Ed Sheeran, Macklemore

Ed Sheeran Tour: Nach Macklemore-Ausschluss sagen weitere Support-Acts ab

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 09:38 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach dem Ausschluss von US-Rapper Macklemore wegen propalästinensischer Äußerungen haben vier weitere Support-Acts ihre Teilnahme an der laufenden Ed-Sheeran-Tour abgesagt. Der Konflikt um die „Loop“-Tour zeigt, wie stark der Nahost-Krieg inzwischen Entscheidungen im internationalen Musikgeschäft beeinflusst.

  • Ed Sheeran ist noch bis November in den USA unterwegs, danach sind Konzerte in Mexiko und Südamerika angesetzt. (Archivbild) - Bild: Wilfredo Lee/AP/dpa
    Ed Sheeran ist noch bis November in den USA unterwegs, danach sind Konzerte in Mexiko und Südamerika angesetzt. (Archivbild) - Bild: Wilfredo Lee/AP/dpa
  • Finneas O'Connell (l) ist der Bruder und musikalische Wegbegleiter von Billie Eilish. (Archivbild) - Bild: Jordan Strauss/AP/dpa
    Finneas O'Connell (l) ist der Bruder und musikalische Wegbegleiter von Billie Eilish. (Archivbild) - Bild: Jordan Strauss/AP/dpa
Ed Sheeran ist noch bis November in den USA unterwegs, danach sind Konzerte in Mexiko und Südamerika angesetzt. (Archivbild) - Bild: Wilfredo Lee/AP/dpa Finneas O'Connell (l) ist der Bruder und musikalische Wegbegleiter von Billie Eilish. (Archivbild) - Bild: Jordan Strauss/AP/dpa

Nach dem Ausschluss von US-Rapper Macklemore wegen propalästinensischer Äußerungen haben vier weitere Support-Acts ihre Teilnahme an der Tour von Popstar Ed Sheeran abgesagt.

Vier Künstler ziehen sich von Sheerans „Loop“-Tour zurück

Der irische Singer-Songwriter Aaron Rowe erklärte auf Instagram, er würde jeden Respekt vor sich selbst verlieren, wenn er einfach weitermache wie bisher, und beendete sein Statement mit den Worten „Free Palestine“.

Lukas Graham, der ebenfalls als Support-Act in den USA auftreten sollte, veröffentlichte eine Erklärung, wonach man in der Lage sein solle, über Krieg, über getötete Zivilisten und über Kinder zu sprechen, die überall auf der Welt das Recht hätten, aufzuwachsen.

Auch Beoga und Finneas O'Connell sagen Konzerte ab

Die Band Beoga und Finneas O'Connell, bekannt als enger musikalischer Wegbegleiter seiner Schwester Billie Eilish, sagten ihre Teilnahme an den noch ausstehenden Tourdaten ebenfalls auf Instagram ab.

Berichten zufolge haben damit alle verbleibenden Support-Acts ihre Mitwirkung an der Tour gestrichen. Sheeran ist mit seiner „Loop“-Tour noch bis November in den USA unterwegs, anschließend sind Konzerte in Mexiko und Südamerika geplant.

Hintergrund: Macklemore aus Tourprogramm gestrichen

Zuvor hatte Macklemore mitgeteilt, dass „Ed Sheeran und sein Team“ ihn aus der Tour gestrichen hätten. Medienberichten zufolge hatte der 43-Jährige bei Auftritten erklärt, einer der Gründe für seine Teilnahme an der Tour sei, dass er auf Bühnen und in Stadien in ganz Amerika stehen und zwei ihm wichtige Worte sagen könne: „Free Palestine“.

Die Organisation Israeli-American Council startete nach diesen Äußerungen eine Petition mit der Forderung, Sheeran solle Macklemore nicht länger auf seiner Tour auftreten lassen.

Ed Sheeran verweist auf Entscheidung des Tourveranstalters

Ed Sheeran äußerte sich ebenfalls auf Instagram und schrieb, die Entscheidung sei vom Tourveranstalter getroffen worden, nicht von ihm selbst. In den vergangenen Tagen habe er nach eigenen Worten ausführlich mit Vertretern der Veranstaltungsorte, dem Tourveranstalter und Aktivisten auf beiden Seiten gesprochen, um eine gemeinsame Lösung zu finden, jedoch ohne Erfolg.

Sheeran betonte, er sei vom Nahost-Konflikt und dem Leid auf beiden Seiten entsetzt. Er habe eine persönliche Meinung zu diesem verheerenden Konflikt, auch wenn er sie nicht öffentlich äußere. Das bedeute nicht, dass es ihm egal sei. Unterdessen kündigten weitere Musiker an, nicht mehr im Rahmen der Tour auftreten zu wollen.

Tour-Konflikt im Schatten des Nahost-Kriegs

Die Absagen mehrerer Support-Acts bei der laufenden US-Tour von Ed Sheeran machen sichtbar, wie stark der Nahost-Konflikt inzwischen internationale Popkultur erreicht. Auslöser war der Ausschluss des US-Rappers Macklemore aus dem Vorprogramm nach seinen propalästinensischen Äußerungen auf der Bühne. Damit wird ein Konflikt, der sich bislang vor allem in Politik und sozialen Medien zeigte, direkt auf die Abläufe großer Konzerttourneen übertragen.

Druck von Organisationen und Reaktion der Künstler

Eine Rolle spielt dabei der öffentliche Druck einzelner Gruppen. Der Israeli-American Council initiierte eine Petition mit der Forderung, Macklemore nicht länger auftreten zu lassen. Der Ausschluss des Rappers und die anschließenden Abmeldungen von Aaron Rowe, Lukas Graham, Beoga und Finneas O'Connell zeigen, wie Veranstalter und Künstler gleichermaßen zwischen Sicherheitsüberlegungen, wirtschaftlichen Interessen und politischer Haltung abwägen. Während der Tourveranstalter Macklemore aus dem Line-up nahm, begründen die übrigen Acts ihren Rückzug mit dem Wunsch, sich zu Fragen von Krieg, zivilen Opfern und „Free Palestine“ klar zu positionieren.

Folgen für Fans, Branche und öffentliche Debatte

Für die Fans bedeuten die Absagen zunächst veränderte Shows: Die Hauptauftritte von Ed Sheeran sollen wie geplant stattfinden, doch das Rahmenprogramm verliert seine ursprüngliche Vielfalt. Für die Musikbranche ist der Vorgang ein Beispiel dafür, wie stark politische Positionierungen inzwischen zum Risiko – aber auch zum Profil – einer Tour werden können. Ed Sheeran betont, er sei entsetzt über das Leid im Nahost-Konflikt und habe eine persönliche Haltung, äußere sich aber nicht öffentlich dazu. Diese zurückhaltende Linie steht im Kontrast zu den Support-Acts, die ihre Teilnahme explizit mit politischen Aussagen verknüpfen und damit die Frage verstärken, wie offen internationale Stars künftig auf Tour über Krieg und Menschenrechte sprechen.

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