Tom Tykwer, Das Licht

Das Licht: Tykwer macht Berlinale-Film zur ZDF-Miniserie

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 13:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Tom Tykwer hat seinen Berlinale-Eröffnungsfilm «Das Licht» für das ZDF neu geschnitten und um bislang nicht verwendete Szenen ergänzt. Die Serie ist ab Freitag im Streamingportal verfügbar, die Kinofassung folgt bei 3sat.

Ausstrahlung in zwei Fassungen

  • Tom Tykwer ordnete «Das Licht» für das ZDF in vier Episoden neu.
  • Die Miniserie startet am 30. Oktober im Streamingportal des Senders.
  • 3sat zeigt den rund 160-minütigen Film am 6. November um 22.15 Uhr.
  • «Das Licht» von Tom Tykwer mit Nicolette Krebitz, Tala Al-Deen und Lars Eidinger feierte seine Weltpremiere auf der Berlinale. (Archivbild) - Bild: Soeren Stache/dpa
  • Der Regisseur Tom Tykwer. (Archivbild) - Bild: Britta Pedersen/dpa
«Das Licht» von Tom Tykwer mit Nicolette Krebitz, Tala Al-Deen und Lars Eidinger feierte seine Weltpremiere auf der Berlinale. (Archivbild) - Bild: Soeren Stache/dpa Der Regisseur Tom Tykwer. (Archivbild) - Bild: Britta Pedersen/dpa

«Das Licht» startet als vierteilige ZDF-Miniserie

Tom Tykwers Kinofilm «Das Licht» ist ab Freitag (30. Oktober) in einer neuen Fassung als vierteilige Miniserie im Streamingportal des ZDF zu sehen. Der Film hatte 2025 die Berlinale eröffnet.

Für die Serie ordnete Tykwer Szenen neu und ergänzte Material, das in der Kinofassung nicht enthalten war.

Tykwer gibt der Geschichte neuen Rhythmus

Der Regisseur sagte, «Das Licht» sei für die TV-Ausstrahlung im ZDF immer auch als Miniserie gedacht gewesen. Die vier Episoden hätten ein eigenes Leben als Kapitel und gäben der Erzählung einen neuen Rhythmus.

Linear zeigt 3sat den Film am Freitag, 6. November, um 22.15 Uhr als Free-TV-Premiere. Die Kinofassung dauert rund 160 Minuten.

Eine Familie gerät aus dem Gleichgewicht

Das Drama mit Lars Eidinger und Nicolette Krebitz erzählt von der entfremdeten Familie Milena und Tim Engels. Das gutbürgerliche Paar lebt zwar zusammen, hat sich aber kaum noch etwas zu sagen.

Zu den gemeinsamen Teenager-Kindern Frieda und Jon ist das Verhältnis kühl. Die syrische Haushälterin Farrah bringt Bewegung in den Alltag der Familie, trägt aber selbst ein schweres Schicksal.

Drama trifft auf Satire und Fantasy

Farrah kann sich mithilfe einer Therapielampe in andere Bewusstseinszustände versetzen. Tykwer verbindet das Familiendrama mit Satire, Musical-Einlagen und Fantasy-Elementen vor der Kulisse eines regnerischen Berlin.

Auch Klimaaktivismus, Rassismus, Migration, Generationenkonflikte und Virtual Reality gehören zu den Themen des Films. Die Besetzung umfasst neben Eidinger und Krebitz auch Tala Al-Deen, Elke Biesendorfer und Julius Gause.

Die Umwandlung eines Kinofilms in eine Miniserie ist bei aufwendig produzierten Stoffen ein verbreitetes Modell, um vorhandenes Material für Streaming und lineares Fernsehen unterschiedlich zu nutzen. Im Fall von «Das Licht» verändert das ZDF nicht nur die Länge, sondern auch die Erzählstruktur: Vier Episoden können Figuren und Themen ausführlicher entfalten als eine zusammenhängende Kinofassung.

Für das Publikum entstehen dadurch zwei unterschiedliche Zugänge. Die Serie ist ab dem 30. Oktober im Streamingportal verfügbar, während die lineare Free-TV-Premiere am 6. November bei 3sat den Film in seiner rund 160-minütigen Kinofassung zeigt. Damit können Zuschauer zwischen serieller Veröffentlichung und klassischem Fernsehabend wählen.

Mehr Raum für Figuren und Themen

Inhaltlich verbindet Tykwers Drama eine Familiengeschichte mit Fragen zu Migration, Rassismus, Klimaaktivismus, Generationenkonflikten und Virtual Reality. Die neue Anordnung und zusätzlich eingefügte Szenen können diese thematische Breite stärker gewichten, ohne den Ausgangspunkt der Geschichte zu verändern: eine entfremdete Familie, deren Alltag durch die syrische Haushälterin Farrah in Bewegung gerät.

Die Veröffentlichung zeigt zugleich, wie Sender Kinoproduktionen über mehrere Ausspielwege verlängern. Für Zuschauer bedeutet das mehr Material und eine andere Dramaturgie; für den Film selbst entsteht eine zweite Rezeptionsform zwischen Kino, Streaming und Fernsehen.

Disclaimer...
de | unterhaltung | 70427916 |