Deutscher Buchpreis geht an Shida Bazyar für „Die Lücken“
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 18:52 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Schriftstellerin Shida Bazyar erhält den Deutschen Buchpreis für ihren Roman „Die Lücken“. Die Auszeichnung wurde am Montag vor Beginn der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben.
Jury würdigt verdrängte Vergangenheit
Bazyar bringe „verschwiegene Kapitel deutscher Vergangenheit zur Sprache“, erklärte die Jury. „Die Lücken“ erzählt von jüdischen Familien, von NS-Profiteuren sowie von kurdischen und iranischen Menschen, die in Deutschland Schutz und Zuflucht suchen.
Mit der Preisvergabe rückt ein Roman in den Mittelpunkt, der historische Schuld, Erinnerung und Migration miteinander verbindet. Der Deutsche Buchpreis wird traditionell zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen.
Bazyars Weg zur Auszeichnung
Shida Bazyar wurde 1988 in Rheinland-Pfalz als Kind politischer Aktivisten geboren. Ihre Eltern waren kurz vor der Islamischen Revolution aus dem Iran geflohen.
Bazyar studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim. Ihr Debütroman „Nachts ist es leise in Teheran“ erschien 2016 und wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
Roman verbindet mehrere Perspektiven
„Die Lücken“ führt jüdische Familiengeschichten, die Auseinandersetzung mit NS-Profiteuren sowie die Erfahrungen kurdischer und iranischer Schutzsuchender in Deutschland zusammen. Der Roman stellt damit unterschiedliche Formen von Verfolgung, Ankunft und Zugehörigkeit nebeneinander.
Der Deutsche Buchpreis zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Er wird traditionell zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen und lenkt damit besondere Aufmerksamkeit auf einen einzelnen deutschsprachigen Roman. Für Verlage und Buchhandel bedeutet die Auszeichnung in der Regel eine deutlich erhöhte Sichtbarkeit des prämierten Titels.
„Die Lücken“ verbindet mehrere historische und gesellschaftliche Perspektiven. Im Mittelpunkt stehen jüdische Familien, die Rolle von NS-Profiteuren sowie kurdische und iranische Menschen, die in Deutschland Schutz suchen. Damit richtet der Roman den Blick nicht nur auf individuelle Familiengeschichten, sondern auch auf die Frage, wie deutsche Vergangenheit erinnert, verschwiegen und aus unterschiedlichen Erfahrungen heraus erzählt wird.
Literarische Vergangenheit im gegenwärtigen Deutschland
Bazyars eigener biografischer Hintergrund verknüpft die deutsche Perspektive mit der Geschichte iranischer Migration. Ihre Eltern flohen kurz vor der Islamischen Revolution aus dem Iran; diese Erfahrung bildet einen wichtigen Bezugspunkt in ihrem literarischen Werk. Bereits ihr Debüt „Nachts ist es leise in Teheran“ wurde mehrfach ausgezeichnet.
Die Preisentscheidung gibt dem Roman zusätzlichen Einfluss auf die Debatte über Erinnerungskultur, Zugehörigkeit und Migration. Zugleich erreicht das Buch durch die Auszeichnung ein breiteres Publikum, das sich mit den im Roman beschriebenen historischen Kontinuitäten und unterschiedlichen Vorstellungen von Heimat auseinandersetzen kann.
