Marina Vlady, Schauspielerin

Marina Vlady mit 88 Jahren gestorben

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 19:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die französisch-russische Schauspielerin Marina Vlady ist im Alter von 88 Jahren im Kreis ihrer Familie gestorben. Sie hinterlässt ein umfangreiches filmisches Werk und mehrere Bücher.

Die französisch-russische Schauspielerin Marina Vlady ist im Alter von 88 Jahren gestorben (Archivbild). - Bild: Anne-Christine Poujoulat/AFP/dpa
Die französisch-russische Schauspielerin Marina Vlady ist im Alter von 88 Jahren gestorben (Archivbild). - Bild: Anne-Christine Poujoulat/AFP/dpa

Die französisch-russische Schauspielerin Marina Vlady ist im Alter von 88 Jahren zu Hause im Kreis ihrer Familie und ihrer Tiere gestorben.

Mehr als 80 Filme gedreht

Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine Mitteilung ihrer Familie. Ihre Kinder würdigten darin ein langes, schönes und erfülltes Leben.

Vlady drehte mehr als 80 Filme und arbeitete unter anderem mit Chris Marker, Jean-Luc Godard, Orson Welles, Bertrand Tavernier, André Cayatte, Ettore Scola und Jean Delannoy. Auch die Filme ihres ersten Ehemanns Robert Hossein bereicherte sie mit ihrer Präsenz, wie ihre Angehörigen erklärten.

Früher Start vor der Kamera

Vlady wurde in der Nähe von Paris als Tochter einer Tänzerin und eines Operettentenors geboren. Bereits mit zehn Jahren stand sie erstmals vor der Kamera. In einem ihrer frühen Filme spielte sie ein junges Mädchen, das sich in einen deutlich älteren Mann verliebt.

Ihr internationaler Durchbruch gelang 1956 mit dem Jugendbanden-Drama „Vor der Sintflut“. Mit „Die blonde Hexe“ entwickelte sie sich vom Mädchen-Star zu einer international beachteten Schauspielerin.

Erfolgreiche zweite Karriere als Schriftstellerin

In späteren Jahren widmete sich Vlady zunehmend dem Schreiben. Ihrer Ehe mit dem russischen Dichter und Protestsänger Wladimir Wyssozki, der 1980 starb, widmete sie eines ihrer erfolgreichsten Bücher: „Eine Liebe zwischen zwei Welten“, das 1991 auf Deutsch erschien.

Eine Karriere zwischen Frankreich und Russland

Marina Vlady gehörte zu jener Generation europäischer Schauspielerinnen, deren Laufbahn eng mit dem internationalen Autorenkino der Nachkriegszeit verbunden war. Ihre mehr als 80 Filme führten sie mit Regisseuren unterschiedlicher nationaler und stilistischer Prägung zusammen. Dadurch wurde sie nicht nur in Frankreich, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Ihr früher Einstieg in die Filmbranche war außergewöhnlich: Bereits mit zehn Jahren stand die nahe Paris geborene Tochter einer Tänzerin und eines Operettentenors vor der Kamera. Mit „Vor der Sintflut“ und „Die blonde Hexe“ wandelte sie sich vom Kinder- und Jugendstar zu einer international beachteten Darstellerin. Ihre Arbeit umfasste dabei sowohl populäre Produktionen als auch anspruchsvolle Filme des europäischen Kinos.

Vom Film zur Literatur

Vladys Biografie war zudem von ihrer Verbindung zu Russland geprägt. Besonders ihre Ehe mit dem russischen Dichter und Protestsänger Wladimir Wyssozki, der 1980 starb, beeinflusste ihr späteres schriftstellerisches Werk. Das 1991 auf Deutsch erschienene Buch „Eine Liebe zwischen zwei Welten“ machte diese persönliche und kulturelle Verbindung einem größeren Lesepublikum zugänglich.

Ihr Tod beendet eine Laufbahn, die Filmgeschichte und Literatur miteinander verband. Für das europäische Kino bleibt vor allem ihre Zusammenarbeit mit prägenden Regisseuren sowie der Übergang von der Schauspielerei zu einer eigenständigen Karriere als Autorin bedeutsam.

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