Emmy Awards 2026: Diese 16 Serien gehen in den Hauptkategorien ins Rennen
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 10:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Emmy Awards werden am 14. September (15. September MESZ) verliehen – ausgezeichnet werden die aus Sicht der US-Fernsehakademie besten Serien des Jahres sowie ihre kreativen Köpfe.
Die nominierten Dramaserien im Überblick
Als beste Dramaserie ist unter anderem „Pluribus – Glück ist ansteckend“ (Apple TV) nominiert, eine behutsam und philosophisch erzählte Produktion über eine Frau, die als eine der wenigen Menschen gegen ein mysteriöses Virus immun ist, das die Menschheit in ein gemeinsames Bewusstsein überführt. Die Serie von „Breaking Bad“-Schöpfer Vince Gilligan gilt als mehr Erlebnis denn klassische TV-Erzählung, getragen vom Ensemble um Rhea Seehorn und Karolina Wydra.
Krankenhaus, Politik und Historienkulisse
Einen ganz anderen Ton schlägt „The Pitt“ (HBO Max) an, eine Krankenhausserie, in der jede Folge eine Stunde einer Notaufnahme-Schicht abbildet und so pausenlose Spannung erzeugt. Im Zentrum steht Chefarzt Robby, gespielt von Noah Wyle, der auch als bester Hauptdarsteller nominiert ist. Bereits 2025 war die Serie bei den Emmys äußerst erfolgreich, weshalb sie nun erneut als Favorit gilt.
Diplomatie, Klassengesellschaft und Fantasy-Ableger
Der Politik-Thriller „Diplomatische Beziehungen“ (Netflix) ist dank seiner dritten Staffel gleich siebenmal nominiert, unter anderem als beste Dramaserie. Die Serie folgt der Diplomatin Kate Wyler, die mitten in einer internationalen Krise unerwartet US-Botschafterin in Großbritannien wird und im Geflecht aus Intrigen und Betrug navigieren muss. Ebenfalls im Rennen ist „The Gilded Age“ (HBO Max; in Deutschland bei Sky/Wow), ein opulentes Gesellschaftsdrama aus dem New York des späten 19. Jahrhunderts über altehrwürdige Familien und neureiche Emporkömmlinge.
Rückkehr nach Westeros und politische Verschwörungen
Die Fantasyserie „A Knight of the Seven Kingdoms“ (HBO Max) führt das „Game of Thrones“-Universum fort und erzählt die Abenteuer von Ritter Ser Duncan dem Großen und seinem Knappen Egg rund 90 Jahre vor den Ereignissen der Originalserie. Auf Thriller setzt „Paradise“ (Hulu; in Deutschland Disney+), in der der junge US-Präsident ermordet wird und Leibwächter Xavier Collins ins Visier der Ermittler gerät. Die Serie wird für ihr exzellentes Ensemble und ihre zahlreichen Wendungen hervorgehoben.
Spionage, Nachbarschaftsgeheimnisse und Streaming-Schwerpunkt
Mit „Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb“ (Apple TV) ist ein britischer Spionagethriller neunmal nominiert, darunter als beste Dramaserie. Im MI5-Abstellgleis „Slough House“ führt Gary Oldman als Jackson Lamb eine Gruppe gescheiterter Agenten, die dennoch immer wieder in heikle Geheimdienstaffären verwickelt wird. Ebenfalls auf Apple TV läuft „Your Friends and Neighbors“, in der Jon Hamm einen Hedgefonds-Manager im freien Fall verkörpert, der seine finanziellen Probleme durch Einbrüche in Nachbarhäuser zu lösen versucht und dabei auf dunkle Geheimnisse hinter reichen Fassaden stößt.
Die nominierten Comedys: Schule, Küche und Bühne
In der Kategorie beste Comedyserie tritt „Abbott Elementary“ (ABC; in Deutschland Disney+) an. Die Mockumentary begleitet Lehrerinnen und Lehrer einer unterfinanzierten Grundschule in Philadelphia und verbindet Humor mit dem Blick auf strukturelle Probleme im US-Schulsystem. Ein weiterer Favorit ist „The Bear: King of the Kitchen“ (FX; Disney+), in der Koch Carmy aus einem Sandwich-Imbiss ein Gourmetrestaurant macht, das um einen Michelin-Stern und seine wirtschaftliche Existenz kämpft.
