Entwicklungshilfe, Katastrophe

WeltRisikoBericht 2026: Stürme werden stärker. Zur Katastrophe macht sie der Mensch.

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 09:00 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS

Berlin/Bochum - Der neue WeltRisikoBericht rückt Stürme in den Fokus und legt erstmals ein Sturmrisikoranking für 193 Länder weltweit vor. Die Philippinen, Mexiko und Madagaskar belegen mit dem höchsten Sturmrisiko die ersten drei Ränge, Deutschland liegt mit einem sehr geringen Sturmrisiko auf Rang 167. Tropische Wirbelstürme werden intensiver, ihre Zugbahnen verschieben sich, und immer mehr Menschen an Küsten geraten in ihre Reichweite. Ob daraus eine Katastrophe wird, entscheidet jedoch nicht der Wind.

WeltRisikoBericht 2026: Stürme werden stärker. Zur Katastrophe macht sie der Mensch. - Bild: presseportal.de
WeltRisikoBericht 2026: Stürme werden stärker. Zur Katastrophe macht sie der Mensch. - Bild: presseportal.de

Warum wird derselbe Sturm in einem Land zur Jahrhundertkatastrophe, während er im Nachbarland glimpflich ausgeht? Dieser Frage geht der WeltRisikoBericht 2026 nach, den Bündnis Entwicklung Hilft und das Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht (IFHV) der Ruhr-Universität Bochum heute auf dem ExtremWetterKongress in Hamburg veröffentlichen. Der Bericht analysiert seit 2011 jährlich das Katastrophenrisiko für 193 Länder. In diesem Jahr steht mit Stürmen eine der folgenschwersten Naturgefahren im Mittelpunkt.

Die Daten zeigen einen klaren Trend. Wirbelstürme werden intensiver. Ihre Zugbahnen verschieben sich polwärts, wodurch sie auf Regionen treffen, die nicht auf schwere Stürme vorbereitet sind. Die meisten Menschenleben fordert dabei nicht der Wind, sondern die Sturmflut. Mit dem steigenden Meeresspiegel überfluten künftig auch Küsten, die früher als sicher galten. Am härtesten trifft es kleine Inselstaaten und die rasch wachsenden Küstenstädte des Globalen Südens.

"Stürme sind Naturereignisse. Katastrophen sind es nicht. Ob Menschen sterben, entscheidet sich lange vor dem Landfall - in den Bauvorschriften, den Warnketten und den Sozialsystemen", sagt Dr. Katrin Radtke, wissenschaftliche Leitung des WeltRisikoBerichts am IFHV.

Wie ungleich die Gefahr verteilt ist, zeigt das erstmals ausgewiesene Sturmranking: 123 der 193 Staaten sind Stürmen kaum ausgesetzt, während zehn Länder den Großteil der weltweiten Sturmgefährdung tragen. Angeführt von den Philippinen, die zugleich das höchste Gesamtrisiko aufweisen. Dass hohe Gefährdung nicht zwangsweise in einer Katastrophe endet, belegt der Blick auf Japan und die USA. Ähnlich stark exponiert wie viele Länder des Globalen Südens, tragen sie dank Frühwarnung, baulicher Standards und stabiler Institutionen nur einen Bruchteil des Risikos. Auch

Der Bericht verweist zudem auf eine gefährliche Gleichzeitigkeit, die der Politologe Dr. Stephan Klingebiel in einem Kommentar einordnet. Während die Wetterextreme zunehmen, geraten die Mittel für humanitäre Hilfe weltweit unter Druck.

"Stürme werden stärker, und immer mehr Menschen leben in ihrer Reichweite. Gleichzeitig werden die Mittel für humanitäre Hilfe gekürzt. Der WeltRisikoBericht 2026 macht deutlich, wie teuer diese Gleichzeitigkeit wird, wenn wir jetzt nicht in Vorsorge investieren", sagt Dr. Ilona Auer Frege, Geschäftsführerin von Bündnis Entwicklung Hilft.

Wie der Klimawandel Stürme verändert, erläutert die Klimawissenschaftlerin Dr. Friederike Otto im Interview.

Der Bericht erscheint ab dieser Ausgabe in einem grundlegend überarbeiteten Design.

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Über den WeltRisikoBericht

Der WeltRisikoBericht wird seit 2011 jährlich von Bündnis Entwicklung Hilft und dem IFHV der Ruhr-Universität Bochum herausgegeben. Der darin enthaltene WeltRisikoIndex erfasst für 193 Länder das Katastrophenrisiko als Zusammenspiel von physischer Exposition gegenüber Naturgefahren und gesellschaftlicher Verwundbarkeit. Der vollständige Bericht mit dem WeltRisikoIndex und dem SturmRisikoIndex 2026 sowie Infografiken und Weltkarten stehen unter www.weltrisikobericht.de zum Download bereit.

Interviewangebot

Für Interviews stehen Dr. Katrin Radtke (wissenschaftliche Leitung, IFHV), Dr. Ilona Auer Frege (Geschäftsführerin Bündnis Entwicklung Hilft) und Daniel Weller (Senior Data Scientist, IFHV) zur Verfügung.

Pressekontakt:

Philipp Kienzl · +49 (0) 30 278 77 393 · p.kienzl@entwicklung-hilft.de
Lars Jeschonnek · +49 (0) 151 15 29 88 02 · presse@entwicklung-hilft.de

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