Donaueschinger Musiktage 2026 starten vielstimmig
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 12:48 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSDie Donaueschinger Musiktage 2026 stehen unter dem Leitgedanken der Polyphonie und verstehen das Thema auch als Spiegel unserer komplexen Gegenwart, die sich nicht auf wenige Perspektiven reduzieren lässt.
Das Festival beginnt am Donnerstagnachmittag, 15. Oktober, mit der Eröffnung von drei Klanginstallationen, die während der Musiktage und teilweise darüber hinaus bei freiem Eintritt erlebbar sein werden. Um 16 Uhr startet Yann Leguays interaktive Klanginstallation in der Alten Molkerei, die sich dem drängenden Problem der Energieerzeugung widmet. Inspiriert durch seine Residenz "Mechanical Forests" in St. Georgen im Schwarzwald erkundet Leguay Formen der Energieerzeugung aus der Zeit vor der Elektrizität und lädt die Besucher:innen ein, selbst den Klang eines jeden Objektes zu aktivieren. Ab 17 Uhr erschafft Miles Friday mit seiner 32-kanaligen Klanginstallation in der Orangerie ein polyrhythmisches Feld, das sowohl sichtbar als auch hörbar ist. Lautsprecher werden zu atmenden Körpern, wenn tieffrequente Drones aufblasbare Objekte formen und als kinetische Skulpturen zum Leben erwecken. Ab 18 Uhr verarbeitet Gwendoline Robin im Museum Art.Plus in "Coexistences #2" Hörerlebnisse aus dem Hochgebirge - das Rauschen der Flüsse, den Wind oder das Rufen von Murmeltieren - zu zwei Installationen und einer Performance. Die Installationen sind bis zum 8. November zu sehen. Am Donnerstagabend folgt im Museum Art.Plus eine Podiumsdiskussion zum Thema "Musik für alle? Vermittlung im Wandel".
SWR Symphonieorchester und SWR Experimentalstudio im Eröffnungskonzert
Am Freitag, 16. Oktober, gestaltet das SWR Symphonieorchester das Eröffnungskonzert der Donaueschinger Musiktage. Unter der Leitung von Brad Lubman hebt es gemeinsam mit dem SWR Experimentalstudio vier neue Werke aus der Taufe. Die Kompositionen von Natasha Barrett und Stefan Prins beschäftigen sich mit der Frage, wie sich die Erfahrung unserer erschütterten Welt musikalisch begreifen lässt. Prins setzt den "Wahnsinn" des unkontrollierbaren Chaos aktueller Entwicklungen als künstlerisches Prinzip ein, während Natasha Barrett die vermeintliche Stabilität eines kollabierenden Systems dekonstruiert. Auch Igor C Silva widmet sich dem Thema Kontrolle und Kontrollverlust und experimentiert mit der Interaktion und Improvisation von Dirigent, Orchester und Solist:innen (Susana Santos Silva, Trompete und der Komponist mit Live-Elektronik). Für Hannah Kendall erweisen sich Verse des martinikanischen Dichters Édouard Glissant von 1949 als höchst zutreffend auf unsere Gegenwart (Freitag, 16.10., 20 Uhr). Anschließend ist im Schlosspark bei freiem Eintritt eine Performance von Yann Leguay zu erleben, in der die Flammen von Feuer zu Protagonisten einer minimalistischen Komposition werden (Freitag, 16.10., 23 Uhr).
Polyphonie als Spiegel einer komplexen Gegenwart
Simon Steen-Andersen entwirft in seiner Bühnen- und Videoperformance "UR!" ein fantastisches Doppelporträt von Kurt Schwitters und seinem treuesten Performer, Michael Schmid. Das Ensemble Speak Percussion aus Melbourne gibt sein Festivaldebüt mit Steven Kazuo Takasugis Projekt für Skulpturinstrumente, Video und Percussiontrio. Die Trompeterin Susana Santos Silva präsentiert nach ihrem Auftritt als Solistin mit dem SWR Symphonieorchester im Eröffnungskonzert auch ihre neue Duo-Konstellation mit der Geigerin Aisha Orazbayeva. Das Improvisationsensemble ONCEIM ist in der Stadtkirche St. Johann mit Werken von Marina Rosenfeld und der jüngst verstorbenen Komponistin Éliane Radigue erstmals bei den Musiktagen zu hören. Das Ensemble Modern wagt unter der Leitung von Xizi Wang mit Brigitta Muntendorfs "Last Show" ein soziales Live-Experiment. Die 18 Streicher:innen des Ensemble Resonanz zeigen unter der Leitung von Enno Poppe polyphone Perspektiven von Rebecca Saunders und Ann Cleare. Im Abschlusskonzert steht Chefdirigent François-Xavier Roth am Pult des SWR Symphonieorchesters mit Werken von Mauro Lanza, Clara Iannotta, Fabien Lévy und Noriko Baba.
