Böhmermann beendet ZDF Magazin Royale: „Der Joghurtbecher ist ausgekratzt“
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 11:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Jan Böhmermann hat das Ende seiner ZDF-Sendung „ZDF Magazin Royale“ mit dem Bild eines ausgekratzten Joghurtbechers erklärt und zugleich neue Projekte angekündigt.
Letzte Folge im Dezember
„Der Joghurtbecher ist ausgekratzt, dann muss man einen neuen Joghurtbecher aufmachen“, sagte der Satiriker im ARD-Podcast „Deutschland3000 mit Eva Schulz“. Ein Weiterlaufen der Sendung bringe demnach nichts.
Die letzte Ausgabe des „ZDF Magazin Royale“ soll am 18. Dezember ausgestrahlt werden. Das ZDF hatte das Ende nach mehr als sechs Jahren angekündigt.
Böhmermann lässt Zukunft offen
Wie es danach beruflich weitergeht, ließ Böhmermann offen. Er müsse zunächst „die Nadel von der Platte nehmen“, um zu entscheiden, ob er eine Platte umdrehe, eine neue auflege oder sich einen CD-Spieler kaufe.
Für neue Projekte kündigte er einen kompromisslosen und radikalen Arbeitsansatz an. Wer ihn oder die kreative Gruppe, mit der er zusammenarbeite, einkaufe, wisse, was zu erwarten sei.
Gespräche über neues Show-Konzept
Das ZDF erklärte, man befinde sich aktuell in guten Gesprächen mit Böhmermann über ein mögliches neues Show-Konzept. Der Moderator hatte zuvor betont, dass das Ende des „ZDF Magazin Royale“ allein seine Entscheidung gewesen sei.
Klare Absage an Gespräche mit Rechtsextremen
Auf den Hinweis, dass die Sendung endet, während die AfD in zwei ostdeutschen Bundesländern bei Landtagswahlen stärkste Kraft geworden sei, reagierte Böhmermann ironisch: Er übernehme mit dem Schritt die politische Verantwortung für das Versagen der Bundesregierung.
Gespräche mit Rechtsextremen lehne er ab. Er wolle auch nicht mit Menschen reden, die Rechtsextremisten normalisierten.
Ein Format im Wandel
Das „ZDF Magazin Royale“ entstand 2013 als „Neo Magazin“ und wechselte später als „Neo Magazin Royale“ zu ZDFneo. Seit 2020 läuft die Sendung im Hauptprogramm des ZDF. Die letzte Ausgabe am 18. Dezember soll zugleich die 187. Folge des Formats im ZDF sein.
Der angekündigte Abschied beendet damit nicht automatisch die Zusammenarbeit zwischen Böhmermann und dem Sender. Das ZDF hat Gespräche über ein mögliches neues Show-Konzept bestätigt. Offen bleibt, ob daraus ein direkt anschließendes Format entsteht oder ob Böhmermann zunächst außerhalb des Senders neue Projekte verfolgt.
Politische Satire vor neuen Herausforderungen
Die Sendung verband politische Satire mit investigativen Elementen und stieß damit regelmäßig öffentliche Debatten an. Böhmermanns klare Absage an Gespräche mit Rechtsextremen unterstreicht, dass er Unterhaltung nicht als wertneutralen Raum versteht. Zugleich verweist seine Entscheidung auf ein strukturelles Risiko langlebiger politischer Formate: Ihre Wirkung hängt nicht nur von Reichweite, sondern auch von Erneuerung und redaktioneller Beweglichkeit ab.
Für das Publikum bedeutet das Ende zunächst einen festen Termin: Am 18. Dezember endet die aktuelle Sendung. Welche Form Böhmermanns angekündigter Neuanfang annimmt und ob er beim ZDF stattfindet, ist noch offen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
n-tv: „Jan Böhmermann erklärt seine "furchtbare" Entscheidung (29.09.2026)
Der Bericht bestätige, Böhmermann habe das Ende der Sendung selbst beschlossen, und stelle die emotionalen Folgen für sein Team in den Mittelpunkt. Zusätzlich hebe er hervor, dass das ZDF eine Fortsetzung der Zusammenarbeit in einem neuen Show-Konzept anstrebe und bislang kein konkreter Starttermin feststehe.
BR24: „Böhmermann äußert sich zu Ende von "ZDF Magazin Royale" (29.09.2026)
BR24 bestätige ebenfalls Böhmermanns alleinige Entscheidung, setze den Schwerpunkt jedoch stärker auf die Folgen für das Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld und die abgesagte Tournee. Der Bericht lasse offen, ob Böhmermann sein nächstes Format beim ZDF oder bei einem anderen Sender entwickeln werde.
Beide Berichte stimmten beim Ende am 18. Dezember, Böhmermanns Verantwortungsübernahme und den Gesprächen über ein neues Konzept überein. Unterschiede gebe es vor allem bei der Gewichtung der personellen und organisatorischen Folgen; konkrete Angaben zu Böhmermanns nächsten Projekten lägen nicht vor.
