James Bond, Filmbranche

Suche nach neuem James Bond geht in entscheidende Phase – Drehbuchentwurf fertig, Entscheidung bis Jahresende erwartet

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 04:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Suche nach dem neuen James Bond läuft auf die Zielgerade zu: Ein erstes Drehbuch liegt vor, bis Jahresende soll der nächste 007 feststehen – doch die Gerüchteküche brodelt weiter. Spekulationen um Namen wie Jack Lowden oder Jack Barton treffen auf klare Signale aus der Bond-Produktion.

  • Mit «Keine Zeit zu sterben» (2021) verabschiedete sich Daniel Craig von der James-Bond-Rolle. (Archivbild) - Bild: Matt Dunham/AP/dpa
    Mit «Keine Zeit zu sterben» (2021) verabschiedete sich Daniel Craig von der James-Bond-Rolle. (Archivbild) - Bild: Matt Dunham/AP/dpa
  • Pierce Brosnan spielte viermal James Bond. Wer der neue 007 wird, weiß er nicht. (Archivbild) - Bild: Ian West/PA Wire/dpa
    Pierce Brosnan spielte viermal James Bond. Wer der neue 007 wird, weiß er nicht. (Archivbild) - Bild: Ian West/PA Wire/dpa
  • James-Bond-Produzentin erwartet, dass der neue 007-Darsteller bis zum Jahresende feststeht. (Archivbild) - Bild: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa
    James-Bond-Produzentin erwartet, dass der neue 007-Darsteller bis zum Jahresende feststeht. (Archivbild) - Bild: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa
  • Steven Knight bestätigte, dass er den ersten Drehbuchentwurf für den nächsten James-Bond-Film fertig hat. (Archivbild) - Bild: Claudio Onorati/dpa
    Steven Knight bestätigte, dass er den ersten Drehbuchentwurf für den nächsten James-Bond-Film fertig hat. (Archivbild) - Bild: Claudio Onorati/dpa
Mit «Keine Zeit zu sterben» (2021) verabschiedete sich Daniel Craig von der James-Bond-Rolle. (Archivbild) - Bild: Matt Dunham/AP/dpa Pierce Brosnan spielte viermal James Bond. Wer der neue 007 wird, weiß er nicht. (Archivbild) - Bild: Ian West/PA Wire/dpa James-Bond-Produzentin erwartet, dass der neue 007-Darsteller bis zum Jahresende feststeht. (Archivbild) - Bild: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa Steven Knight bestätigte, dass er den ersten Drehbuchentwurf für den nächsten James-Bond-Film fertig hat. (Archivbild) - Bild: Claudio Onorati/dpa

Die Suche nach dem neuen James-Bond-Darsteller befindet sich nach Angaben aus dem Umfeld der Produktion in einer entscheidenden Phase, während sich Spekulationen und Gerüchte weiter überschlagen.

Produktion treibt Projekt voran

Seit Jahren beschäftigt die Frage nach dem nächsten 007-Darsteller Fans, Medien und Wettbüros, nun nähert sich die Auswahl einem Abschluss. Ein erster Drehbuchentwurf für den nächsten Bond-Film liegt vor, und Produzentin Amy Pascal erwartet, dass der siebte Bond-Darsteller noch vor Jahresende feststehen wird. Offen ist, ob einer der Namen zum Zug kommt, die derzeit öffentlich gehandelt werden.

Autor bestätigt stillschweigend Skriptstand

Als Regisseur für den ersten James-Bond-Film seit der Übernahme des Franchise durch Amazon ist Denis Villeneuve bereits gesetzt. Das Drehbuch stammt von "Peaky Blinders"-Schöpfer Steven Knight, der sich jüngst in Interviews äußerte. In einer Radiosendung bestätigte er auf Nachfrage mit einem kommentierenden Nicken, dass der erste Skriptentwurf fertig sei. Versuche von Moderatorinnen und Moderatoren, ihm den Namen des künftigen Bond zu entlocken, blockte er ab – dennoch kursierten danach Berichte, die Rolle sei bereits vergeben.

Gary Oldman rudert bei Bond-Andeutung zurück

Für zusätzliche Schlagzeilen sorgte ein Interview von Schauspieler Gary Oldman. Er sagte, er habe gehört, der nächste 007 stehe fest, und deutete an, es könne sein "Slow Horses"-Kollege Jack Lowden sein. Später stellte Oldman klar, dass er nicht wisse, wer die Rolle erhält, und lediglich auf Lowden hoffe. Die Castingdirektorin Nina Gold, die schon für "Star Wars" und "The Crown" verantwortlich war, soll den passenden Darsteller finden – idealerweise jung, britisch und geeignet, den Geheimagenten über viele Jahre zu verkörpern.