Stand-up, Rom-Com und True-Crime-Parodie
„Hacks“ (HBO Max; in Deutschland vor allem bei RTL+) stellt die Beziehung zwischen Stand-up-Legende Deborah Vance und ihrer jungen Autorin Ava Daniels ins Zentrum. Die fünfte und letzte Staffel, in der die Karriere der Hauptfigur vor dem Aus gerettet werden muss, brachte es auf 24 Emmy-Nominierungen – mehr als jede Comedy-Staffel zuvor. „Only Margo“ („Margo's Got Money Troubles“, Apple TV) erzählt vom Überlebenskampf einer alleinerziehenden Mutter, gespielt von Elle Fanning, die zu unorthodoxen Mitteln greift, um finanziell über die Runden zu kommen.
Moderne Liebesromantik, Nachbarschaftskrimis und Therapiesitzungen
Die romantische Comedy „Nobody Wants This“ (Netflix) folgt einer Sex-Podcasterin und einem Rabbiner, die als ungleiches Paar moderne Beziehungsmodelle ausloten und gängige Rom-Com-Klischees hinter sich lassen. „Only Murders in the Building“ (Disney+) setzt auf Krimi-Humor: Steve Martin, Martin Short und Selena Gomez ermitteln als Hobby-Podcaster in ihrer Wohnanlage, in der immer wieder mysteriöse Todesfälle geschehen. Mit Gaststars wie Meryl Streep, Renée Zellweger und Christoph Waltz hat die Serie zusätzlichen Starappeal erhalten.
Therapie mit Humor und Horror-Comedy als Überraschung
„Shrinking“ (Apple TV) begleitet Psychotherapeut Jimmy, gespielt von Jason Segel, der nach dem Tod seiner Frau versucht, seine Tochter allein großzuziehen und zugleich seine Patientinnen und Patienten unterstützt – unter anderem mit Hilfe seines Chefs, dargestellt von Harrison Ford. Die nun nominierte dritte Staffel beendet zahlreiche Handlungsstränge, eine vierte ist bereits angekündigt. Als größte Überraschung gilt „Widow's Bay“ (Apple TV): Die Horror-Comedy über eine scheinbar verfluchte Insel an der US-Ostküste und ihren Bürgermeister mit Imageplänen ist mit 19 Nominierungen bedacht worden und kombiniert eigenartige Inselbewohner, Humor und plötzliche Schreckmomente.
Emmys 2026: Serienjahr im Zeichen von Streaming und Franchise-Welten
Die Emmy-Nominierungen 2026 spiegeln ein Serienjahr, in dem Streaming-Plattformen die klassischen TV-Sender endgültig in den Hintergrund gedrängt haben. Apple TV, Netflix, HBO Max und Disney+ dominieren die wichtigsten Kategorien, während lineares US-Network-Fernsehen nur noch punktuell vertreten ist. Für Zuschauerinnen und Zuschauer bedeutet das, dass nahezu alle Favoriten hierzulande ausschließlich über Streaming-Abos verfügbar sind – häufig verteilt auf mehrere Dienste.
Politische Thriller, Fantasy-Universen und Prestige-Dramen
Im Feld der Dramaserien fällt die Mischung aus politischen Stoffen, Fantasy-Franchises und sorgfältig produzierten Prestigeserien auf. Thriller wie „Diplomatische Beziehungen“, „Paradise“ und „Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb“ greifen Themen wie internationale Krisen, Machtmissbrauch und Geheimdienstpolitik auf und verbinden sie mit persönlichem Drama. Gleichzeitig zeigt „A Knight of the Seven Kingdoms“, wie stark das „Game of Thrones“-Universum als Marke geblieben ist: Ableger mit eigener Tonalität treten an, das Fantasy-Erbe weiterzuführen, ohne die Brutalität des Originals zu wiederholen. Historische Stoffe wie „The Gilded Age“ setzen den Trend opulenter Kostümdramen fort, die gesellschaftliche Umbrüche verhandeln.
Comedy mit ernsten Untertönen und globaler Reichweite
Auch in der Comedysparte sind viele Formate klar als „Prestige-Comedy“ angelegt, bei denen Humor eng mit ernsten Themen verknüpft ist. „The Bear: King of the Kitchen“ und „Shrinking“ arbeiten mit hoher emotionaler Fallhöhe, während „Widow's Bay“ Horror-Elemente mit Comedy mischt und damit Genrekonzepte aufbricht. Serien wie „Abbott Elementary“ und „Nobody Wants This“ nutzen Humor, um soziale Fragen und moderne Beziehungsmodelle zu beleuchten. Für das internationale Publikum unterstreichen die Nominierungen, wie stark US-Serien inzwischen global gedacht und verteilt werden – viele der Emmy-Favoriten starten fast zeitgleich in Europa und prägen damit auch hier die Debatte, was als „beste Serie“ gilt.
