Spanien, Niederlande

WHO-Chef: Elf Fälle nach Hantavirus-Ausbruch auf «Hondius»

12.05.2026 - 12:06:36 | dpa.de

Der Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff beschäftigt internationale Gesundheitsbehörden seit Tagen. Zum Abschluss der Evakuierungsaktion ziehen zwei Akteure eine erste Bilanz.

  • Tedros stuft das Risiko für die globale Gesundheit als niedrig ein. - Foto: Carlos Luján/EUROPA PRESS/dpa
    Tedros stuft das Risiko für die globale Gesundheit als niedrig ein. - Foto: Carlos Luján/EUROPA PRESS/dpa
  • Tedros lobte die von Spanien geleitete Evakuierungsaktion. (Archivbild) - Foto: -/AP/dpa
    Tedros lobte die von Spanien geleitete Evakuierungsaktion. (Archivbild) - Foto: -/AP/dpa
Tedros stuft das Risiko für die globale Gesundheit als niedrig ein. - Foto: Carlos Luján/EUROPA PRESS/dpa Tedros lobte die von Spanien geleitete Evakuierungsaktion. (Archivbild) - Foto: -/AP/dpa

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff «Hondius» geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von bislang insgesamt elf Fällen aus. Neun Menschen seien positiv auf das Virus getestet worden, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Madrid bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez. Bei zwei weiteren Fällen gehe man ebenfalls von einer Infektion aus. In dieser Zählung sind die drei Todesfälle auf dem Schiff enthalten.

Sämtliche Betroffenen seien isoliert worden und stünden unter strenger Überwachung, um das Risiko einer weiteren Übertragung zu minimieren, betonte Tedros. Er stufte die Gefahr einer größeren internationalen Ausbreitung als gering ein. Es sei aber möglich, dass «wir in den kommenden Wochen weitere Fälle entdecken». Für die weitere Beobachtung seien nun die Länder verantwortlich, in die die Menschen gebracht worden seien.

Die WHO empfehle eine «strenge Überwachung» der Menschen - entweder zu Hause oder in geeigneten Einrichtungen - bis zum 21. Juni, erklärte Tedros weiter. Die Organisation habe Leitlinien für den Umgang mit den evakuierten Passagieren ausgearbeitet. Die einzelnen Staaten könnten diese jedoch anpassen. «Sie haben auch ihre Souveränität. Wir können sie nicht zwingen, unsere Protokolle zu übernehmen», sagte der WHO-Chef.

 «Vom Beispiel Spaniens lernen»

Tedros würdigte die von Spanien auf der Urlaubsinsel Teneriffa geleitete Operation zur Evakuierung Dutzender Passagiere und Crewmitglieder. «Spanien hat diese Operation sehr gut geleitet.» Trotz Sorgen der Regionalregierung und der Kritik der konservativen Opposition habe die spanische Zentralregierung beispielhafte Solidarität gezeigt, so Tedros. «Die Welt braucht diese Art von Freundlichkeit und Mitgefühl, wie sie die spanische Regierung gezeigt hat. Ich glaube, die ganze Welt sollte stolz auf diese Reaktion sein.» Er hoffe, «dass andere Länder vom Beispiel Spaniens lernen».

Sánchez bedankte sich bei den rund 400 spanischen Fachkräften für den Einsatz. Spanien habe seine Verpflichtungen gegenüber den eigenen Bürgern, aber auch gegenüber dem Rest der Welt erfüllt. Man wisse, dass «globale Herausforderungen wie Gesundheitskrisen keine Grenzen kennen» und internationale Zusammenarbeit sowie starke und gut ausgestattete Organisationen wie die WHO erforderten, betonte der sozialistische Politiker.

Die «Hondius» hatte am Sonntag den Hafen von Granadilla im Süden Teneriffas erreicht. Mit Sonderflügen wurden Menschen vom Schiff unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimat gebracht. Am Montagabend wurde die Evakuierung abgeschlossen. Das Schiff setzte anschließend seine Fahrt mit einer Restmannschaft Richtung Niederlande fort.

Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von einem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Südamerika angesteckt haben könnte. Bisher gibt es drei Todesopfer: das niederländische Ehepaar und eine deutsche Passagierin. Insgesamt waren nach WHO-Angaben fast 150 Menschen aus 23 Ländern auf dem Schiff.

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