Tupac Shakur: Duane Davis erhält 40 Jahre Haft in Las Vegas
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 02:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFamilie spricht vor dem Urteil
- Richterin Carli Kierny verurteilte den 63-jährigen Duane Davis in Las Vegas zu mindestens 40 Jahren Gefängnis.
- Sekyiwa Shakur und Mopreme Shakur schilderten bei der Anhörung den Verlust des Rappers und forderten eine harte Strafe.
- Davis war als Drahtzieher verurteilt worden, nicht als derjenige, der die tödlichen Schüsse abgab.
Der frühere Gang-Anführer Duane Davis ist in Las Vegas wegen seiner Verantwortung für die Ermordung des Rappers Tupac Shakur zu mindestens 40 Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Schwester erinnert an den Verlust
Bei der Anhörung am Dienstag Ortszeit sprach Tupac Shakurs Schwester Sekyiwa unter Tränen über den Tod ihres Bruders. Der Musiker war am 7. September 1996 in einem Auto angeschossen worden und starb sechs Tage später im Krankenhaus.
Auch sein Stiefbruder Mopreme Shakur äußerte sich vor Gericht. Der Verlust habe die Familie ebenso getroffen wie die weltweite Gemeinschaft der Tupac-Anhänger.
Berufung angekündigt
Davis äußerte sich selbst nur kurz und verlangte die Rückgabe persönlicher Gegenstände, darunter Fotos, die Ermittler aus seinem Haus mitgenommen hatten. Gemeinsam mit seinem Anwalt kündigte er Berufung gegen das Urteil an.
Jury sah Davis als Drahtzieher
Zwölf Geschworene hatten Davis rund sechs Wochen vor der Strafzumessung schuldig gesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn nicht beschuldigt, selbst geschossen zu haben, sondern die Vergeltungsaktion organisiert und die Waffe beschafft zu haben.
Nach dem Recht Nevadas kann auch wegen Mordes verurteilt werden, wer anderen bei der Tat hilft. Davis war 2023 in Las Vegas festgenommen worden und hatte auf nicht schuldig plädiert.
Ermittler stützten sich auf frühere Aussagen
Lange fehlten ausreichende Beweise für einen Prozess. Ermittler verwiesen später auch auf Davis’ eigene Äußerungen, wonach er in dem weißen Cadillac gesessen habe, aus dem die Schüsse abgegeben worden seien.
In einem Verhör von 2008 hatte Davis erklärt, sein Neffe Orlando Anderson habe geschossen. Auch in seinen 2019 veröffentlichten Memoiren schrieb er über den Vorfall. Die Mordwaffe wurde nie gefunden; die Verteidigung bezeichnete Davis als Lügner und Angeber.
Tupac bleibt prägende Rap-Figur
Tupac Shakur gehörte zu den einflussreichsten Rappern der 1990er Jahre. Seine Musik, darunter „California Love“ und „Changes“, erreichte Millionen Menschen; 2017 wurde er posthum in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
Richterin Kierny wies Davis’ Darstellung zurück, er habe die Gang-Szene hinter sich gelassen. Nach 30 Jahren werde er nun für das Geschehen vom 7. September 1996 zur Rechenschaft gezogen.
Ein spätes Urteil in einem prägenden Fall
Das Urteil gegen Duane Davis beendet einen der weltweit bekanntesten ungelösten Fälle aus der Geschichte des Hip-Hop. Tupac Shakur starb 1996 im Alter von 25 Jahren, als die Rivalität zwischen dem Umfeld von Death Row Records und konkurrierenden Gruppen auch von Gewalt geprägt war. Dass der Prozess erst drei Jahrzehnte später zustande kam, zeigt zugleich die besondere Schwierigkeit von Ermittlungen, in denen zentrale Zeugen fehlen und physische Beweise begrenzt sind.
Indizien und eigene Aussagen
Im Verfahren spielte eine besondere Form der Beweisführung eine Rolle: Davis hatte sich wiederholt öffentlich zu seiner Anwesenheit im Cadillac geäußert und in früheren Aussagen seinen Neffen als Schützen bezeichnet. Die Mordwaffe wurde dennoch nie gefunden, und die Verteidigung stellte Davis’ frühere Darstellungen als unglaubwürdig dar. Die Jury bewertete die vorliegenden Beweise trotzdem als ausreichend für einen Schuldspruch.
Bedeutung für Familie und Fans
Die Mindeststrafe von 40 Jahren macht eine Entlassung vor dem hohen Alter praktisch unwahrscheinlich. Für die Angehörigen steht damit weniger die vollständige Rekonstruktion aller Abläufe als die gerichtliche Anerkennung der Verantwortung im Mittelpunkt. Zugleich bleibt die Rolle des tatsächlichen Schützen ungeklärt. Davis’ angekündigte Berufung kann den Fall erneut in den Blick der Justiz rücken, ändert aber zunächst nichts an der verhängten Haftstrafe.
