Monarchie, Großbritannien

Prinzessinnen Beatrice und Eugenie im Sog der Andrew-Affäre?

12.03.2026 - 07:00:06 | dpa.de

Auch Beatrice und Eugenie stehen nach der Verwicklung ihres Vaters in den Epstein-Skandal im Fokus. Öffentlich treten sie kaum mehr auf - ein Umstand, der der Königsfamilie recht sein dürfte.

  • Für ihre Hutauswahl wurden die beiden Prinzessinnen damals verspottet. (Archivbild) - Foto: Ian Langsdon/PA/EPA/dpa
    Für ihre Hutauswahl wurden die beiden Prinzessinnen damals verspottet. (Archivbild) - Foto: Ian Langsdon/PA/EPA/dpa
  • Damals noch eine glückliche Familie: Ex-Prinz Andrew mit seiner Ex-Frau Sarah Ferguson und den beiden Töchtern Beatrice und Eugenie. (Archivbild) - Foto: Andrew Stuart/PA Wire/dpa
    Damals noch eine glückliche Familie: Ex-Prinz Andrew mit seiner Ex-Frau Sarah Ferguson und den beiden Töchtern Beatrice und Eugenie. (Archivbild) - Foto: Andrew Stuart/PA Wire/dpa
  • Inzwischen sind die Töchter von Ex-Prinz Andrew (66) in der Öffentlichkeit kaum noch zu sehen. (Archivbild) - Foto: Ian West/PA Wire/dpa
    Inzwischen sind die Töchter von Ex-Prinz Andrew (66) in der Öffentlichkeit kaum noch zu sehen. (Archivbild) - Foto: Ian West/PA Wire/dpa
  • Weihnachten feierten die beiden im vergangenen Jahr noch traditionell an der Seite der Königsfamilie in Sandringham. (Archivbild) - Foto: Jon Super/AP/dpa
    Weihnachten feierten die beiden im vergangenen Jahr noch traditionell an der Seite der Königsfamilie in Sandringham. (Archivbild) - Foto: Jon Super/AP/dpa
  • Prinzessin Eugenie bei ihrer Hochzeit. (Archivbild) - Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa
    Prinzessin Eugenie bei ihrer Hochzeit. (Archivbild) - Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa
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Es gab eine Zeit, da machten die britischen Prinzessinnen Beatrice und Eugenie vor allem mit ihren Hüten Schlagzeilen. Der modische Geschmack der beiden wurde immer wieder zum Thema. Ein ausgefallenes Stück, das Beatrice (37) zur Hochzeit ihres Cousins Prinz William mit Kate Middleton trug, wurde von der Presse wahlweise als Geweih, Toilettensitz oder Brezel verspottet.

Doch das ist lange her. Inzwischen sind die beiden Töchter von Ex-Prinz Andrew (66) in der Öffentlichkeit kaum noch zu sehen. Ob das an dem tiefen Fall ihres Vaters liegt, der wegen seiner Verwicklung in den Epstein-Skandal samt Prinzentitel alle Ämter und Ehrungen verloren hat? Zumindest wird darüber in der britischen Boulevardpresse heftig spekuliert.

Nicht mehr in Ascot dabei 

Auslöser war unter anderem eine Mitteilung der Organisation Anti-Slavery International, die sich gegen moderne Sklaverei einsetzt. Prinzessin Eugenie werde ihre Schirmherrschaft niederlegen, hieß es darin. Gründe wurden nicht genannt. Das Thema galt eigentlich als Herzensanliegen der 35-Jährigen. 

Nur wenige Tage zuvor hatten britische Medien berichtet, die beiden Schwestern seien von dem prestigeträchtigen Pferderennen Royal Ascot ausgeladen worden. Sie dürfen demnach weder an der Kutschprozession dabei sein, noch auf der royalen Ehrentribüne Platz nehmen. Vor allem Beatrice sollen die Neuigkeiten schwer getroffen haben, berichtete die «Mail on Sunday» unter Berufung auf ungenannte Insider-Quellen.

