Charles Spencer, König Charles III.

Charles Spencer: König Charles soll ungeduldig auf Thronfolge gewartet haben

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 06:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Charles Spencer veröffentlicht seine Memoiren über Prinzessin Diana und erhebt darin neue Vorwürfe gegen König Charles III. Der damalige Thronfolger soll sich bereits 1992 über das lange Warten auf seine Nachfolge beklagt haben.

  • Glaubt man seinem früheren Schwager, wartete König Charles III. schon seit langer Zeit ungeduldig auf den Thron. (Archivbild) - Bild: Aaron Chown/PA Wire/dpa
    Glaubt man seinem früheren Schwager, wartete König Charles III. schon seit langer Zeit ungeduldig auf den Thron. (Archivbild) - Bild: Aaron Chown/PA Wire/dpa
  • Das Cover des Buches «Swan Song. Diana, meine Schwester» von Charles Spencer. - Bild: ---/Penguin Verlag/dpa
    Das Cover des Buches «Swan Song. Diana, meine Schwester» von Charles Spencer. - Bild: ---/Penguin Verlag/dpa
Glaubt man seinem früheren Schwager, wartete König Charles III. schon seit langer Zeit ungeduldig auf den Thron. (Archivbild) - Bild: Aaron Chown/PA Wire/dpa Das Cover des Buches «Swan Song. Diana, meine Schwester» von Charles Spencer. - Bild: ---/Penguin Verlag/dpa

Charles Spencer veröffentlicht mit „Swan Song. Diana, meine Schwester“ ein Buch, in dem er König Charles III. unter anderem Ungeduld auf die Thronfolge vorwirft.

Gespräch bei Trauerfeier

Die Schilderung bezieht sich auf die Trauerfeier für Spencers Vater im Jahr 1992. Damals soll der 43-jährige Charles dem trauernden Spencer gesagt haben: „Du hast so ein Glück!“ Auf dessen Verwunderung habe der damalige Thronfolger ergänzt: „Weil du so früh erbst, meine ich.“

Spencer schreibt, Charles habe sich anschließend darüber beklagt, mit 43 Jahren noch immer nichts geerbt zu haben und von seinen Eltern wie ein kleines Kind behandelt zu werden. Bei seinen Worten habe der damalige Prinz von Wales mit dem Fuß gestampft, was Spencer an ein bockiges Kleinkind erinnert habe.

Schlagzeilen vor Veröffentlichung

Auszüge aus dem Buch hatten bereits vor dem Erscheinen für Aufmerksamkeit gesorgt. Der 62-jährige Adlige erhebt darin knapp 29 Jahre nach dem Unfalltod seiner Schwester vor allem gegen seinen Ex-Schwager schwere Vorwürfe.

Palast reagiert auf andere Passage

Ob und wie sich König Charles an das Gespräch erinnert, war zunächst nicht bekannt. Ein Palastsprecher hatte jedoch bereits in der vergangenen Woche zu einer anderen Passage erklärt, Seine Majestät sei sich bewusst, dass brüderliche Trauer die Vernunft trüben, die Urteilsfähigkeit beeinträchtigen und Erinnerungen einfärben könne – auch viele Jahre nach einem solchen Verlust.

Prinzessin Diana war 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben gekommen.

Ein Buch als neuer Konfliktstoff

Charles Spencers Memoiren erscheinen fast drei Jahrzehnte nach dem Tod seiner Schwester Diana. Der zeitliche Abstand macht die geschilderten Gespräche historisch interessant, ändert aber nichts daran, dass es sich um persönliche Erinnerungen und Darstellungen des Autors handelt. Im Zentrum steht die außergewöhnliche Stellung der britischen Thronfolge: Charles III. wartete als damaliger Prinz von Wales über Jahrzehnte auf die Nachfolge seiner Mutter Elizabeth II.

Die Veröffentlichung fällt in eine Phase, in der private Aussagen aus dem Umfeld der britischen Königsfamilie regelmäßig öffentliche Wirkung entfalten. Dianas Tod 1997, die konfliktreiche Beziehung zwischen ihr und dem damaligen Thronfolger sowie die spätere mediale Aufmerksamkeit für William und Harry gehören zu den prägenden Kapiteln der modernen Monarchie. Spencers Buch verbindet diese Familiengeschichte mit einer persönlichen Perspektive.

Bedeutung für die Monarchie

Für das Königshaus liegt die politische und institutionelle Bedeutung weniger in einer einzelnen privaten Anekdote als in der Frage, wie öffentliche Wahrnehmung und familiäre Erinnerung miteinander konkurrieren. Der Palast hat auf andere Passagen bereits mit einem Hinweis auf mögliche Verzerrungen durch Trauer reagiert. Damit stehen zwei Deutungen nebeneinander: Spencers Erinnerungen als Anklage und die Zurückweisung des Hofes als Einordnung der Entstehungsbedingungen.

Für Leser ist vor allem die Trennung zwischen belegten Ereignissen und subjektiven Erinnerungen wichtig. Das Buch dürfte die Debatte über Dianas Vermächtnis, den Umgang der Monarchie mit innerfamiliären Konflikten und die Rolle persönlicher Memoiren in der öffentlichen Bewertung des Königshauses erneut beleben.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

FOCUS online: „Charles Spencer verteidigt Prinz Harry – und zieht Diana-Vergleich“ (20.09.2026)

Der Bericht ordne Spencers neue Memoiren in dessen öffentlichen Streit mit dem Königshaus ein und hebe hervor, dass er auch den Umgang der Medien mit Harry und Meghan kritisiere. Zugleich berichte er über die Reaktion des Palastes, der darauf verweise, Trauer könne Urteilsvermögen und Erinnerung beeinflussen. Anders als die vorliegende Meldung konzentriere sich der Artikel auf Spencers Aussagen zu Harry und Meghan; offen bleibe auch dort, wie der König die konkret geschilderte Unterhaltung von 1992 erinnere.

Der Bericht bestätige damit den familiären Konflikt als zentralen Kontext der Veröffentlichung, setze den Schwerpunkt jedoch auf Medienberichterstattung und die nächste Generation der Familie. Die unterschiedlichen Akzente zeigten, dass Spencer seine Vorwürfe nicht auf die Thronfolge beschränke.

Disclaimer...

de | unterhaltung | 70150780 |