SWR Kultur sendet im 5.1 Surround-Sound, Live-Videostreams auf SWRKultur.de
Die Donaueschinger Musiktage bestimmen am Festivalwochenende das Programm von SWR Kultur. Zum ersten Mal ist SWR Kultur mit einem mobilen Pop-up-Studio in Donaueschingen präsent. Allein fünf Konzerte werden live gesendet, darunter die beiden Konzerte mit dem SWR Symphonieorchester am 16. und 18. Oktober, das Konzert mit dem Ensemble Modern am 17. Oktober sowie das Konzert mit dem Ensemble Resonanz unter der Leitung von Enno Poppe am 18. Oktober. Insgesamt 12 Uraufführungen werden im Rahmen dieser Liveübertragungen im Radioprogramm von SWR Kultur (über Astra im 5.1 Surround-Sound) und in ARD Sounds zu hören sein. Alle weiteren Konzerte werden von SWR Kultur zu einem späteren Zeitpunkt gesendet und sind nach der Ausstrahlung in ARD Sounds und auf SWRKultur.de verfügbar. Die beiden Konzerte des SWR Symphonieorchesters zu Beginn und zum Abschluss der diesjährigen Donaueschinger Musiktage werden außerdem als Live-Videostream auf SWRKultur.de sowie auf dem YouTube-Kanal von ARD Klassik zu sehen sein.
Umfangreiches Rahmenprogramm
Das umfangreiche Rahmenprogramm der Musiktage bietet dem Festivalpublikum Künstler:innengespräche, Führungen durch alle Klanginstallationen, die Noten- und Buchausstellung sowie eine Stadtführung. Das Festival führt zudem die Auseinandersetzung mit dem Thema sexueller Belästigung im Musikbetrieb weiter und zeigt im Kommunalen Kino guckloch den Film "Dear Lara" von Lara St. John, der erstmals in Deutschland zu sehen ist. Das Vermittlungsprogramm der Musiktage ist in diesem Jahr noch erweitert worden und besteht aus Konzerten für alle Schüler:innen der Erich Kästner-Schule, Workshops für Schüler:innen des Fürstenberg-Gymnasiums und der Realschule, dem Programm "Next Generation" für Studierende und dem Seminar "Abenteuer Neue Musik" für Lehrende und Studierende. Für das Fachpublikum finden außerdem zwei Netzwerktreffen statt, zum einen der European Broadcasting Union (EBU) und zum anderen ein deutsch-niederländisches Netzwerktreffen.
Programm, Kartenverkauf und Künstlerplakat
Das detaillierte Programm der Donaueschinger Musiktage ist auf SWR.de/donaueschingen zu finden. Hier steht auch die Programmbroschüre zum Download bereit. Karten sind erhältlich online bei littleticket.shop, über die Tickethotline 0221 91409830 und in der Tourist-Information vor Ort in Donaueschingen. Dort kann ebenfalls das von Candida Höfer gestaltete Künstlerplakat erworben werden, das ab Festivalbeginn auch in einer limitierten signierten Auflage verfügbar ist.
Vorzugspreis für Bewohner:innen des Schwarzwald-Baar-Kreises
Bewohner:innen des Schwarzwald-Baar-Kreises erhalten für alle Veranstaltungen Karten zum Vorzugspreis von 12 EUR. Die Karten können unter Vorlage eines entsprechenden Nachweises ausschließlich in der Tourist-Information der Stadt Donaueschingen sowie an der Tageskasse erworben werden.
Veranstalter der Donaueschinger Musiktage ist die Gesellschaft der Musikfreunde in Zusammenarbeit mit der Stadt Donaueschingen, dem Südwestrundfunk und dem SWR Experimentalstudio.
Die Donaueschinger Musiktage werden als kultureller Leuchtturm gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes - gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien - sowie durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.
Pressekontakt:
Matthias Claudi, Tel. 0711 929 12219, matthias.claudi@SWR.de
Interviewanfragen, Pressematerial: Stefan Stahnke, Tel. 030 3478 1984, st@worteuebermusik.de
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