Silvester, Schweiz

Die Experten forschen nach dem Auslöser der Feuerkatastrophe in einer Bar in Crans Montana.

02.01.2026 - 09:01:07

Ermittler suchen: Was war der Auslöser des Brand-Infernos?

Während die Ermittler nach der Ursache für das verheerende Feuer im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana suchen, werfen Aufnahmen in sozialen Medien Fragen auf. Die nicht verifizierten Videoaufnahmen und Fotos sollen zeigen, wie Menschen in der Silvesternacht in dem betroffenen Lokal Champagnerflaschen in ihren Händen halten, in denen Wunderkerzen stecken. Funken sprühen Richtung der dem Anschein nach mit Paneelen besetzten Decke und scheinen diese in Brand zu setzen. 

Handys werden ausgewertet, Gäste sahen Sprühkerzen

«Wie in jedem Fall wird in jede Richtung ermittelt», sagte ein Schweizer Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Ob die Aufnahmen den Ermittlern bekannt seien, könne er nicht bestätigen, doch er gehe davon aus, sagte er am Freitagmorgen.

Handys, die am Unglücksort sichergestellt wurden, würden ausgewertet, hatte die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud, am Donnerstagabend in einer Pressekonferenz mitgeteilt.

Auch Augenzeugen berichteten über Sprühkerzen. Der 19-jährige Nathan, der sich nach eigenen Angaben rechtzeitig aus der Bar retten konnte, erzählte der Schweizer Zeitung «Blick»: «Eine Frau saß auf den Schultern einer anderen Dame. Sie hatte zwei Flaschen mit Wunderkerzen.» Sie habe die Sprühkerzen so hoch geschwenkt, dass sie die Decke berührt hätten. Diese habe plötzlich Feuer gefangen, zitierte die Zeitung den jungen Schweizer.

Identifizierung der Toten kann noch Tage dauern

In der Silvesternacht waren bei dem Brand in einer Bar mit Hunderten zumeist jungen Feierenden etwa 40 Menschen ums Leben gekommen, 115 weitere wurden verletzt. Rund 80 von ihnen sollen sich Berichten zufolge im kritischen Zustand befinden. Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben von einem Unglück und nicht von einem Anschlag aus. Die Identifizierung der Toten könne noch Tage dauern, sagte der Polizeisprecher der dpa. Ob Deutsche von dem Feuer betroffen sind, ist nach wie vor offen. Das Auswärtige Amt steht mit den Behörden in Verbindung.

Die Behörden haben sich bislang nicht deutlich zur Ursache des Feuers geäußert. Die Kantonsregierung des Wallis schrieb in einer Mitteilung von einem «Flashover» in der Bar - ein Brandphänomen, das eine Brandschutzsachverständige in der ARD mit einer Feuerwalze verglich. 

Die meisten Schwerletzten sind zwischen 16 und 26 Jahren. Die Feuerkatastrophe gilt als einer der schlimmsten Unfälle in der Geschichte der Schweiz.

@ dpa.de

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