Nein, nie», sagt Sissi. «Und warum nicht?», «Weil ich Nenes Glück nicht im Weg stehen will und weil ich ihr nie den Mann stehlen werde.» 

Dazu sollte man wohl wissen: Nene ist Sissis ältere Schwester und war im Film eigentlich für den Kaiser als Gattin auserkoren. Doch der verguckt sich in die jüngere Sissi. Ein Dilemma. Übrigens: Die echte Herzogin Elisabeth von Bayern war bei der Verlobung mit ihrem Cousin erst 15 Jahre alt. 

Der Film «Sissi» beginnt 1853 in Possenhofen am Starnberger See. Herzog Max von Bayern lebt mit seiner Frau und den vielen Kindern, darunter die Töchter Helene (Nene) und Elisabeth (Sissi), ein beschauliches Leben. 

Drehort Fuschl statt Possenhofen 

Gedreht wurden die Szenen aber nicht am bayerischen Originalschauplatz, sondern im Salzkammergut, unweit von Salzburg. «Schloss Fuschl schrieb Filmgeschichte als bezaubernde Kulisse für den ersten "Sissi"-Film», schreibt das heute dort angesiedelte Luxushotel über seine Immobilie. «Als Kulisse für Schloss Possenhofen fing die malerische Seelage des Schlosses den Geist der legendären Geschichte perfekt ein.» Während der Dreharbeiten habe Romy Schneider auf dem Schloss gelebt, woran heute eine Suite erinnere.

Zurück zu «Sissi»: Die Schwester von Herzog Max' Frau Ludovika ist die Mutter des österreichischen Kaisers und möchte Franz Joseph mit Helene verheiraten. Zur Verlobung lädt sie Ludovika und deren älteste Tochter nach Bad Ischl bei Salzburg ein. Die burschikose Sissi fährt mit.

Sissi lernt bei einem Reißaus zufällig den jungen Kaiser kennen, sagt aber nicht, wer sie ist. Der junge Monarch ist hingerissen von der natürlichen Elisabeth und verkündet später beim Empfang zum Entsetzen seiner Mutter die Verlobung mit Sissi - statt mit Nene. Über die Donau reist Sissi in ihre neue Heimat Österreich.

Den komödiantischen Part in dem Klassiker, der unzählige Male im Fernsehen wiederholt worden ist, übernehmen Erich Nikowitz und Josef Meinrad. Nikowitz spielt Franz Josephs Vater Erzherzog Franz Karl, der vorgibt, schwerhörig zu sein, und Meinrad gibt den tollpatschigen Major Böckl, der den Kaiser in Ischl beschützen soll und Sissi für eine Attentäterin hält.

«Genickstarre» von der Perücke

Die zierliche Romy Schneider schrieb während der Dreharbeiten 1955 in ihr Tagebuch, dass die Perücke «so ungewohnt und anstrengend» zu tragen sei; sie bekomme von dem Gewicht eine «Genickstarre, als säße man in der ersten Reihe im Kino». 

In späteren Jahren beklagte sich die Schauspielerin über die «Sissi»-Filme, die Rolle klebe an ihr «wie Grießbrei». «Das war bestimmt richtig damals. Aber dann wollte ich halt eines Tages nicht mehr die Prinzessin sein.»

Zwei Fortsetzungsfilme gab es nach dem ersten Teil. Einen vierten Film lehnte Romy Schneider trotz Millionengage ab. 1972 trat sie trotzdem noch einmal als Sisi in der kunstvollen Verfilmung «Ludwig II.» von Luchino Visconti auf - an der Seite von Helmut Berger als Bayerns männerliebendem Märchenkönig, der Sisis Großcousin war.

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