Gerüchte, Wettquoten und PR-Interessen

Rund um die Nachfolge von Daniel Craig als James Bond kursieren seit Jahren zahlreiche Namen. Einzelne Boulevardberichte hatten Kandidaten sogar als gesetzt dargestellt, erwiesen sich jedoch als frei erfunden. Häufig berufen sich Medien auf anonyme Insider und greifen Spekulationen voneinander ab, während Wettanbieter mit Quoten zu möglichen Bond-Kandidaten für Schlagzeilen sorgen. Beobachter vermuten, dass auch PR-Agenturen versuchen, ihre Klienten in diese Diskussion zu bringen, weil allein die Nennung als potenzieller Bond die öffentliche Aufmerksamkeit erhöht.

Shortlist-Meldungen und neuer Name Jack Barton

Jüngste Berichte über eine angebliche Shortlist mit sechs Kandidaten wirken wie eine Zusammenstellung der Gerüchte der vergangenen Jahre. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass viele dieser Meldungen ungeprüft übernommen werden und sich dadurch verselbstständigen. Aufmerksamkeit erregte zuletzt der Name Jack Barton, den ein US-Medium als Topkandidaten nannte. Der Branchenkenner Jeff Sneider sieht jedoch die Möglichkeit, dass Bartons Nennung bewusst eingesetzt wurde – etwa um von anderen Favoriten abzulenken oder um öffentliche Reaktionen zu testen.

Testverträge und offene Entscheidung

Der frühere Chefredakteur des Branchenmagazins "Hollywood Reporter", Matthew Belloni, bezeichnete die bisher kursierenden Namen als unbegründet und sprach von einer weiterhin offenen Entscheidung. In seinem Newsletter schrieb er, derzeit würden Vorverträge an ausgewählte Kandidaten verschickt, bevor diese zu Probeaufnahmen eingeladen werden. Solche sogenannten Test Deals sollen Eckpunkte wie Gage, Optionen für weitere Filme, Verfügbarkeit und Verpflichtungen regeln, damit nach der endgültigen Wahl des neuen 007 nicht neu verhandelt werden muss.

Blick zurück auf die Ära Craig und Brosnan

Daniel Craigs Name tauchte erstmals 2004 im Zusammenhang mit James Bond auf, bevor er 2005 Screentests absolvierte und im Oktober desselben Jahres offiziell als sechster Bond vorgestellt wurde. Nach Angaben der offiziellen James-Bond-Facebook-Seite sollen bis dahin 72 Namen als mögliche Nachfolger gehandelt worden sein. Craigs Vorgänger Pierce Brosnan war bereits 1986 für die Rolle vorgesehen, musste jedoch wegen Verpflichtungen für die Serie "Remington Steele" verzichten und übernahm Bond erst 1994. Bis heute wird Brosnan regelmäßig zu seiner damaligen Rolle befragt; jüngst sagte er bei einer Serienpremiere, er habe keine Kenntnis über den neuen 007, freue sich aber darauf und wünsche seinem Nachfolger alles Gute.

Ein Franchise im Übergang

Die Suche nach einem neuen James-Bond-Darsteller markiert einen tiefen Einschnitt für eines der kommerziell erfolgreichsten Filmfranchises der Welt. Mit dem Abschied von Daniel Craig und der Übernahme der Marke durch einen Tech-Konzern wie Amazon verschiebt sich das Zentrum der Entscheidungen stärker in Richtung globaler Streaming-Strategien. Für das Publikum bedeutet dies voraussichtlich, dass künftige 007-Abenteuer zugleich Kinoereignis und zentrales Angebot im Streaming-Katalog sein sollen, was Einfluss auf Budgets, Veröffentlichungsrhythmen und die internationale Vermarktung haben dürfte.

Spannung zwischen Markenpflege und Gerüchteökonomie

Die dpa-Meldung zeigt, wie sehr sich die öffentliche Debatte um die Besetzung von Blockbuster-Rollen inzwischen von gesicherter Information entfernt. Wettquoten, angebliche Insider und wiederholte Zweitverwertung älterer Spekulationen erzeugen einen eigenen Nachrichtenkreislauf, der längst zum Marketingfaktor geworden ist. Für die Verantwortlichen hinter James Bond hat diese Dynamik Vor- und Nachteile: Die Marke bleibt im Gespräch, gleichzeitig wächst der Druck, eine Entscheidung bis zum avisierten Jahresende sorgfältig vorzubereiten und kontrolliert zu kommunizieren, um das eigene Narrativ gegenüber der Gerüchteflut zu behaupten.

Was für das Publikum wirklich zählt

Für Zuschauerinnen und Zuschauer ist vor allem entscheidend, dass mit Steven Knight ein profilierter Autor an einem ersten Drehbuchentwurf arbeitet und mit Denis Villeneuve ein renommierter Regisseur bereitsteht. Dies deutet auf eine ambitionierte Weiterentwicklung der Reihe hin, unabhängig davon, welcher Name am Ende auf dem Plakat stehen wird. Die Erwähnung von "Test Deals" unterstreicht, dass es nicht nur um einen einzelnen Film geht, sondern um eine langfristige Bindung des künftigen Darstellers. Damit ist die aktuelle Phase weniger ein Casting im klassischen Sinn als die Weichenstellung für die nächste Bond-Generation, deren Tonfall, Laufzeit und Veröffentlichungsstrategie den Charakter der Reihe auf Jahre prägen dürfte.

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