Nicht nur Ex-Prinz Andrew, sondern auch die schon lange von ihm geschiedene Mutter der beiden Prinzessinnen, Sarah Ferguson (66), besser bekannt als «Fergie», pflegte eine Freundschaft zu Epstein. Der 2019 gestorbene Geschäftsmann betrieb jahrelang einen Missbrauchsring, dem viele Minderjährige zum Opfer fielen. Selbst die beiden Prinzessinnen dürften im Schlepptau ihrer Eltern Bekanntschaft mit dem Sexualstraftäter gemacht haben, wie aus den vom US-Justizministerium veröffentlichten Akten hervorgeht.

König Charles III. will die Königsfamilie verschlanken

Der Verfassungsexperte und Royal-Kenner Craig Prescott von der Londoner Universität Royal Holloway hält es für plausibel, dass sowohl die Menschenrechtsaktivisten als auch die Royals bewusst auf Abstand zu den Schwestern gehen wegen der Verbindungen ihrer Eltern zu Epstein.

Das Boulevardblatt «Daily Express» hatte gar berichtet, Thronfolger Prinz William (43) habe die «brutale Forderung» gestellt, die Mitglieder der engeren Königsfamilie dürften sich bis Ende des Jahres nicht an der Seite der Schwestern fotografieren lassen. Prescott kann sich auch das vorstellen. «Er dürfte sehr besorgt um die Monarchie sein, und Fotos mit Beatrice und Eugenie könnten mehr Fragen aufwerfen, als dem Königshaus derzeit lieb ist», sagt der Experte der Deutschen Presse-Agentur über William.

Er gibt jedoch zu bedenken, dass die beiden Prinzessinnen noch nie Teil des als «arbeitende Royals» bezeichneten engen Kreises waren. Schon seit mehreren Jahren sind sie etwa bei der als «Trooping the Colour» bekannten Geburtstagsparade für den Monarchen nicht mehr dabei.

König Charles III. (77) will die Königsfamilie verschlanken, das ist schon lange bekannt. Frühere Spekulationen, die Töchter Prinz Andrews könnten eines Tages royale Aufgaben übernehmen, «scheinen als Möglichkeit ausgeschieden», sagt Prescott mit britischem Understatement.

Beatrice sticht Ed Sheeran beinahe Auge aus

Ob sich die beiden gut geschlagen hätten, ist allerdings fraglich. Immer wieder gab es auch unrühmliche Schlagzeilen. So soll Beatrice dem Sänger Ed Sheeran einmal beinahe ein Auge ausgestochen haben, als sie bei einem Dinner in der Royal Lodge in Windsor, dem ehemaligen Wohnsitz ihres Vaters, in Übermut mit einem Schwert herumfuchtelte.

Wie der Manager Sheerans Jahre später bestätigte, hatte sie ein zeremonielles Schwert von der Wand genommen, nachdem der ebenfalls anwesende Popstar James Blunt gesagt hatte, er würde sehr gerne zum Ritter geschlagen werden. Beatrice holte zum improvisierten Ritterschlag aus und übersah den hinter ihr stehenden Sheeran. Der musste demnach mit mehreren Stichen wegen einer klaffenden Wunde auf der Wange genäht werden. 

Eugenie andererseits erhielt viel Zuspruch, als sie bei ihrer Hochzeit mit dem Geschäftsmann Jack Brooksbank ein am Rücken weit ausgeschnittenes Kleid wählte, das ihre Operationsnarben zeigte. Die 35-Jährige musste sich bereits als Kind schweren Eingriffen an der Wirbelsäule unterziehen lassen. Das Paar hat zwei Söhne, die allerdings wie auch die beiden Töchter von Beatrice und ihrem Mann, dem italienischen Immobilienunternehmer Edoardo Mapelli Mozzi, keine Prinzen- und Prinzessinnentitel tragen. 

Wie lange sich Beatrice und Eugenie noch mit den Titeln schmücken dürfen, ist laut Experte Prescott fraglich. Er hält es für möglich, dass William, wenn er einmal König ist, die Titel einkassiert - womöglich sogar bei seinem Bruder Prinz Harry und dessen Frau Herzogin Meghan sowie den beiden Kindern Prinz Archie und Prinzessin Lilibet. «Es sieht nach einer sehr kleinen Royal Family in der Zukunft aus», sagt Prescott.

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