Tobias Wendl, Tobias Arlt

Wendl und Arlt: Rekord-Olympiasieger starten Projekt Olympia 2030

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 20:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Rekord-Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt verschieben ihr Karriereende und wollen auch bei den Winterspielen 2030 antreten. Zuvor steht für den bayerischen Rodel-Doppelsitzer die Weltmeisterschaft in Innsbruck/Igls an.

Tobias Wendl (Deutschland, r) und Tobias Arlt (Deutschland) wollen nun bis Olympia 2030 weitermachen. (Archivbild) - Bild: Robert Michael/dpa
Tobias Wendl (Deutschland, r) und Tobias Arlt (Deutschland) wollen nun bis Olympia 2030 weitermachen. (Archivbild) - Bild: Robert Michael/dpa

Die Rekord-Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt wollen ihre Rodelkarriere fortsetzen und auch bei den Olympischen Winterspielen 2030 in den französischen Alpen um Medaillen kämpfen.

Abschied am Königssee verschoben

Das bayerische Doppelsitzer-Duo hatte sein Karriereende eigentlich für diesen Winter auf der wieder aufgebauten Heimbahn am Königssee geplant. Nun kündigten die beiden in einem Instagram-Video das Projekt Olympia 2030 an.

Wendl und Arlt erklärten, sie hätten in ihrem Sport mehrfach alles erreicht. Das Duo ist siebenfacher Olympiasieger, zehnfacher Weltmeister und gewann siebenmal den Gesamtweltcup.

Weltmeisterschaft in Innsbruck als nächstes Ziel

Vor dem langfristigen Olympia-Ziel steht die Rodel-Weltmeisterschaft in Innsbruck/Igls. Die Bahn kennen die beiden gut, unter anderem gewann das Duo dort bereits 2027 Gold im Sprint.

Wendl sagte dem ZDF, beide seien 39 Jahre alt, fit und gesund. Ihre Startzeiten seien zuletzt sogar besser gewesen als in der vorangegangenen Olympiasaison.

Erfahrung für den Nachwuchs

Bei den Winterspielen in Sotschi 2014, Pyeongchang 2018 und Peking 2022 holten Wendl und Arlt Gold im Doppelsitzer. In Cortina d’Ampezzo gewannen sie Bronze im Doppel und ihr viertes olympisches Gold im Team.

Den letzten Weltcup der vergangenen Saison hatten sie ausgelassen, um jüngeren Athleten eine Chance zu geben. Beide engagieren sich in ihrer bayerischen Heimat für den Nachwuchs, wollen ihre eigene Trainerlaufbahn aber zunächst zurückstellen. Arlt sagte, sie wollten wieder ganz oben stehen.

Erfahrung als entscheidender Faktor

Die Entscheidung von Tobias Wendl und Tobias Arlt verlängert eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte im deutschen Rodelsport. Das Duo gewann seit seinem Olympiadebüt in Sotschi drei Goldmedaillen im Doppelsitzer und holte bei den Winterspielen in Peking zusätzlich Gold mit der Mannschaft. In Cortina d’Ampezzo kam eine weitere olympische Medaille hinzu.

Mit dem Alter verschiebt sich die sportliche Herausforderung. Im Doppelsitzer zählen eingespielte Abläufe, präzise Startbewegungen und die Abstimmung zwischen den Partnern zu den wichtigsten Faktoren. Wendl und Arlt bringen dabei nicht nur jahrzehntelange Erfahrung, sondern auch detaillierte Kenntnisse der internationalen Bahnen mit. Zugleich steigt mit jedem weiteren Saisonjahr die Bedeutung von Regeneration, Materialentwicklung und medizinischer Betreuung.

Bedeutung für den deutschen Verband

Für den deutschen Rodelverband bedeutet die Fortsetzung zunächst zusätzliche sportliche Stabilität. Das Duo bleibt ein Maßstab für jüngere Athleten, während Wendl und Arlt zugleich ihren Anspruch bekräftigen, ihnen nicht den Weg zu versperren, sondern sie an die Weltspitze heranzuführen. Der geplante Abschied am Königssee hätte diese Übergangsphase früher eingeleitet.

Der nächste Prüfstein ist die Weltmeisterschaft in Innsbruck/Igls. Danach richtet sich der Blick auf die Olympiabahn in La Plagne und auf die Spiele 2030 in den französischen Alpen. Für Zuschauer bedeutet die Entscheidung, dass eine der erfolgreichsten deutschen Wintersportgemeinschaften mindestens bis zu diesem Saisonhöhepunkt weiter im Wettbewerb bleibt.

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