Bayerischer Hof verzichtet trotz Prügelnacht 2002 auf Hausverbot für Oasis
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 02:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEin Vierteljahrhundert nach der legendären Prügelei von Oasis im Münchner Bayerischen Hof sieht das Luxushotel von einem Hausverbot für die Gallagher-Brüder ab und erklärt sie ausdrücklich weiterhin zu willkommenen Gästen.
Hotel bestätigt offene Türen für die Band
Die Gruppe Oasis und die Brüder Liam und Noel Gallagher haben im Bayerischen Hof kein Hausverbot. Ein Sprecher des Hauses betonte, die Brüder seien „immer und jederzeit“ willkommen und die Türen hätten auch nach dem Vorfall von 2002 stets offen gestanden. Anlass der Stellungnahme sind neu bekannt gewordene Konzerttermine der Band in München.
Legendäre Nacht im Jahr 2002
In der Nacht auf den 1. Dezember 2002 waren Liam Gallagher und zwei Bandkollegen nach einer heftigen Schlägerei in dem Hotel festgenommen worden. Noel Gallagher war damals nicht beteiligt. Der Frontmann musste eine Nacht im Münchner Gefängnis verbringen, der Vorfall ging als einer der spektakuläreren Ausbrüche im Rock’n’Roll-Milieu in die Stadtgeschichte ein.
Rückblick der Hotelchefin auf die Eskalation
Zum 20. Jahrestag der Auseinandersetzung hatte Hotelchefin Innegrit Volkhardt bereits geschildert, es habe sich um ein wildes Aufeinandertreffen zwischen Oasis und einer anderen Gruppe gehandelt. Sie habe sich nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub die Aufnahmen der Überwachungskamera angesehen und dort nur einen großen, aufeinander gedrängten Haufen erkannt. Nach damaligen Polizeiangaben kam sogar ein über fünf Kilogramm schwerer Absperrpfosten des Hotels zum Einsatz.
Bereitschaft zur erneuten Aufnahme
Volkhardt betonte 2022, die Band sei an der Eskalation nicht allein schuld gewesen und kündigte bereits damals an, man würde die Musiker wieder aufnehmen. Diese Haltung bestätigt der Bayerische Hof nun erneut. Im Sommer 2027 könnte es dazu kommen: Oasis haben für den 2. und 3. Juli 2027 zwei Konzerte in der Münchner Allianz Arena angekündigt.
Musikalische Geschichte in München und Deutschland
In einem kürzlich veröffentlichten Instagram-Video der Band ist die Aufzeichnung eines Radioberichts über das Konzert von Oasis in der Münchner Olympiahalle 1997 zu hören. Ihren bislang letzten Auftritt in Deutschland hatte die Gruppe im Juli 2009 beim Melt-Festival in Sachsen-Anhalt. Mit den geplanten Arenashows in München steht nun eine erneute große Bühne in Deutschland bevor.
Rückkehr einer Britpop-Ikone nach München
Die angekündigten Oasis-Konzerte in der Münchner Allianz Arena markieren eine besondere Rückkehr einer der prägenden Britpop-Bands der 1990er-Jahre. Die Stadt war mehrfach Station der Gruppe, vom Olympiahallen-Konzert 1997 bis zu Festivalauftritten wie dem Melt in Sachsen-Anhalt im Jahr 2009. Mit den nun geplanten Shows 2027 kehrt die Band erstmals seit vielen Jahren für reguläre Arena-Konzerte nach Deutschland zurück und knüpft an ihre größte Erfolgsphase an.
Besondere Beziehung zum Bayerischen Hof
Der Bayerische Hof ist seit Jahrzehnten eine Adresse für internationale Stars und politische Gipfel. Der Prügel-Vorfall um Liam Gallagher und Bandkollegen im Jahr 2002 gehört zu den bekanntesten Episoden der jüngeren Hotelgeschichte, weil er einen Polizeieinsatz, Festnahmen und sogar eine Nacht im Gefängnis zur Folge hatte. Dass das Hotel diese Vergangenheit nun offensiv mit der Aussage verbindet, die Brüder seien „immer und jederzeit“ willkommen, unterstreicht den Anspruch des Hauses, prominente Gäste trotz eskalierter Situationen weiter zu bedienen und zwischen damaliger Eskalation und heutiger Geschäftsbeziehung zu unterscheiden.
Konflikt, Image und wirtschaftliche Dimension
Die erneute Einladung an Oasis ist auch vor dem wirtschaftlichen Gewicht großer Konzerte zu sehen. Arena-Shows ziehen zehntausende Besucherinnen und Besucher an und beleben Hotel- und Gastgewerbe, insbesondere in der Umgebung großer Spielstätten. Für den Bayerischen Hof ist die Haltung gegenüber der Band ein Statement im Spannungsfeld von Sicherheitsinteressen, Markenpflege und der Bedeutung prominenter Musiker als Kundschaft. Zugleich zeigt der Umgang mit dem Vorfall von 2002, wie schnell aus einem Exzess im Nachtleben ein lang anhaltendes Narrativ wird, das nun, ein Vierteljahrhundert später, bewusst relativiert und in eine professionell gefasste Gastfreundschaft überführt wird.
