Amy Winehouse: «Back to Black» wird 20 und erscheint neu
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 08:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWinehouses letzte Bühnenjahre
- Winehouse starb am 23. Juli 2011 mit 27 Jahren an einer Alkoholvergiftung.
- Ihr letzter Bühnenauftritt fand am 20. Juli 2011 im Londoner Roundhouse statt.
- Dale Davis begleitet die Amy Winehouse Band bis Ende März auf Tournee, überwiegend in Großbritannien.
Winehouses Erfolgsalbum erhält neue Edition
Das Album «Back to Black» von Amy Winehouse wird zum 20. Jubiläum neu aufgelegt. Die Jubiläumsedition enthält neben dem Studioalbum einen Konzertmitschnitt aus Amsterdam, seltene B-Seiten und vier bislang unveröffentlichte Demos.
Vom Album zum Welterfolg
«Back to Black» erschien am 27. Oktober 2006 und machte Winehouse zum Weltstar. 2008 gewann sie fünf Grammys, unter anderem für «Rehab» als Song und Aufnahme des Jahres.
Laut Plattenfirma verkaufte sich das Album weltweit mehr als 25 Millionen Mal. Produziert wurde es von Mark Ronson und Salaam Remi.
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Erinnerungen an die Sängerin
Dale Davis kam 2003 zu Winehouses Band und arbeitete als Bassist und Musikdirektor. Er erinnert sich an sie als witzig, herzlich, rebellisch und außergewöhnlich talentiert.
Einige Lieder des späteren Albums spielte die Band bereits auf der Tour zum Debütalbum «Frank». Davis hörte weitere Stücke zunächst als Demos und erkannte nach eigener Aussage sofort ihre besondere Qualität.
Jubiläumsedition mit Amsterdam-Konzert
Die große Edition auf CD, Vinyl und digital enthält ein Konzert vom 8. Februar 2007 aus dem Paradiso in Amsterdam. Außerdem erscheinen seltene B-Seiten und vier Demos, darunter frühe Fassungen von «Back to Black» und «Love Is A Losing Game».
Davis sieht die Veröffentlichung der unveröffentlichten Aufnahmen mit gemischten Gefühlen. Er bezweifelt, dass Winehouse damit unbedingt einverstanden gewesen wäre, betont aber zugleich, dass die Aufnahmen ihre musikalische Größe zeigen.
Ruhm, Druck und die letzten Auftritte
Wenige Tage nach dem Amsterdam-Konzert gewann Winehouse den Brit Award als beste britische Solokünstlerin. Mit der wachsenden Aufmerksamkeit sei auch der Druck auf sie gestiegen, sagt Davis.
Winehouse kämpfte mit Alkohol und Drogen. Am 20. Juli 2011 trat sie im Londoner Roundhouse als Gast bei einem Konzert ihrer Patentochter Dionne Bromfield auf; drei Tage später starb sie mit 27 Jahren an einer Alkoholvergiftung.
Das Vermächtnis bleibt auf der Bühne präsent
Zum Jubiläum spielte Winehouses frühere Band «Back to Black» im Roundhouse in voller Länge. Corinne Bailey Rae, Jorja Smith und Jessie Reyez sangen ihre Interpretationen der Lieder, bei «Rehab» stimmte das Publikum ein; auch Mark Ronson war dabei.
Davis ist mit der Amy Winehouse Band bis Ende März auf Tournee, überwiegend in Großbritannien. Die Erinnerungen an die letzten Stunden mit Winehouse bestärken ihn nach eigener Aussage darin, ihr Vermächtnis zu schützen.
„Back to Black“ markiert einen Wendepunkt in der Popgeschichte der 2000er Jahre: Amy Winehouse verband auf dem Album eine prägnante Soul- und R&B-Ästhetik mit persönlich gefärbten Texten. Produzenten wie Mark Ronson und Salaam Remi gaben den Liedern einen bewusst retrohaften Klang, der zugleich modern wirkte.
Der kommerzielle Erfolg machte Winehouse weltweit bekannt und verstärkte den öffentlichen Druck. Ihre Karriere zeigt damit auch, wie eng musikalischer Ruhm, mediale Aufmerksamkeit und die Vermarktung persönlicher Krisen miteinander verbunden sein können. Der Blick auf ihr Werk bleibt deshalb von ihrer Biografie nicht vollständig zu trennen.
Neuauflage zwischen Archiv und Vermächtnis
Die Jubiläumsedition erweitert das bekannte Album um Konzertmaterial, B-Seiten und Demos. Solche Veröffentlichungen können den künstlerischen Entstehungsprozess sichtbar machen, werfen bei verstorbenen Künstlerinnen aber zugleich die Frage auf, wie unveröffentlichtes Material eingeordnet und veröffentlicht werden sollte.
Die aktuelle Würdigung verbindet beide Ebenen: Sie erinnert an ein Album, das Winehouses Status als Weltstar begründete, und lenkt den Blick auf die Musiker, die an seiner Entstehung beteiligt waren. Für das Publikum bedeutet die Edition vor allem eine neue Möglichkeit, die Entwicklung der Songs und die Bühnenwirkung der Band nachzuvollziehen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
taz: „20 Jahre 'Back to Black' Amy Winehouse: Es gibt noch was zu holen im Bienenkorb“ (21.10.2026)
Der Beitrag bestätige die angekündigte Jubiläumsedition mit Demos, B-Seiten und dem Konzertmitschnitt aus Amsterdam. Anders als die dpa-Meldung rücke er die Frage in den Mittelpunkt, ob das Album überhaupt Ergänzungen benötige, und bewerte die Archivveröffentlichung zugleich als kommerziell motivierten, aber musikalisch lohnenden Nachtrag.
Gemeinsam ist beiden Darstellungen die Einordnung von „Back to Black“ als prägendem Album und die Hervorhebung des Amsterdam-Mitschnitts. Unterschiede bestehen vor allem beim Schwerpunkt: Während die dpa-Meldung Erinnerungen von Dale Davis und Winehouses Vermächtnis betont, konzentriert sich der Beitrag stärker auf die Qualität und Auswahl des Zusatzmaterials.

